Üben mit Nationaltrainer

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Damen-Nationaltrainer Imre Szittya arbeitete zwei Stunden konzentriert mit dem Nachwuchs.

Wasserburg - Die Stimmung in der erfolgsverwöhnten Basketballstadt Wasserburg ist nach der zweimal in Folge verpassten deutschen Meisterschaft ein wenig gedämpft.

Doch davon lassen sich 132 Kinder aus Bayern nicht anstecken: Sie zeigen seit gestern beim Basketball-Camp des TSV Wasserburg, dass die Korbjagd nach wie vor begeistert.

70 Mädchen im Alter von sieben bis 15 Jahren, 35 Bälle, die auf dem Hallenboden einen ohrenbetäubenden Lärm verursachen, eine auf fast 30 Grad aufgeheizte Badria-Halle: Wer glaubt, unter solchen Bedingungen würde ein Training in Chaos ausarten, ließ sich gestern eines Besseren belehren. Damen-Nationaltrainer Imre Szittya hatte die Truppe fest im Griff. Im Sitzen, im Stehen und im Laufen ließ er die Mädchen mit dem Ball arbeiten, erklärte geduldig die richtige "Kobra"-Handhaltung beim Korbwurf, das perfekte Abblocken des Gegners, lud ein zu Übungen mit so klingenden Namen wie "Sternschnuppe", lobte, motivierte. Ähnlich konzentriert ging es in der Sporthalle des Luitpold-Gymnasiums weiter, wo 70 Buben im gleichen Alter genauso diszipliniert an ihrer Wurftechnik arbeiteten.

"Das war ein tolles Training", zogen nach einer Stunde Theresa und Helena aus Erding mit schweißnassen Gesichtern Bilanz. "Ich bin total fertig", seufzte allerdings die zwölfjährige Theresa, die bereits seit drei Jahren Basketball spielt. "Dass bei einem so tollen Wetter so viele Kinder stundenlang in der Halle trainieren, freut mich wirklich", betonte der Nationaltrainer, der an die Kinder appellierte: "Wenn Ihr so fleißig weitermacht wie heute, werdet Ihr bald weitere Fortschritte bemerken." "Es müssen nicht gleich neue Leistungssportler gefunden werden, mir geht es auch um die Förderung des Breitensports Basketball", erteilte Szittya dem Leistungsdruck eine Absage.

Eine Meinung, die auch Diana Pop, mehrfache deutsche und aktuelle deutsche Vizemeisterin, teilt: "Sport soll Spaß machen, nur dann bleiben die Kids dabei", ist sie überzeugt. Die eigene Tochter hatte der Star der Wasserburger Bundesligamannschaft, der ebenfalls beim Trainingscamp aushalf, im Kinderwagen dabei. Diana Pop war sieben Jahre alt, als sie ihren ersten Korb warf - genauso alt wie die jüngste Teilnehmerin am Camp des TSV Wasserburg, die ebenfalls siebenjährige Anna-Sophie Biene.

Sie benötigte noch kein XXL-Camp-T-Shirt für die Autogramme des Nationatrainers wie einige Jugendliche der älteren Jahrgänge, bei denen schon Sportler "mit echten Basketballmaßen" dabei waren, wie Camp-Organisatorin Dagmar Burger schmunzelnd berichtete. Sie und ihr Verpflegungsteam hatten denn auch alle Hände voll zu tun, um die vielen vom Rennen und Springen, Werfen und Dribbeln hungrigen Sportler satt zu bekommen. Örtliche Sponsoren aus dem Einzelhandel, der Gastronomie und Lebensmittelindustrie sowie von weiteren Betrieben hatten ganze Wagenladungen Bananen, Äpfel, Mineralwasser und Imbisse spendiert. "Ohne diese Unterstützung könnten wir als kleiner Verein dieses Camp nicht durchführen", betont Dagmar Burger.

Wasserburg ist und bleibt eine Nachwuchsschmiede für den Basketball. Das beweist nicht nur die Tatsache, dass sogar junge Korbjäger des FC Bayern München, aus Landshut und Neuburg an der Donau zum dreitägigen Camp angereist waren und sogar Eltern in Wasserburg übernachteten. Auch das Trainerteam unter Leitung von Rüdiger Wichote war hochkarätig besetzt - unter anderem mit Aktiven des deutschen Damen-Vizemeisters. Auch dessen Trainerteam mit Hans Brei und Wanda Guyton war präsent.

55 Kinder übernachteten sogar in der Halle - eine logistische Herausforderung für die Campleiter. Dagmar Burger weiß jedoch aus den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre: "Die Kinder sind am Abend so erschöpft, dass sie schnell einschlafen."

duc/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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