Ulrich Bauer ist Ehrenbürger

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Ulrich Bauer (links) hört aufmerksam zu, als Bürgermeister Michael Kölbl die Urkunde verliest, mit der Bauer zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde.

Wasserburg - Die Stadt hat einen Ehrenbürger mehr: Seit Dienstag gehört Ulrich Bauer, neben Dr. Martin Geiger und Toni Meggle zu Wasserburgs exklusivstem Kreis.

Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Auszeichnung, die eine Kommune vergeben kann - und die Stadt Wasserburg geht damit traditionell sparsam um. So ist Ulrich Bauer aktuell neben Dr. Martin Geiger und Toni Meggle der dritte Ehrenbürger.

Besondere Verdienste um die Stadt sind laut Bayerischer Gemeindeordnung die Voraussetzung für die Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Die habe Ulrich Bauer, da sei sich der Stadtrat einig gewesen, so Bürgermeister Michael Kölbl. Und das gleich in mehrerlei Hinsicht: Als erfolgreicher Unternehmer, großzügiger Unterstützer und Förderer im caritativen, kulturellen und sportlichen Bereich und nicht zuletzt als langjähriger Stadtrat.

1972 übernahm Bauer die Molkerei-Leitung

1972 übernahm Ulrich Bauer, nach der plötzlichen schweren Krankheit des Vaters, die Molkerei mit damals 200 Mitarbeitern. Damit begann eine "sehr erfolgreiche Epoche", so Kölbl, bis heute wuchs die Molkerei Bauer auf 600 Mitarbeiter in Wasserburg, 1000 in Deutschland. Allein in Wasserburg werden pro Jahr 200 Millionen Kilo Milch zu Joghurt, Käse und mehr verarbeitet. Deutschlandweit macht die Molkerei Bauer eine Milliarde Euro Umsatz.

Angesichts dieser Zahlen dürfe man nicht vergessen, so Kölbl, dass 600 Mitarbeiter und 850 Milchlieferanten in der Region auch heißen, dass 600 und 850 Familien vom wirtschaftlichen Erfolg der Molkerei abhängen. Dazu habe Bauer auch durch die Investitionen im Betrieb Geld in der Stadt und der Region gelassen.

Traditionell ist Bauer sozial engagiert, unterstützt immer wieder die verschiedensten Gruppen und Vereine in der Stadt und darüber hinaus. Zudem ist Bauer als Sponsor im kulturellen Bereich engagiert, unterstützte den Arbeitskreis 68 ebenso wie den Bachchor oder die "musikalischen Samstage". "Und die Wasserburger Basketball-Damen wären ohne den Großsponsor Bauer nicht fünfmal in Folge deutscher Meister und dazu noch einige Male Pokalsieger geworden", so Kölbl. Mittlerweile kümmert sich Bauer um den Basketball-Nachwuchs, sorgt für ein gutes Fundament der ersten Mannschaft.

Bis 2001 Mitglied im Stadtrat

Von 1972 bis 2001 war Ulrich Bauer Mitglied des Wasserburger Stadtrates, sechs Jahre lang auch Fraktionsvorsitzender der CSU. Er habe sich trotz der beruflichen Belastung immer Zeit genommen für das kommunalpolitische Ehrenamt, so Kölbl, habe ausgesprochen engagiert als Stadtrat für seine Heimatstadt gearbeitet und sei dennoch in seinen Äußerungen und Argumenten sachlich und nüchtern geblieben. Es habe ihn schon verblüfft, so der Bürgermeister, dass Ulrich Bauer selber der Auffassung sei, er habe in der Zeit als Stadtrat am meisten für Wasserburg bewirkt.

Da er einen ausgeprägten Hang zur Selbstkritik habe, sei er von Kölbls Anruf hin- und hergerissen gewesen, bekannte Ulrich Bauer, und habe sich überlegt, was er getan habe, um diese Ehrung zu verdienen.

In den Familienbetrieb, die Molkerei, sei er hineingeboren worden, so Bauer, den möglichst erfolgreich zu führen habe er als selbstverständlich betrachtet. Sponsoring in Kultur oder Sport könne man letztlich auch als Werbung sehen. "Soziale und caritative Betätigung sehe ich als Pflicht eines wohlhabenden Bürgers."

Die Stadtratsarbeit aber, die habe ihm einiges abverlangt und habe ihn immer fasziniert. Das zeitliche Opfer habe nicht nur er bringen müssen, so Bauer, sondern vor allem auch seine Frau Edith, die oft auf ihn verzichten musste, ihm aber nicht nur da den Rücken freihielt und ihn mit ihrem diplomatischen Geschick unterstützte.

Die Milchwirtschaft, die habe er von Kindesbeinen an miterlebt, das Stadtratswissen habe er oft mühsam erlernen müssen, gab Bauer zu. Er habe in seiner Zeit als Stadtrat manch deftige Niederlage eingesteckt, erinnerte sich Bauer schmunzelnd, sei aber immer mit viel Elan dabei gewesen und bis heute höchst interessiert.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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