Die Tücken eines Kreisverkehrs

Wasserburg - Mit den Tücken eines Kreisverkehrs im Gemeindegebiet Pfaffing kämpfte eine Hausfrau (33) jetzt vor Gericht. ** SERVICE-VIDEO: Richtiges Verhalten im Kreisverkehr **

Beim Einfahren in den Kreisel auf der Kreisstraße RO42 im Gemeindegebiet Pfaffing übersah sie im April 2011 einen Zweiradfahrer, der eine Einfahrt zuvor eingefahren war.

Der Motorradfahrer konnte zwar eine Kollision vermeiden, kam aber aufgrund seines eingeleiteten Bremsmanövers zu Fall und zog sich dabei mehrere Beinbrüche zu. Dies brachte der Ford-Fahrerin einen Strafbefehl über 30 Tagessätze zu je 40 Euro ein. Da die 33-Jährige Einspruch erhoben hatte, musste sie sich nun wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Wasserburg verantworten.

Dabei gab die Angeklagte an, mit ihrem Pkw in Richtung Rosenheim unterwegs gewesen und auf Höhe der Molkerei in den Lehener Kreisverkehr eingefahren zu sein. Diese Stelle sei besonders tückisch, da die vorausgehende Einfahrt direkt an das Firmengelände und dessen Parkplatz grenze. Dies habe seine Mandantin irritiert, so der Verteidiger, weil sie gedacht habe, die Fahrzeuge führen auf dem Parkplatz. Deshalb habe sie nicht damit gerechnet, dass der Motorradfahrer aus dieser Einfahrt in den Kreisel einbiegen würde, gab der Verteidiger zu bedenken und forderte die Einstellung des Verfahrens, zumal der Geschädigte kein Interesse mehr an einer Strafverfolgung habe und die Schadensregulierung bereits erfolgt sei.

Das Gericht wollte nicht über den Kreuzungsbereich diskutieren: Einfahrende in den Kreisverkehr seien auf jeden Fall wartepflichtig gegenüber den Fahrzeugen, die sich im Kreisel befänden, urteilte das Gericht. Da spiele es keine Rolle, dass der Motorradfahrer erst kurz vorher eingefahren sei. Die Angeklagte habe den Motorradfahrer schlicht übersehen. Der Tatbestand der fahrlässiger Körperverletzung sei auf jeden Fall erfüllt.

Nach Rücksprache mit ihrem Anwalt beschränkte die Angeklagte ihren Einspruch auf die Rechtsfolgen. Da sie selber nur über ein geringes Einkommen verfügt und ihr Ehemann unterhaltspflichtig für das gemeinsame Kind und weitere Kinder aus vorangegangenen Beziehungen ist, wurde die Tagessatzhöhe den aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen angepasst und die Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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