Überholmanöver kostet 2000 Euro Strafe

Isen/Dorfen - Saftiger Denkzettel für rücksichtsloses Überholen: Ein Isener muss 2000 Euro Geldauflage zahlen und ist acht Monate seinen Führerschein los.

Knapp an einer Katastrophe vorbei schrammten die Beteiligten des Geschehens Mitte August 2010 auf der Staatsstraße 2086 bei Hampersdorf: Mit seinem 45-PS-Polo setzte der 20-jährige Angestellte am Ortsausgang in Richtung Dorfen trotz Gegenverkehrs zum Überholen eines vor ihm fahrenden BMW mit Anhänger an. Nur weil sowohl der Fahrer des Gespanns als auch der entgegenkommende Fahrer ihre Autos stark abbremsten, wurde ein folgenschwerer Unfall verhindert.

Wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung wurde der 20-Jährige vom Jugendrichter zu einer Geldauflage von 2000 Euro und einem Führerscheinentzug von zwölf Monaten verdonnert. Der Jugendrichter hatte in seinem Urteil festgestellt, dass der Angeklagte rücksichtlos überholt habe. Der Isener ging in Berufung.

Vor der kleinen Jugendkammer des Landgerichts Landshut wandte sich sein Verteidiger gegen den Vorwurf der Rücksichtslosigkeit. Zum Geschehen sagte der Angeklagte, er habe den Gegenverkehr erst gesehen, als sich sein Polo bereits auf Höhe des BMWs befunden habe. Da habe er bereits eine Geschwindigkeit von rund 100 Stundenkilometer gehabt, deshalb den Überholvorgang beendet: "Ein bisserl knapp war es schon", so der Isener. Eine Vollbremsung habe aber keiner der anderen Fahrer hinlegen müssen.

Von einer Vollbremsung wollte auch der überholte Autofahrer nicht sprechen. Er habe "hart gebremst". Der entgegenkommende Pkw habe ebenso "hart" gebremst.

Der Verteidiger des 20-Jährigen räumte ein, dass sich sein Mandant nicht adäquat verhalten habe. Allerdings habe er sich keiner Straßenverkehrsgefährdung schuldig gemacht, er habe nicht rücksichtlos gehandelt. Deshalb sei er nur wegen einer Ordnungswidrigkeit zu belangen.

Das sahen Staatsanwalt Clemens Albert, der beantragte, die Berufung zu verwerfen, und die Jugendkammer, die diesem Antrag entsprach, anders. Allerdings verkürzte das Gericht die Sperrzeit auf acht Monate. In der Begründung stellte Richter Theo Ziegler fest, dass der Straßenverlauf jegliches Überholmanöver verbiete, zumal mit einem 45-PS-Fahrzeug, das geraume Zeit brauche, bis es auf "Touren" komme. Allein das reiche für eine "Rücksichtslosigkeit" im Sinne des Gesetzes aus.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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