Kleinster Laden Deutschlands in Unterreit?

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Der kleinste Laden mitten in Unterreit? Mit 15 Quadratmetern durchaus möglich.
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Unterreit - Matthias Loidl führt einen kleinen Laden. Umdrehen kann man sich, ein Einkaufswagen allerdings hat nicht wirklich Platz. Einkaufen klappt nicht immer, die Öffnungszeit ist ganz besonders.

Nur 1 Mal die Woche öffnet Matthias Loidl die Pforte seines Ladens. Der gebürtige Münchner lebt seit 1991 in Unterreit und ist Antiquar.

Doch im Keller hat er etwas geschaffen, das innerhalb weniger Monate, unter Feinschmeckern zum Geheimtipp wurde und keineswegs angestaubt daherkommt: Einen Feinkostladen, der es in sich hat.

Auf grade mal 15 Quadratmetern bekommt der Kunde allerlei Leckeres und Gesundes. Müsli, Backzutaten, Marmelade, besondere Öle und Edelbrände, Meersalz aus Afrika, und weitere Lebensmittel, die gezielt ohne Zusatzstoffe angeboten werden können. Und dann gäbe es auch noch so manche Delikatesse aus der Frischetheke, wie eine Kurzführung durch den Laden verrät. „Auch auf dem Land legen die Menschen Wert auf gute, gesunde und besondere Lebensmittel“, zeigt sich Loidl überzeugt. „Der Kundenstamm entwickelt sich gut, teilweise kommen Feinschmecker von weiter her, um bei mir einzukaufen“, freut sich der Ladenbesitzer.

Die Liste der Delikatessen ist reichhaltig: Den spanischen Schinken Pata Negra, der als einer der besten Schinken der Welt gilt, können die Kunden beispielsweise erstehen, außerdem stehen weitere Schinken- und Salamiköstlichkeiten mit Seltenheitswert im Angebot. Beim Thunfisch hat sich Loidl darauf spezialisiert, dass er solchen verkauft, der Tradition hat und ohne Einsatz von Treibnetzen gefangen wird.

Deutschlandweit lässt er die Konkurrenten hinter sich was die Öffnungszeit oder die Ladengröße anbelangt. Lediglich ein Teeladen in Spandau hat eine noch kleinere Verkaufsfläche mit gerade einmal fünf Quadratmetern. Bislang sind in der Region keine Tante Emma– Läden, geschweige denn Feinkostläden bekannt, die kleiner sind oder noch weniger lange aufhaben, wie der Laden in Unterreit.

„Immer nur am Donnerstag von 17 bis 20 Uhr habe ich meinen Backhausladen offen und freue mich über die Kundschaft, die sich dann Zeit für einen Einkauf bei mir nimmt“ berichtet Loidl glücklich. Im November möchte er mit seinem Backhausladen auch online gehen. „Ein Onlineshop mit meinen Produkten aus dem Laden ist mein nächstes Ziel“, gibt Loidl einen Ausblick auf seine Zukunft.

Brotduft aus dem Backhäusl

Der Backhausladen, den Matthias Loidl seit wenigen Monaten betreibt, ist schon allein wegen der minimalen Größe und der geringen Öffnungszeit etwas Besonderes.

Doch der langjährige Antiquar hat noch ein ganz spezielles Hobby, das ihm zunehmend großen Spaß macht und dem Laden seinen Namen gab. Weil er so gerne backt, werden seine Nachbarn und Freunde alle zwei Wochen mit frischem Brot beglückt.

Rund 200 verschiedene Brotsorten hat Matthias Loidl schon ausprobiert, alle mit besten Zutaten. „Mir ist es wichtig, dass ein Brot besonders gute Zutaten vereint, darum verwende ich oft auch alte, teils in Vergessenheit geratene Getreidesorten, das Mehl kommt aus einer Mühle aus der Region“, erklärt Loidl im Gespräch mit der Redaktion. Schon mit 16 Jahren hat er angefangen, für seine Familie zu backen und dabei auf biologische Produkte geachtet. Nach etlichen Jahren Pause geht er diesem Hobby wieder nach.

Matthias vor seinem gemauerten Backhäusl.

Schon bei der Ankunft zum Interview kam uns der Duft von frischgebackenem Brot entgegen. „Ich backe nicht einfach so in einem Backofen, sondern in einem Backhaus“ zeigt Matthias Loidl uns seinen Schatz im Garten. Ein selbst gemauertes Backhäusel, wie es in Österreich oft zu finden ist. „Schon allein das errichten des Mauerwerks hat mir großen Spaß gemacht, und erst Recht das Backen ist ein schönes Erlebnis“, so Loidl. Der 50-Jährige gibt Backseminare, die Teilnehmer lernen hier, wie aus ursprünglichen Zutaten die leckersten Brote werden. „Vier Stunden, bevor das Brot in das Backhaus geschoben werden kann, heize ich an“ erklärt Matthias Loidl. Bei gut 250 Grad wird das Brot dann gebacken, der Duft verbreitet sich im ganzen Garten und das Backhaus an sich ist schon ein echter Hingucker. „Da kann kein Backofen mithalten“ ist sich Loidl sicher.

Zur WM gab es sein Baguette in den Deutschlandfarben, jetzt sind die Nachbarn weiter heiß auf diese Brotsorte und Loidl hat aus dem WM-Baguette ein Deutschlandbaguette gemacht, das nicht nur am Tag der Deutschen Einheit zum Verzehr geeignet sei, witzelt der Hobbybäcker. Dass sein Brot und Baguette schmeckt, kann auch sein Bruder Martin bestätigen. Der wohnt in Frankreich und nimmt kein Blatt vor den Mund: „Das Baguette von Matthias schmeckt mir besser als das bei mir Zuhause in Paris“ erzählt Martin.

Quelle: innsalzach24.de

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