Grundsatz: Nie ohne Erwachsene

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Keineswegs als Buch-Konkurrenz versteht man an der Grundschule Wasserburg den PC-Unterricht.

Wasserburg - Der Umgang mit dem Computer steht mittlerweile auch in den Grundschulen auf dem Programm: Medienkompetenz ist heute unerlässlich.

Wahrscheinlich wird es zu Weihnachten auch das eine oder andere Spiel-Programm oder vielleicht gar einen eigenen PC für Kinder geben. Der Umgang mit dem Computer steht mittlerweile jedenfalls auch in den Grundschulen auf dem Programm: Medienkompetenz ist heute unerlässlich.

Die sogenannte "vierte Kulturtechnik Informationstechnologie" neben Lesen, Schreiben und Rechnen Kinden beizubringen, ist schon lange nicht mehr nur Aufgabe der weiterführenden Schulen: Auch an den Grundschulen hat der Einzug der PCs begonnen - erfolgreich, so stellen die Schulleiterinnen inzwischen fest. Im Wasserburger Umland gehört an den Schulen seit zwei bis fünf Jahren das digitale Medium zum Unterricht, verstärkt in der dritten und vierten Jahrgangsstufe.

An der Tagesordnung ist dabei das Leseprogramm "Antolin", weiterhin gibt es eine Reihe von gut funktionierenden Deutsch- und Mathematik-Lernprogrammen. Auch im Fach Heimat und Sachkunde, für allgemeine Recherchen und sogar für das Zeigen von Filmen werden PCs eingesetzt. Wie gut das Ganze dann in der Praxis funktioniert, ist allerdings abhängig von den PC-Kenntnissen und dem Engagement der Lehrkräfte und deren Stundenbudget.

Die Eltern, so stellen die Schulleiterinnen fest, würden mehrheitlich ausdrücklich begrüßen, dass ihre Sprösslinge dieses Medium auch in der Schule nutzen können - wenn dies pädagogisch aufbereitet und angeleitet ist. Das gilt aber auch daheim: "Nie ohne Erwachsene" rät beispielsweise Schulleiterin Dr. Ulrike Reiter aus Ramsau zum Umgang von Grundschulkindern mit dem PC.

Die Ramsauer Grundschule kann seit Jahren einen PC-Raum mit 15 Computern regelmäßig für Unterrichtszwecke nutzen. Und auch in Pfaffing und Rechtmehring werden Computerprogramme regelmäßig zur Unterrichtsergänzung mit herangezogen. "Das ist einfach der Zeitgeist", so die Pfaffinger Schulleiterin Inge Obermeier.

Zwischen 10 000 und 20 000 Euro rechnet man für etwa 15 Arbeitsplätze, "nicht allzu viel", meint Rechtmehrings Schulleiter Gerhard Borack. Dort wurden Laptops gespendet und seit einem Jahr sind zwei PC-Räume eingerichtet. "Zum Glück", so Borack, gibt es in Rechtmehring an der Schule zwei Systembetreuerinnen und eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft PC, die sich beispielsweise um die Schu-Homepage kümmert. So lernten die Kinder dazu und könnten ihr Wissen gleich nutzbringend anwenden.

"Der PC kann durchaus mehr sein als eine Sucht fördernde Spielkonsole", sagt der Schulleiter, dem es ein Anliegen ist, den tatsächlichen Nutzen des "Arbeitsmittels Computer" zu vermitteln. Leider seien die dafür verfügbaren Lehrerstunden immer an die Schülerzahl gekoppelt, sodass vor allem Schulen mit hohen Schülerzahlen profitierten.

In Rott haben die Schüler "viel Spaß im PC-Unterricht", stellt Schulleiterin Inge Schwörer fest. Neben Antolin gebe es in Rott mehrere Lernprogramme, die genutzt werden, ohne "online" zu sein. Auch in Wasserburg hat die Grundschule 14 PC-Arbeitsplätze. Schulleiterin Christa Fiedler hebt hervor, dass in der Ganztagesklasse zusätzlich ein PC-Kurs angeboten wird, in dem etwa Grundkenntnisse in Word und der Umgang mit Suchmaschinen gelehrt werden. Die halbe Klasse nimmt daran teil.

Wer übrigens meint, das Lesen käme wegen PCs in der Grundschule zu kurz, irrt: Passend zu "Antolin" werden in Wasserburg auch Bücherkisten an die Klassen ausgegeben. Und die Leherer haben die Erfahrung gemacht, dass der Einsatz moderner Medien bei Kindern eher lesefördernd ist, da regelmäßig Fragen zu den Büchern mithilfe des Leseprogrammes beantwortet werden müssen. Lesefleiß wird hier mit Punkten belohnt.

Nicht im Unterricht, aber mit einem freiwilligen Arbeitskreis gefördert wird der Umgang mit PC in Babensham. Die mit Windows 95 "nicht sonderlich gut ausgestatteten" Computer werden laut Systembetreuer und AK-Leiter Holger Greubel zurzeit nach und nach ausgetauscht. Die Schüler lernen im AK den grundlegenden Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen und üben dabei gleichzeitig für das Fach Deutsch. Außerdem steht auf den über 20 Computern Lernsoftware für verschiedene Unterrichtsfächer zur Verfügung. Momentan nehmen 13 von 21 Schülern aus der jahrgangsgemischten Klasse 3/4 am Computerkurs teil, im zweiten Halbjahr kommen dann die Schüler aus der anderen vierten Klasse zum Zug.

Noch ohne PC auskommen muss die Grundschule Soyen, zum großen Bedauern der Schulleiterin Barbara Münzing-Paech. Doch auch hier tut sich etwas. Der geplante PC-Raum mit etwa 15 Arbeitsplätzen musste wegen Brandschutz- und Renovierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre zurückgestellt werden. Die Einrichtung sei aber in den nächsten Monaten geplant, so der Jugendausschuss-Vorsitzender Hans Hinterberger, der dieses Jahr bereits mit seinen Kollegen die modernen PC-Räume der Reitmehringer Schule in Augenschein nahm.

von Maike Bederna/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser