Auszeichnung

Verleihung des Euregio Inntal-Preises

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Landkreis - Vier Persönlichkeiten sind mit dem Euregio Inntal-Preis ausgezeichnet worden. Für welche besonderen Verdienste diese vier Menschen geehrt wurden:

Die Gründerin der privaten Grundschule Oberaudorf-Inntal, Bettina Brühl, der künstlerische Leiter der Konzerte Schloss Neubeuern, Kurt Hantsch, der Bürgermeister von Kössen, Stefan Mühlberger, und Gerhard Prentl, ein Mitbegründer und großer Förderer der Euregio wurden mit dem diesjährigen Euregio Inntal-Preis  ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 20. Februar im Veranstaltungszentrum Kaiserwinkl in Kössen statt.

In seiner Begrüßung warb der Präsident der Euregio, Professor Walter J. Mayr dafür, bei der diesjährigen Wahl zum europäischen Parlament seine Stimme abzugeben. Auch wenn man vieles an der Europäischen Union zu Recht kritisieren könne, wir leben in der längsten Friedensperiode in Sicherheit. Die Entwicklung in Europa sollte nicht den Gegnern der europäischen Zusammenarbeit überlassen werden. Die Euregio versteht sich, so Mayrs Aussage, als kleine EU, die beim Bürger näher am Geschehen sei und deshalb auch direkter die europäische Zusammenarbeit lebe und in vielen Bereichen fördere.

Auch der Euregio Inntal-Preis orientiert sich an diesem Gedanken. Ausgezeichnet wird, wer sich durch sein Wirken über einen längeren Zeitraum besondere Verdienste um die Pflege und Entwicklung von grenzüberschreitenden Beziehungen zwischen Bayern und Tirol erworben hat.

Bettina Brühl

Bettina Brühl ist die Gründerin der Grundschule Oberaudorf-Inntal.

Die erste Preisträgerin, Bettina Brühl, ist Gründerin und Geschäftsführerin der privaten Grundschule Oberaudorf-Inntal. Ihre Vision von einer integrativen Schule wurde im vergangenen Jahr Wirklichkeit. Laudator Johann Luchner, bis zu seiner Pensionierung Direktor der Hans Henzinger Schule und des Sonderpädagogischen Zentrums in Kufstein, lobte Brühls Idealismus und Hartnäckigkeit, die diese Schulgründung erst möglich gemacht hätten. Weil sich die Suche nach einer geeigneten Hauptschule als schwierig erwies, eine der beiden Töchter von Bettina Brühl war mit einer Behinderung geboren, reifte in ihr und den Mitstreiterinnen und Mitstreitern im Verein FortSchritt Rosenheim e.V. der Plan, eine eigene Schule zu gründen. In der ehemaligen Teilhauptschule in Niederaudorf wurde ein geeigneter Standort gefunden. Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber und der Gemeinderat unterstützten den Plan und Brühl gelang es, mit ihrem pädagogisches Konzept basierend auf der konduktiven Förderung nach Petö, auch die Regierung von Oberbayern zu überzeugen. In der neuen Schule werden auch zwei Kinder aus Tirol unterrichtet. Für Laudator Luchner dürfen es noch mehr werden, wenn die bürokratischen Hindernisse beseitigt sind. Er wünschte Bettina Brühl weiterhin viel Kraft und Mut.

Kurt Hantsch

Kurt Hantsch war einer der vier Gewinner.

Die Zeit, als die Konzerte im prunkvollen Saal von Schloss Neubeuern ein Geheimtipp waren, ist längst vorbei. Heute begeistert sich ein internationales Publikum für das musikalische Programm des Vereins Konzerte Schloss Neubeuern e.V. mit ihrem künstlerischen Leiter Kurt Hantsch, der am Tag der Preisverleihung den 85. Geburtstag feierte. Hantsch engagiert die Künstler noch auf eine fast altmodisch wirkende Art und Weise. Laut Laudator Johannes Corell, dem Vorstand der Konzerte Schloss Neubeuern, nutzt Hantsch weder Fax, noch Computer oder E-Mail. Ihm helfen, so Corell, sein Telefon und sein geniales Gedächtnis und so hat er die besten Kammermusiker der Welt herbeitelefoniert. Selbst die Künstler loben die Qualität der Konzertreihen in Neubeuern. Corell hofft, dass sich Hantsch noch viele Jahre für die Konzerte engagiert. Neubeuerns Bürgermeister Josef Trost gratulierte dem Preisträger im Namen der Bürgerschaft. Hantsch selbst meinte bescheiden: Glauben sie nicht alles, was gesagt wurde.

Gerhard Prentl

Gerhard Prentl hat die Aktivitäten der Euregio Inntal seit ihrer Gründung begleitet.

Der dritte Preisträger, Gerhard Prentl, begleitete die Aktivitäten der Euregio Inntal seit ihrer Gründung vor gut 15 Jahren. Die Laudatio für den kürzlich pensionierten Verwaltungsbeamten aus dem Landratsamt Rosenheim übernahm Landrat Josef Neiderhell. Nach seinen Angaben trug Prentl in Abstimmung mit weiteren Mitgliedern maßgeblich dazu bei, dass in der Satzung der Euregio nur ein Sitz in Kufstein als Struktur festgeschrieben wurde. Diese schlanke Verwaltung ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Euregios. Gerhard Prentl gilt als absoluter Fachmann in Sachen Brennerbasistunnel. Er wurde sogar in den Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten des Bayerischen Landtags sowie in die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen eingeladen. Weitere Themen, an die Laudator Neiderhell erinnerte, waren die grenzüberschreitende Hagelfliegerei, das Bergrettungsnetzwerk Trockenbach/Samerberg, die Lärmschutzmaßnahmen an der Inntalautobahn, die grenzüberschreitenden Jagdgespräche, die von der EU geförderten Wirtschaftsprojekte IT-Region und NetIT und zuletzt die Debatte um die Mautkontrollen auf der Inntalautobahn. Abschließend lobte Neiderhell das diplomatische Geschick Prentls. Er könne sich an keine Situation erinnern, bei denen es zu ernsthaften Streitigkeiten kam. Der Geehrte selbst erinnerte daran, dass die Gründung der Euregio vor allem Teamarbeit gewesen sei. Zudem meinte Prentl, die Euregio wird in eine gute Zukunft gehen.

Stefan Mühlberger

Stefan Mühlberger wurde für seine Verdienste als Bürgermeister ausgezeichnet.

Die Gemeinde Kössen war im Juni vergangenen Jahres stark vom Hochwasser betroffen. Bürgermeister Stefan Mühlberger erwies sich in dieser Zeit als engagierter und umsichtiger Manager. Aber nicht nur deshalb erhielt auch er einen Euregio Inntal-Preis. Laudator Landesrat Johannes Tratter erinnerte daran, dass am 20. Februar, dem Andreas Hofer-Tag jedes Jahr zwölf Persönlichkeiten aus Tirol und Südtirol von der Tiroler Landesregierung geehrt werden. Er sei sehr froh, an diesem Tag eine Persönlichkeit wie Stefan Mühlberger wertschätzen zu dürfen. Er habe sich immer für eine überregionale Zusammenarbeit und damit für die Euregio interessiert. Darüber hinaus pflegt Kössen schon lange gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den bayerischen Nachbargemeinden Schleching und Reit im Winkl. Die Grenzbegehungen der Bürgermeister bezeichnete Tratter als legendär. Zur Hochwassersituation meinte Tratter, es war beeindruckend was Bürgermeister Mühlberger und seine Mitstreiter geleistet hätten. Als Folge der Überschwemmungen wurde für Kössen ein umfassendes Hochwasserschutzprogramm aufgelegt. Die Baumaßnahmen sind unübersehbar. Heute strahlt Kössen wieder, meinte Tratter. Stefan Mühlberger bestätigte die positiven Auswirkungen, die sich durch den Wegfall der Grenzkontrollen ergaben. Als ein Beispiel nannte er den Ort der Verleihung der Euregio Inntal-Preise. Früher hieß das Gebäude Grenzlandhalle, heute ist es das Veranstaltungszentrum Kaiserwinkl.

Pressemitteilung Euregio Inntal

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Inntal Euregio

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