Traum vom kleinen Kulturzentrum

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Museumsleiter ist Lorenz Garsberger und er kennt das Wegmachermuseum wie kein Zweiter, zu jedem Stück weiß er Geschichten.

Wasserburg - Seit Mai gibt es die Wasserburger Straßenmeisterei nicht mehr. Der ehemalige Leiter Lorenz Grasberger ist jetzt Leiter des Wegmachermuseums geworden.

Seit Mai gibt es die Wasserburger Straßenmeisterei nicht mehr, die Mitarbeiter sind jetzt in Ebersberg oder in Rosenheim bei der Straßenmeisterei, der frühere Leiter Lorenz Grasberger ist damals in Rente gegangen. Wie und ob es mit dem Wegmachermuseum nebenan weitergeht, war offen - bis das Innenministerium entschied: Es bleibt erhalten. Und Grasberger hat einen neuen Job als Museumsleiter.

Die Buchen stehen auf der Grenze der Grundbesitzer Freistaat Bayern und Bundesrepublik. Ihr Teil mit Gebäuden wird verkauft.

Mit seiner privaten Sammlung den Grundstock für das Museum legte Erich Raab, von 1965 bis 1988 Leiter der Wasserburger Straßenmeisterei. Untergebracht war sie in den Räumen des 1977 bezogenen Neubaus der Straßenmeisterei. Die Sammlung wuchs, das Staatliche Bauamt erwarb Am Herder einen Grund und vor sieben Jahren waren die beiden neuen Hallen für das Museum fertig. "Es ist eine einmalige Sammlung in ganz Bayern", sagt der Museumsleiter, jetzt offiziell mit 20 Stunden im Monat bestellt in diesem Amt. "Unsere Dampfwalze aus dem Jahr 1900 gibt es in ganz Deutschland kein zweites Mal, so Grasberger stolz. Steinbrecher, Straßenaufreißer, Bauschreiber, alte Straßenschilder oder auch die Modelle der Brückenheiligen, die an den Parkplätzen stehen, sind in der Halle zu sehen mit den Themen Wegweisung, Grün- und Landschaftspflege, Brückenbau und Straßenbau. In der zweiten Halle geht es um den Winterdienst, ein riesiges russisches Modell steht dort, alte Schneefräsen und Schneeschleudern sind zu bewundern. Rund 1500 Objekte hat das Museum und jetzt, so Lorenz Grasberger, werde nicht weiter gesammelt. "Das muss jetzt alles aufgearbeitet und dokumentiert werden". Mit dem Stadtarchiv und dem Museum arbeitet er zusammen, der Austausch mit anderen Museen will gepflegt sein. "Ich möchte, dass hier ein kleines Kulturzentrum entsteht".

Zulauf hat das Museum, betrieben vom Straßenbauamt, vor allem von Straßenmeistereien in Bayern, Baden-Württemberg oder Österreich, auch Touristen kommen, zwischen 300 und 400 Besucher seien es jährlich ohne Schüler und Kindergartenkinder. Es gab im Museum prominente Besucher, zum Beispiel Günther Beckstein, damals noch als Innenminister. Es wurden auch schon Kollegen von der Bundespolizei von ihrem Chef im Wegmachermuseum befördert. Die Wahl dieses Ortes für diesen feierlichen Akt ist zurückzuführen auf eine Freundschaft, die im Zusammenhang mit dem Bürgerspiel entstanden war, denn auch die Proben dafür fanden in den Gebäuden Am Herder statt.

Führungen, Verwaltungsarbeiten, Austausch mit anderen Museen, darum kümmert sich jetzt Lorenz Grasberger, auch um die Zusammenabeit mit den Kollegen der Ebersberger Straßenmeisterei, wo Führungen unter der Nummer 08092/ 8273-20 angemeldet werden können.

Das Wegmachermuseum steht auf Grund des Freistaats Bayern, die Gebäude der früheren Straßenmeisterei gleich daneben stehen auf Grund der Bundesrepublik und der wird zum Verkauf angeboten. Die Stadt hat Interessse daran bekundet. Auch das benachbarte Arzneimittel-Werk. "Es gab auch schon Gespräche. Wenn ein ortsansässiges Unternehmen expandieren möchte, stehen wir dem nicht im Weg", so Bürgermeister Michael Kölbl.

Das seit zwei Jahrzehnten dauernde Thema Neubau für die Polizei hat mit dem Grundverkauf Am Herder auch wieder Aktualität bekommen. "Wir haben uns die Situation vor Ort angeschaut. Es gibt erste Überlegungen. Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit werden derzeit geprüft", sagt Wolfgang Spindler, Sachbearbeiter für Liegenschaften der Polizei im Innenministerium.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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