Umstrittenes Projekt

Obing - Ausführlich beschäftigte sich der Obinger Gemeinderat mit dem umstrittenen Vorhaben von Barbara Irl, in dem zu Obing gehörenden Weiler Landertsham eine Trockenbiogasanlage zu errichten.

Die Ablehnung des Bauantrages durch den Gemeinderat ist allerdings nicht endgültig. Vielmehr soll dem Landratsamt die Möglichkeit gegeben werden offene Fragen vor allem hinsichtlich des Standortes abzuklären. Nach der Stellungnahme der Fachstellen wird das Vorhaben erneut im Gemeinderat behandelt.

Barbara Irl erklärte in einer Tischvorlage für den Gemeinderat, sie sehe in der Errichtung der Trockenbiogasanlage mit einem Blockheizkraftwerk mit 100 KWp elektrischer Leistung und 270 Kilowatt Gesamtfeuerungswärmeleistung einen Beitrag zur Versorgung des Landkreises Traunstein mit regenerativen Energien und gleichzeitig eine Möglichkeit zur Weiterführung des von ihren Eltern übernommenen landwirtschaftlichen Betriebes. Die Fermentationsanlage werde gasdicht gebaut, das Generatorenhaus schallgedämmt, so dass keine nennenswerten Geruchs- und Geräuschemissionen zu erwarten seien. Die Anlage solle ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb versorgt werden.

Letzteres bezweifelten die Landertshamer Anwohner, die in einem Schreiben dem Gemeinderat ihre ablehnende Haltung mitteilten, da sie eine massive Geruchs- und Lärmbelästigung und damit eine Minderung ihrer Lebensqualität befürchteten. Die Lagerung des genutzten Substrats sei überhaupt noch nicht geklärt. Die Kritik der Nachbarn Barbara Irls richtete sich gegen den Standort und vor allem die Größe der Anlage, die in ihren Augen nicht mehr als untergeordnete Einheit des landwirtschaftlichen Betriebes gewertet werden kann, sondern ein gewerbliches Kraftwerk darstellt. Dafür sei unter anderem eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig.

Der Bauausschuss wurde auf Antrag von Fanny Mayer beauftragt, den geplanten Standort und weitere mögliche Standorte zu begutachten und eine bestehende Trockenbiogasanlage im Gemeindebereich Seeon zu besichtigen. Außerdem erwartet der Gemeinderat von der Bauwerberin, dass die Endlagerstätten in die Planung zur Antragstellung aufgenommen werden.

igr/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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