Unterstützung bei Abschied in Würde

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Wasserburg - In Würde sterben zu dürfen, das ist ein Wunsch, der immer mehr in den Vordergrund rückt. Pflegekräfte beschäftigen sich seit Jahren damit, nun wird die Palliativ- und Hospizkultur auf eine breitere Basis gestellt.

Ein würdevoller, möglichst schmerzfreier Tod, den wünschen sich viele Menschen. Das zeigt sich auch daran, dass kaum eine Bildungseinrichtung um Angebote zu Patientenverfügungen und anderen Vorträgen oder Seminaren zu diesem Thema herumkommt. Und in Wasserburg werden seit vielen Jahren Kurse für Hospizhelfer angeboten.

Traditionell mit dem Thema befasst sind naturgemäß die Altenheime. Nicht nur für diese hat der Caritas-Verband der Erzdiözese jetzt ein Aus- und Weiterbildungsprojekt "christliche Hospiz- und Palliativkultur" gestartet und dieses mit einer Million Euro ausgestattet. Aus Wasserburg nehmen das Altenheim auf der Burg, das Caritas-Altenheim im Stadler Garten und die Stiftung Attl teil. "Wenn einem so eine Chance geboten wird, nimmt man die gerne an", so Theresia Meisl vom Caritas-Altenheim.

Ziel des Projektes ist es, sowohl die Pflegekräfte, aber auch die nichtpflegenden Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer im Umgang mit Schwerstkranken, Sterbenden und Schmerzpatienten weiter zu schulen und zu fördern. Auch weil die Krankenkassen hohe Hürden für die Kostenübernahme von Palliativpflege aufgestellt haben. So müsste beispielsweise ein Palliativarzt permanent ansprechbar sein. In Wasserburg schlicht unmöglich, denn es gibt derzeit nur einen, von zwei weiteren in der Ausbildung wissen Theresia Meisl, Irmingard Stöberl von der Burg und Gabriele Schalk von der Stiftung Attl.

Letztere hat, im Gegensatz zu den Altenheimleiterinnen, ein weiteres Problem: Sicher sei in der Stiftung Attl eine positive Haltung zur Hospiz- und Palliativkultur vorhanden, "aber unsere Mitarbeiter brauchen etwas mehr Anstoß, denn der größte Teil unserer Betreuten ist relativ jung, das Thema deswegen nicht so im Vordergrund."

Wobei Irmingard Stöberl betont, dass es nicht nur um Sterbende, sondern auch um akut Schwerstkranke oder chronische Schmerzpatienten wie beispielsweise hochgradige Rheumatiker geht. Gerade Schmerzpatienten könne so ein Krankenhausaufenthalt "erspart" bleiben, ein Team aus Arzt, Pflegenden und Angehörigen bespreche die Diagnose und die Therapie, übernimmt die Betreuung.

Dass sich die Pflegekräfte seit Jahren mit dem Thema beschäftigen, sich über eine bessere Ausbildung freuen, ist verständlich. Fast etwas überrascht hat die Einrichtungsleiterinnen die Motivation der nichtpflegenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum Beispiel in der Verwaltung oder der Hauswirtschaft. "Die sind mit Begeisterung und Engagement dabei und glücklich, dass sie jetzt mit einbezogen werden", sind sich Theresia Meisl und Irmingard Stöberl einig.

Alle drei Einrichtungen wollen bei den Schulungen und Vorträgen, die im Rahmen dieses Projektes vom Caritas-Verband angeboten und auch finanziell unterstützt werden, auch die nichtpflegenden Mitarbeiter sowie Außenstehende - seien es Hospizhelfer, Angehörige, ehrenamtliche Helfer oder die Seelsorger beider Konfessionen - einbeziehen. Wobei sich Schalk, Meisl und Stöberl einig sind, dass diese Schulungen nicht verpflichtend sein können. Denn zur Betreuung Sterbender und Schwerstkranker eigne sich nicht jeder. Es müsse von Haus aus eine gewisse Bereitschaft da sein auf der dann aufgebaut werden könne.

Diejenigen, die sich zu dieser Betreuung in der Lage fühlen, teilen dann vielleicht bald die Erfahrung der drei Einrichtungsleiterinnen, die Theresia Meisl so formuliert: "Wenn man das eine Weile macht, bekommt man sehr, sehr viel geschenkt, was man gar nicht in Worte fassen kann."

Sylvia Hampel/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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