Über die Insel statt übers Innwerk?

+
Kapuzinerinsel oder Innkraftwerk: Mittlerweile gibt es zwei Überlegungen, wo der Fußgängerüberweg vom Burgerfeld auf die Halbinsel verlaufen soll. Millionenprojekte sind beide.

Wasserburg - Ein Fußweg über das Innwerk - davon träumen viele Wasserburger seit Jahrzehnten. Der neue Eigentümer scheint gesprächbereiter zu sein als zuvor Eon.

Aber: Über das Wehr geht nichts. Als Alternative ist vermehrt die Kapuzinerinsel im Gespräch. Gar zu einladend thront das Innwerk oberhalb der Stadt, Spaziergänger ärgern sich immer wieder darüber, dass ihnen der Weg hinüber verwehrt ist. "Wir als Kraftwerksbetreiber können und dürfen einem Fußgängerübergang unmittelbar über das Kraftwerk aus Sicherheitsgründen nicht zustimmen, weil die Kraftwerksgeometrie hierfür nicht konzipiert wurde", erklärt Eveline Fitzinger, Sprecherin des Verbundes. Der Verbund beteilige sich aber sowohl an der Suche nach Lösungen als auch gegebenenfalls an der Finanzierung.

Umweltminister Dr.Marcel Huber, seit Jahren Verfechter einer umweltverträglichen touristischen Nutzung der "attraktiven Flusslandschaft" des Inns, hält nach eigener Aussage einen Überweg über die Kapuzinerinsel für wesentlich wahrscheinlicher als eine zusätzliche Querung am Innkraftwerk.

Teuer werden beide Varianten. Für einen zusätzlichen Steg am Innkraftwerk gab es bereits Planungen. Je nach Art der Ausführung kostet dieser zwischen 1,6 und deutlich über zwei Millionen Euro. Für eine Fußgängerbrücke über die Kapuzinerinsel gibt es bisher keine belastbaren Zahlen. "Das wurde bisher noch nicht geprüft", erklärt Bürgermeister Michael Kölbl. Laut Mitteilung des Verbundes wird nun geprüft, ein Planer sei beauftragt, der eine Variante über de Kapuzinerinsel erarbeitet.

Wo sollen die Millionen herkommen? Einen Teil müsste sicher die Stadt übernehmen. Ein weiterer Teil käme vom Verbund. Denn der hat im Mai vergangenen Jahres eine Vereinbarung mit dem Freistaat geschlossen über die Regelung des "Heimfalls" der Wasserkraftwerke. "Heimfall" ist ein Bregriff aus dem Erbbaurecht und besagt, dass das Eigentum an einem Grundstück vor dem geregelten Ablauf des Vertrages an den Grundbesitzer zurückfällt. In dieser Heimfallregelung hat sich der Verbund verpflichtet, innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Vielzahl an Maßnahmen "zur Verbesserung der Gewässerökologie und Fischdurchgängigkeit sowie der Infrastruktur entlang des ganzen Inns vorzunehmen", so Eveline Fitzinger. Rund 20 Millionen Euro soll der Verbund nach Informationen aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zahlen, gut die Hälfte davon ist bereits für Umweltprojekte reserviert. Wie groß der Anteil für Infrastrukturprojekte an den verbleibenden Millionen ist und wie groß wiederum daran der Anteil für Innübergänge, das dürfte nicht bis auf den letzten Euro feststehen. "Den gesamten Anteil werden wir wohl kaum bekommen, denn es haben auch andere Gemeinden Interesse angemeldet", so Kölbl. Darunter auch Gars.

Umweltminister Dr.Huber hat öffentlich zugesagt, bei der Suche nach weiteren Mitteln behilflich zu sein. Eine Möglichkeit könnten Fördermittel für die Erschließung des Inntalradweges sein. Der Inntalradweg ist seit Jahren ein Lieblingskind Hubers. Der vom Umweltminister angebotene Termin mit Bürgermeister Michael Kölbl und Landrat Josef Neiderhell zur Eruierung weiterer Finanzierungsmöglichkeiten ist ausgemacht, Mitte März setzt man sich zusammen.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser