Vandalen zerstören Kunstwerk

+
In 20 Teile zersprungen ist die Elbsandstein-Figur "Lebensformen", die Lidy von Lüttwitz 1954 schuf.

Obing (WZ) - Die "Lebensformen" sind zerborsten: In der Nacht auf vergangenen Samstag haben Vandalen das überlebensgroße Kunstwerk am Obinger Kunstweg zerstört.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Wasserburger Zeitung:

Verlust weit über Materielles hinaus

Lidy von Lüttwitz war eine international anerkannte Künstlerin. Eines ihrer Werke ist nun wohl unwiderbringlich verloren: Die Skulptur "Lebensformen" wurde wie kurz berichtet in der Nacht auf vergangenen Samstag das Opfer von Vandalismus.

Obing - Bürgermeister Hans Thurner ist doppelt betroffen: Als Künstler kann er nicht verstehen, warum die Steinskulptur der 1996 verstorbenen Künstlerin Lidy von Lüttwitz die Aggression der bisher unbekannten Täter auf sich zog. Als Verantwortlicher für den Skulpturenweg schmerzt ihn besonders, dass es eine Leihgabe des Wasserburger Architekten Rudi Kammerl traf.

Momentan befindet sich die Skulptur auf dem Obinger Bauhof. Mit dem Besitzer müsse nun über die Schadensregulierung verhandelt und eine geeignete Werkstatt gefunden werden, so Thurner. Natürlich soll versucht werden, das Kunstwerk wieder zu rekonstruieren. Das werde aber eine schwierige Aufgabe, denn das Kunstwerk war aus einem Stück Elbsandstein gehauen, "die Zerstörung wird also immer sichtbar bleiben", sagt Thurner.

Der Schaden wird auf mindestens 10 000 Euro geschätzt, gehe aber weit über das Finanzielle hinaus. Denn die Skulpturen rund um den Weg sind allesamt Überlassungen, hauptsächlich von den Künstlern selber. So fürchtet Thurner nun um die Leihgaben: "Die Künstler erfahren natürlich auch von der Zerstörung und ziehen möglicherweise Konsequenzen für ihre Arbeiten und künftige Überlassungen."

Über die Motive der Täter kann der Obinger Bürgermeister nur spekulieren. "Auch wenn einem diese Art von Kunst nicht gefällt, muss man sie doch tolerieren können." Und: Unabhängig von Kunst müsse man doch Achtung vor fremden Eigentum haben.

Die Vandalen trieben in der Nacht auf Samstag rund um den Obinger Seeweg ihr Unwesen und beschädigten neben dem Kunstwerk auch noch Straßenpfosten und Hausgärten im Ortsteil Pfaffing.

Drei oder vier Personen seien erforderlich gewesen, um mit großer Gewalt die Figur samt Sockel umzuwerfen, so vermutet Thurner. Bei der Polizei gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine neuen Hinweise.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser