Prozess nach tödlichem Motorradunfall bei Taufkirchen vertagt

Polizistin am Unfallort: "Mir war klar, dass nichts mehr zu machen ist"

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Traunstein/Unterreit – Wer hat Schuld an dem tödlichen Motorradunfall zwischen Peters- und Taufkirchen im August 2015? Zeugen machten Angaben zum Unfallhergang:

UPDATE, 11.15 Uhr: Polizistin am Unfallort hat Erinnerungslücken

Jetzt spricht eine Polizistin der ersten Streife, die am Unfallort war. "Mir war klar, dass bei dem nichts mehr zu machen ist", sagt sie über ihre ersten Eindrücke vom Unfallort zu dem Chopper-Fahrer. Um Dennis D. haben sich ihrer Aussage nach bereits Rettungskräfte gekümmert. "Da war schon so viel los". Es folgten informatorische Befragungen, um sich ein Bild zu machen, was da los war sowie um die Personalien festzuhalten. 

An die genaue Lage der Motorräder und Verletzten könne sie sich nicht erinnern, auch nicht, dass Verschiebungen stattgefunden hätten. Die Richterin hält der Polizistin eine Skizze vor, die von ihr stammen soll. Diese kann die Skizze aber nicht eindeutig als die ihre verifizieren. Daraus ergibt sich für den Beklagtenvertreter offenbar ein Problem. Er stellt den Antrag, den zweiten Streifenpolizisten als weiteren Zeugen zu laden.

Der vom Gericht bestellte Gutachter hat sein abschließendes Gutachten noch nicht vorgetragen, auch nicht der vom Kläger privat beauftragte. Die Sitzung wurde auf einen unbestimmten Termin vertagt.

UPDATE, 11 Uhr - Zeuge: "Plötzlich war keiner mehr da!"

Der zweite Prozesstag beginnt mit weiteren Zeugenbefragungen. Als erstes spricht ein weiterer Fahrer, der in der Gruppe eines der beiden tödlich Verunglückten unterwegs war. Er fuhr als zweiter. "Plötzlich war da keiner mehr da", sagt er und meint damit, dass die restlichen Fahrer auf einmal nicht mehr zu ihm aufgeschlossen hätten. Der entgegenkommender Fahrer und später auch Verunfallte habe eine "gechillte Fahrweise" gehabt. Er selbst habe den Unfall nicht gesehen, so der Zeuge weiter. Dann schildert er seine ersten Eindrücke, als er zum Unfallort kam.

Zu diesem Zeitpunkt hätten zwei andere Fahrer aus der Gruppe bereits begonnen, die Verunglückten von den Motorrädern zu befreien, die Maschinen runter zu ziehen und zu verschieben.

Auch diesen Zeugen bittet die Richterin, eine Skizze anzufertigen. In weiterer Folge berichtet der Zeuge, dass auch die Rettungskräfte weitere Verschiebungen von Dingen wie etwa den Helmen oder Handschuhen vorgenommen hätten. Wie schon bei den vorhergehenden Zeugen geht es auch bei ihm genau darum, nämlich wie und wann wer was verändert hatte.

Eine Stunde sei er an der Unfallstelle gewesen, bis die Verunglückten abtransportiert waren. "Ich stand unter Schock", sagt er. Langsam seien er und die anderen Biker dann anschließend nach Hause gefahren.

Vorbericht zum Prozess am Traunsteiner Landgericht

Es war ein furchtbarer Unfall: Im Sommer 2015 krachten zwischen Taufkirchen und Peterskirchen zwei Motorräder ineinander. Einer der beiden Fahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Der andere erlag nur wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

„Ungerechtigkeit durch Ermittlungspfusch!!!“?

Bei der Familie von Dennis D., einem der beiden tödlich verunglückten Fahrer, entwickelten sich Zweifel an der Richtigkeit der Ermittlungen zu dem schrecklichen Unfall und dem Gutachten dazu. Sie strengte ein zweites Gutachten an. Schließlich kam es zum Prozess, der am Mittwochvormittag vor dem Landgericht Traunstein fortgesetzt wird.

Was bisher geschah:

Die zentrale Frage ist: Welcher der beiden Fahrer war zum Unfallzeitpunkt in einer Kurve auf der anderen Fahrbahn?. Dennis D. war an diesem Tag mit vier weiteren Motorradfahrern unterwegs, jeder auf seiner Maschine. Dennis selbst hatte seine Freundin als Sozia mit auf seinem Krad. 

  • Zunächst sagten drei Zeugen aus, welche von Dennis' Unschuld an dem Unfall überzeugt sind. 
  • Im Anschluss berichteten zwei Ersthelferinnen sowie ein Polizist über ihre Eindrücke vom Unfallort.

Die einzige, welche zum Unfallzeitpunkt dabei war, ist Dennis Freundin. Offenbar immer noch an dem traumatischen Erlebnis leidend, berichtete sie, dass ihr Freund ihrer Erinnerung nach nicht über der Mittellinie und damit auf der gegnerischen Fahrbahn fuhr. Das Gericht ließ alle eine Skizze vom Unfallort anfertigen: 

  • Lage der Motorräder, 
  • Lage der Fahrer, 
  • Spuren von eventuell stattgefunden Verschiebungen im Rahmen der Ersten Hilfe

innsalzach24.de berichtet am Mittwoch zeitnah aktuell vom Landgericht Traunstein.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa/FDL/BeMi/Montage

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