Unruhige Welt: Wohin reisen?

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Ganz so entspannt wie auf diesem Katalog ist das Reisen nach Ägypten derzeit zwar vielleicht nicht, am Roten Meer läuft der Tourismus aber wieder an.

Wasserburg - Überschwemmungen in Australien, Erdbeben in Neuseeland, Unruhen in Tunesien und Krieg in Libyen, Revolution in Ägypten. Und nun auch noch Japan: Die reisefreudigen Deutschen werden derzeit kräftig verunsichert.

Das Auswärtige Amt warnt dieser Tage vor "Aufenthalten im Krisengebiet der Insel Honshu": Von nicht erforderlichen Reisen nach Japan werde abgeraten. Deutsche Reiseveranstalter haben ihre Reisen dorthin bereits bis mindestens Ende März abgesagt.

Japan ist keineswegs ein Massenziel: 124.000 Deutsche bereisten es laut Japanischer Fremdenverkehrszentrale im letzten Jahr, darunter viele Geschäftsreisende. "Doch Japan ist im Kommen", ist Jutta Mauritz vom Reisebüro am Marienplatz überzeugt.

Oder besser war: Ob der Inselstaat, der preislich in einer hohen Liga spielt, weiter Ziel bleibt, ist derzeit offen. Private Reisen dorthin seien vornehmlich Kultur- und Studienreisen gewesen, insbesondere Rundreisen hätten sich großer Beliebtheit erfreut, so die Reiseprofis.

Japan-Reisende haben die Möglichkeit, gebuchte Reisen bis Ende März entweder zu stornieren oder auf andere Ziele umzubuchen, wenn ihnen nicht bereits der Touristik-Veranstalter abgesagt hat; TUI gewährt seinen Kunden sogar bis Ende April ein kostenfreies Rücktrittsrecht.

Die Umsatzeinbußen durch die Absagen der Japan-Reiseveranstalter belaufen sich beim Reisebüro am Marienplatz immerhin auf einen fünfstelligen Betrag, verrät Jutta Mauritz. Alexandra Winter vom Raiffeisen-Reiseservice "kann von Glück sagen", dass sich zur Zeit keiner ihrer Kunden in Japan befindet und bei ihr für die kommenden Wochen auch keine Japanreisen gebucht sind.

Anders verhält es sich mit Ägypten, im Tourismussektor hierzulande eines der wichtigsten Reiseziele: Im vergangenen Jahr reisten 1,3 Millionen Deutsche nach Ägypten. Im Reisebüro am Marienpatz stornierten zwar einige "vorsichtige Kunden" ihre Reise, die Kanaren profitierten davon. Der Tourismus im Land der Pharaonen und Pyramiden erhole sich jedoch relativ schnell: "Seit etwa zwei Wochen läuft Ägypten wieder mit halber Kraft", so Jutta Mauritz.

Rechtlich waren Stornierungen auch nur für Reisen bis Anfang März möglich. Der Badetourismus am Roten Meer war von den politischen Entwicklungen ohnehin kaum betroffen. Reisekauffrau Alexandra Winter weiß von Kunden zu berichten, die im Februar am Roten Meer weilten. Sie hätten von alldem, was sich in Kairo zutrug, nichts mitbekommen.

Zwar seien Badereisen nach Ägypten bei ihr nicht storniert worden, die organisierten Kulturreisen entlang des Nils mussten jedoch bis Ende März gestrichen werden. Die Betroffenen konnten entweder umbuchen oder bekamen ganz einfach ihr Geld zurück.

Wer glaubt, dass Ägypten nun zum "Super-Last-Minute-Tarif" zu haben sei, der irrt jedoch. Die Preise seien nicht urplötzlich gesunken: Reisen zu dieser Jahreszeit seien ohnehin sehr günstig, erklärt Alexandra Winter, da gebe es kaum mehr Spielraum nach unten.

Konkurrent Tunesien wird hingegen weiter mit Vorsicht angefasst. Im Raiffeisen-Reiseservice besteht derzeit keine Nachfrage danach. Zu Stornierungen sei es aber auch nicht gekommen.

Wo soll der nächste Urlaub nun hingehen? Die Malediven sind dieses Jahr im Reisebüro am Marienplatz "so gefragt wie noch nie". Wer nicht ganz so tief in den Geldbeutel greifen möchte, der könnte es auch einmal wieder mit Spanien, des Deutschen zweitliebstes Reiseziel, probieren. Oder er/sie entdecke Platz eins: Deutschland.

Florian Lentner (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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