Tourismusverband: Landkreis will helfen

Landkreis - Der Tourismusverband Oberbayern ist in finanzielle Schieflage geraten. Die OVB-Heimatzeitung hat deshalb mit Rosenheims Landrat Josef Neiderhell gesprochen.

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Über Maßnahmen, den Verband vor dem Kollaps zu retten, und mögliche Auswirkungen auf den Landkreis Rosenheim sprach die Heimatzeitung mit Landrat Josef Neiderhell.

Der Tourismusverband München-Oberbayern steht vor der Pleite, die Geschäftsführerin wurde fristlos entlassen, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Wie tief sitzt der Schock bei Ihnen aufgrund dieser Nachricht?

Das ist in der Tat eine sehr negative Nachricht gewesen.

Gab es Ihrer Ansicht nach Alarmsignale, die auf eine solche Entwicklung hingedeutet haben und möglicherweise von den Mitgliedern des Verbandes nicht rechtzeitig wahrgenommen worden sind?

Ich hatte keine Hinweise in diese Richtung. Regierungspräsident Christoph Hillenbrand informierte mich in seiner Funktion als Vorsitzender des Tourismusverbands München-Oberbayern in der vergangenen Woche über die aktuelle Entwicklung.

Aufgabe des Tourismusverbandes Oberbayern ist es, die Tourismus-Branche in ganz Oberbayern zu koordinieren. Ist zu befürchten, dass die aktuellen Probleme beim übergeordneten Verband auch negative Auswirkungen auf die Arbeit der im Landkreis tätigen Tourismus-Organisationen haben?

Sollte es tatsächlich zu einer Insolvenz kommen, dann muss unserer Tourismusverband Chiemsee-Alpenland für das kommende Jahr im Bereich Marketing kurzfristig etwas umstellen, beispielsweise in der Organisation von Messen.

Bei einer Krisensitzung in Starnberg haben sich Verbandsvertreter und Kommunalpolitiker mit der Mehrheit von 92 Prozent für ein finanzielles Sonderopfer zur Abwendung der Insolvenz ausgesprochen. Sprechen auch Sie sich für Sonderzahlungen aus?

Josef Neiderhell

Der Landkreis will helfen. Über das "Wie" möchte ich in den nächsten Tagen mit den Fraktionssprechern im Rosenheimer Kreistag reden. Wichtig ist mir, dass die Vorgänge, die zu dieser unerfreulichen Entwicklung geführt haben, lückenlos aufgeklärt werden. Möglicherweise ist dies auch die Chance, den Tourismusverband München-Oberbayern neu auszurichten.

Haben Sie schon eine Vorstellung, wieviel Geld aus dem Landkreis Rosenheim kommen soll und wie die Summe aufgebracht werden kann?

Wieviel Geld benötigt wird, wird uns noch mitgeteilt. Dazu kann ich derzeit noch nichts sagen. Das gilt auch für den zweiten Teil Ihrer Frage. Ich möchte hier die kommenden Gespräche abwarten.

Interview: Norbert Kotter (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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