Fehlbetrag bei den Sozialversicherungs-Abgaben

Landkreis - Strittige Abrechnungsmodalitäten führten zur Insolvenz der beiden GmbHs von Andreas Büscher. Auch zwei Gastronomiebetriebe im Landkreis sind betroffen.

Strittige Abrechnungsmodalitäten führten für Andreas Büscher, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes im Landkreis Miesbach, zur Insolvenz seiner beiden GmbHs. Betroffen sind davon insgesamt sechs Gastronomiebetriebe, darunter einer in Kolbermoor und einer in Tuntenhausen (siehe Artikel: "Die Betten werden neu verteilt..."). Während es für letzteren Betrieb schon einen Nachfolgepächter gibt, steht die Kolbermoorer Gaststätte derzeit zum Verkauf.

Zu den Insolvenzen kam es, weil die Zollbehörde einen Fehlbetrag von 740000 Euro bei den Sozialversicherungsabgaben ermittelt haben will. Büscher leitete als Geschäftsführer in den vergangenen Jahren zwei GmbHs. Darin sind neben Betrieben in Weyarn, Neukirchen und Bad Tölz auch das Hotel Landgasthof "Zur Post" in Mitterhart (Kolbermoor) und das Bräustüberl in Maxlrain (Tuntenhausen) aufgeführt.

Wie es zur Insolvenz kam, kann Insolvenzverwalterin Birgitt Breiter, zuständig für eine der betroffenen GmbHs, nur teilweise beantworten: "Es gab rechtliche Streitigkeiten bei Steuerangelegenheiten mit dem Finanzamt", erklärte sie gegenüber unserer Zeitung. Knackpunkt seien Zahlungen, die als beitragsfreie Sonn- und Feiertagszuschläge deklariert waren.

Für Breiter wichtig: Keiner der Mitarbeiter aus den geschlossenen beziehungsweise wegen auslaufenden Pachtvertrags "zurückgegebenen" Betrieben wurde gekündigt. "Sie sind in die bestehenden Gaststätten integriert worden und bilden auch künftig mein Team", erklärte Büscher gegenüber unserer Zeitung. Er blicke zudem optimistisch in die Zukunft und gehe davon aus, dass "die Sache gut für mich ausgehen wird."

Pachtverträge beendet

Schließlich habe ihm ein Konkurrent übel mitgespielt und die Behörden angeregt, seine Betriebe auf Unregelmäßigkeiten zu prüfen, erklärte Büscher zu der Causa. Das letzte Wort zu den Vorwürfen des Finanzamts hat nun die Wirtschaftsstrafkammer München. Wann es aber dort zu einer Verhandlung kommt, steht noch nicht fest.

Zweiter Insolvenzverwalter Severin Kiesl, zuständig für die Kolbermoorer und Tuntenhausener Betriebe, setzt darauf, dass diese beiden Gaststätten auch künftig gut laufen. Erfolgreich - mit Überschuss - und korrekt habe man nach zehnjähriger Kooperation den Maxlrainer Betrieb zum auslaufenden Pachtvertrag an den Eigentümer, die Brauerei Maxlrain, zurückgeben können. Das Tuntenhausener Unternehmen beabsichtigte, in das Gebäude zu investieren und sich mit einem neuen Konzept für die Zukunft zu rüsten.

"Dies war mit Büscher aber nicht möglich, da er in seiner derzeitigen Situation die finanziellen Mittel nicht aufbringen kann", so Kiesl gegenüber unserer Zeitung. Seit kurzem leiten die neuen Pächter das Maxlrainer Bräustüberl. "Wir sind mit der neuen Partnerschaft sehr zufrieden", erklärte Brauereidirektor Roland Bräger.

Der Pachtvertrag für das Kolbermoorer Hotel zwischen Büscher und der Brauerei GmbH wurde ebenfalls beendet. Die Zukunft des Betriebs ist aber derzeit noch ungewiss. Man steht laut Bräger in Verhandlungen und will das Objekt verkaufen.

Bei den vier Gaststätten im Oberland wiederum sind ebenso die Pachtverträge ausgelaufen, teils konnte man sich aber auch "hinsichtlich geplanter Umbauten und neuer Konzepte" auf keine weitere Partnerschaft mit den Eigentümern einigen.

Fall beschäftigt auch Rosenheimer Justiz

Geöffnet sind von den vier Betrieben nur noch das Hotel Landgasthof "Alter Wirt" in Weyarn (der Eigentümer sucht einen neuen Pächter) und das Tölzer Kurhaus. Letzteres läuft auch künftig unter der Führung Büschers weiter. Zudem betreibt er ab 1. März das Lokal Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn (Kreis München).

Vor dem Schöffengericht Rosenheim hatte sich indes einer seiner Gastronomieleiter wegen der Vorwürfe des Finanzamtes und strittigen Zahlungen zu verantworten

Silvia Misch/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser