Kurzfilm: Mangfall als "unterschätzte Gefahr"

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Der Kurzfilm "Gefahren der Mangfall" soll an Schulen aufklären.

Rosenheim - Allen Schulen im Mangfallgebiet steht ab sofort der Aufklärungsfilm über die Mangfall zur Verfügung, der über die Gefahren des Badens im Fluss aufklären soll.

Die Nachrichten schockieren immer wieder aufs Neue: 2009 kam ein Aiblinger Ehepaar bei einem Rettungsversuch für zwei vom Ertrinken bedrohte Jungen in der Mangfall ums Leben. 2010 konnten zwei Wassersportler beim Versuch die Mangfall mit sogenannten „Stand-Up-Boards“ zu bezwingen nur noch tot geborgen werden.

Gleich nach dem Drama vor zwei Jahren, wurden eilig Warnschilder aufgestellt. Die Schilder sollen deutlich auf die Gefahrenstellen – besonders die als Wasserwalzen bekannten Strudel – aufmerksam machen. An Badegäste richtet sich die rote Warnung „Achtung Lebensgefahr!“. Wie jeden Sommer beobachtet werden kann, helfen tun sie nicht.

Jetzt geht das Landratsamt Rosenheim neue Wege: „Mangfall - Unterschätzte Gefahr“, so lautet ein Präventionsfilm, den das Sachgebiet Wasserrecht drehen ließ, um auf die - leider oft genug tödlichen - Gefahren an der Mangfall aufmerksam zu machen. Das 7-minütige Video wurde vor der Klasse 4a der Grund - und Mittelschule St. Georg in Bad Aibling uraufgeführt und steht ab sofort allen Schulen im Mangfallgebiet als Aufklärungsfilm zur Verfügung.

Landrat Josef Neiderhell sieht im Medium Film "eine hervorragende Möglichkeit an Jugendliche heranzutreten, damit über Gefahren zu informieren und zu einem Nachdenken anzuregen". Er dankte bei der Präsentation dem 1. Vorsitzenden der Kreiswasserwacht Christian Förster, der mit Hilfe zahlreicher freiwilliger Wasserwachtler, „in realistischer und eindrucksvoller Weise einen echten Einsatz nachgespielt habe“.

Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller:

O-Ton

Laut dem Bürgermeister von Bad Aibling, Felix Schwaller, werde die Mangfall oft unterschätzt. Der Fluß habe jedoch eine enorme Sogwirkung. Selbst der beste Schwimmer hätte keine Chance da wieder rauszukommen, so Schwaller abschließend. Präsentiert wurde der Film jetzt zum ersten Mal einer vierten Klasse der Grund- und Mittelschule St. Georg in Bad Aibling. Demnächst sollen alle Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim den Film erhalten und einmal im Jahr zeigen.

Im Film spielten gerade noch ein paar Jugendliche am Mangfallufer ausgelassen Fußball. Der Ball fällt ins Wasser und einer der Jungs geht ins Wasser um den Ball zu holen. Doch gerade hier lauert die unterschätzte Gefahr: Der Fluss ist oft nur gut einen Meter tief - doch der Boden ist glitschig und die Strömung an einigen Stellen so reißend, dass ihr selbst erfahrene Schwimmer nichts entgegensetzen können. „Die Mangfall ist ein naturbelassener Fluss. Sie ist keine Badeanstalt, wo Sicherheit herrscht. Jeder, der dort badet und ins Wasser geht, muss sich über die Widrigkeiten der Natur im Klaren sein", mahnt Christian Förster. Im Strudel und Sog eines Walzenwehres wird der Jugendliche wie in einer Waschmaschine durchgeschleudert. Die über die Notrufnummer 112 herbeigerufenen Rettungskräfte können den leblosen Körper und nur unter Beachtung der Eigensicherung letztendlich an Land ziehen und ärztlich versorgen.

Dass der Film aufrüttelt, belegte die anschließende Diskussion mit den Viertklässlern. Kaum einem der Schüler war die Gefahr bewusst, die von diesem oft harmlos wirkenden Gewässer ausgeht. Rektor Helmut Elsner war sich mit Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller und Landrat Josef Neiderhell einig: Wenn nur ein Badeunfall vermieden wird, hat der Film seine Wirkung erreicht.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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