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Wirklich schön ist die Wasserburger Altstadt - abgesehen von diesen Bildern.

Wasserburg - Ein letzter Zug an der Kippe und dann... Viele Raucher verstehen die Hinterlassenschaften ihrer Sucht offensichtlich nicht als Abfall.

Die Mitarbeiter der Stadtreinigung können sich nur wundern, dass viele Raucher die Hinterlassenschaften ihrer Sucht offensichtlich nicht als Abfall verstehen. Rezept dagegen gibt es vorläufig keines.

365 Tage im Jahr ist ein Bauhofmitarbeiter ab 4 Uhr mehrere Stunden in der und rund um die Altstadt unterwegs, um die Papierkörbe zu leeren, die schlimmsten Abfälle zu beseitigen und die gute Stube der Stadt ansehnlich zu halten. Gegen die Zigarettenkippen allerdings hilft dies nichts. Nur die wenigsten davon werden nämlich "geordnet" entsorgt.

So sieht Bauhofleiter Guido Zwingler bei seinen Kontrollgängen immer wieder das gleiche Bild: Vor allem rund um die Bänke, aber auch an einigen anderen neuralgischen Punkten sammeln sich die Zigarettenreste an. Ein wenig besser sei es vielleicht geworden, seit dort zu den Papierkörben zusätzliche Aschenbecher montiert wurden, so Zwingler. Trotzdem muss er sich weiterhin ärgern: "Ein benutztes Taschentuch würden die meisten ja auch nicht einfach wegschmeißen." Warum also Raucher, die ihre Zigaretten beispielsweise in kleinen Döschen ausdrücken und entsorgen, die große Ausnahme sind, bleibt ihm unverständlich. Selbst die "Gully-Entsorgung" sieht er schon als Fortschritt, auch wenn sich dort die Kippen genausowenig in Luft auflösen wie anderswo.

Ein Problem der Reinigung ist, dass auch die Kehrmaschine nicht wirklich hilft. Denn auf dem Kleinsteinplaster befördert sie die Glimmstengel meist in die Fugen. Gottseidank gebe es zumindest einige Anlieger und Lokale, die ihre Flächen gründlich reinigen - und natürlich den stadtbekannten Saubermann Heinz. Denn: "Wir könnten sicher täglich jemanden zwei bis drei Stunden nur mit den Kippen beschäftigen. Das können wir uns nicht leisten", so der Bauhofleiter.

So sah das auch der Umweltausschuss, der sich vor einiger Zeit mit dem Thema beschäftigte. Neben den zusätzlichen Aschenbechern, die inzwischen hängen, will er beispielsweise die Gastronomie und den Wirtschaftsförderungsverband zur Mitarbeit auffordern. Besonders trifft dies die Straßencafés. Dort soll künftig mit der Sondernutzung auch eine Reinigungsverpflichtung festgelegt werden.

Die gilt ja eigentlich für alle Anlieger: Mindestens einmal im Monat müssen sie nach der Reinigungssatzung der Stadt den Gehweg oder einen entsprechende Straßenstreifen vor ihren Gebäuden sauber machen. Doch das ist graue Theorie. Und auch das grundsätzliche Verbot von Einwegverpackungen greift angesichts der vielen Kaffeebecher, die von den Bauhofmitarbeitern eingesammelt werden, offensichtlich nicht wirklich.

Hier diskutierte der Umweltausschuss gar über eine Pfand oder eine Art Bonussystem für Rückläufer. Guido Zwingler ist da skeptisch. "Wahrscheinlich würde nur ein echtes Bußgeld was helfen." So wie in Singapur: Kippen oder Bonbonpapier auf die Straße zu werfen, kostet dort 1000 Singapur-Dollar (etwa 500 Euro) Strafe. Für Dosen oder Papiertaschentücher, die nicht in der Tonne landen, ist sogar das Doppelte fällig. Dass seit einigen Jahren überhaupt wieder Kaugummis verkauft werden dürfen, gilt dort schon als Lockerung.

Wenigstens mit denen hat der Wasserburger Bauhof kaum Probleme. Offensichtlich kleben die ausgespuckten Kaugummireste auf dem Granit nicht fest. Zwingler: "Da schaut es in mit Betonplatten gepflasterten Städten viel schlimmer aus."

Karl Königbauer

Quelle: rosenheim24.de

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