Unmut wegen Kanal und Tetrafunk

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Soyen - Erhitze Gemüter gab es in der Bürgerversammlung in Teufelsbruck. Grund für den Unmut: der Kanal und der Tetrafunk.

Zur Ortsteil-Bürgerversammlung mit den Teufelsbruckern kam im Schnitt je ein Vertreter der 32 Haushalte des Soyener Orts, alle Zuhörerplätze waren belegt, alle interessieren sich für die Sanierung und Neubau der veralteten, zum Großteil auf Privatgrund verbauten Kanalisation. Und es ging um die Aufstellung eines Mastes für den Behördenfunk, den "Tetrafunk".

Beide Punkte stießen zunächst bei der Versammlung nicht auf sehr viel Gegenliebe.

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Zunächst erklärte ein Ingenieur die zwei Alternativen für die Kanalisation. Es käme eine Neuanlage mit zentralem Hauptrohr auf dem öffentlichem Bereich der Straße oder eine Sanierung der vielverzweigten Altrohre durch das sogenannte "Inliner-Verfahren" in Frage. Die notwendigen Investitionskosten schätzte er auf 276.000 Euro, im Falle einer Sanierung wäre die Ausgabe bei etwa 258.000 Euro anzusiedeln. Zusätzlich kämen noch Kosten für den Klärteich sowie einer Schmutzwasser- und Regenwasserkanaltrennung in Höhe von 220.000 Euro auf die Gemeinde zu, oder alternativ dazu ein neues Doppelpumpwerk mit Anschluss an die Kanalisation Mühlthal- Pichl. Diese Variante soll laut Schätzung um die 270.000 Euro kosten.

Nicht die Auffassung der Bewohner teilte die Gemeinde, wonach die Kanalanlagen aus dem Jahre 1938 mit der derzeitigen "Gültigkeit" des Wasserwirtschaftsamtes bis 2007 und Verlängerung bis 2011, rechtmäßig der Gemeinde Soyen gehörten. Die Verrohrung ist zum Großteil unter den Häusern auf Privatgrund verlegt.

Viel Unmut rief die Ungewissheit der bevorstehenden Kosten hervor. Hingegen bezifferte Bürgermeister Karl Fischberger die Kosten bei der Neuanlagen-Variante auf "die üblichen 13,50 Euro pro Quadratmeter" laut Satzung, sowie die jeweiligen Kosten für die Zuleitung zum Haus hin. Viele müssten dafür zusätzliche Hebeanlagen beziehungsweise Pumpen einbauen, "sehr aufwändig und teuer für die Hausbesitzer", kritisierten Betroffene. Bemängelten die Teufelsbrucker Bürger insbesondere auch eine vorherige Ortsbegehung und die fehlende Kenntnis über die speziellen Gegebenheiten innerorts. Das soll nun nachgeholt werden. Trotz aller Kritik mussten die Betroffenen jedoch letztendlich einsehen, dass in Anbetracht aller Tatsachen ein Neubau der veralteten Kanalkonstruktion das sinnvollste Verfahren sei und stimmten dafür.

Für viele unerwartet kam dann noch ein zweiter Tagesordnungspunkt auf den Tisch: Teufelsbruck soll ab 2012 Standort für den Behördenfunk werden. Vorherige Absprachen mit dem Grundstückseigentümer "VERBUND" seien getroffen, die Auswahl des Standortes bereits festgelegt. Neben dem österreichischen Innwerksbesitzer "Verbund" soll nun außer "Eon" auch die Gemeinde Soyen als Nachbar dem Bauantrag zustimmen.

Für die Regierung von Oberbayern erläuterte Werner Wagner, dass der 45 Meter hohe Sendemast auf der Höhe des Umspannwerkes der Innkraftwerke vorgesehen sei. Damit befürchten die Teufelsbrucker, direkt der Strahlung des sehr umstrittenen Tetrafunks ausgesetzt zu sein. Ihre Siedlung liegt oberhalb der Schaltwerke. Ein alternativer Standort weiter oben am Berg wurde vorgeschlagen, soll aber nicht das "Funkloch" zwischen weiteren Sendemasten decken.

Unmissverständlich äußerten die Zuhörer ihren Ärger über dieses "Überraschungsei" zum Ausgang der Sitzung, während intern im Gemeinderat weiterdiskutiert wurde. Bürgermeister Fischberger bedauerte, dass bei der Entscheidungsfindung die Gemeinde nicht berücksichtigt worden sei, auch sie sei erst vor zwei Wochen durch eine Baugenehmigung von Oberbayern in Kenntnis gesetzt worden.

Beschlüsse zu der Abwasseranlagenerneuerung sowie zu der Baugenehmigung für den "Tetra-BOS-Funk"- Standort Teufelsbruck folgen in der nächsten Gemeinderatssitzung.

mbe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa/je

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