Mehr Charme für Rott

Rott am Inn - Gepflegt, funktionierend und gut erreichbar sei Rott, so ein Fazit einer Experten-Analyse. Einen Kritikpunkt hatten die Profis: Das Dorf habe keinen Charme. Ist das so?

Bürgermeister Schaber appelliert im rosenheim24-Interview an das Engagement der Bürgerschaft.

Anfang nächsten Jahres starten die Arbeitskreise.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Viel geboten - aber der Charme fehlt

Gepflegt, funktionierend und gut erreichbar sei Rott, so ein Fazit der Bürgerbefragung zur Ortsentwicklung. Einen Kritikpunkt hatten die Profis: das Dorf habe keinen Charme.

Rott - 850 Adressaten waren angeschrieben worden für eine Umfrage zu Wohnsituation, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangeboten oder kulturellen Angeboten. Über 500 haben geantwortet, was eine sehr gute Rücklaufquote von fast 60 Prozent ist. Das allein zeige, wie wichtig den Rottern ihr Ort ist, sagte Bürgermeister Marin Schaber in seiner Eröffnungsrede zum Informationsabend über die Umfrageergebnisse.

Mit der Ortsanalyse und Auswertung wurde die GEO-PLAN Stadt- und Regionalentwicklung aus Bayreuth beauftragt. Deren Vertreter, Diplom-Geograf Reinhard Hutzelmann, Dr. Robert Leinen und Andreas Hacke, präsentierten die Umfrageergebnisse. Voran stellten sie eine Analyse der örtlichen Begebenheiten.

So weist Rott eine kontinuierliche Bevölkerungssteigerung auf. Es besteht eine hohe Beschäftigung im produzierenden Gewerbe. Doch gehe prozentual das Arbeitsplatzangebot zurück und der Auspendlerüberschuss steige an. Rott weist eine kompakte Ortsmitte auf, Barrieren sind die Hangkante und die Bahnlinie. Es gebe jedoch vieel Potenzialflächen im Ortsbereich, die noch genutzt werden könnten.

Nicht nur zuhören, auch arbeiten war gefragt bei der Präsentation der Ergebnisse der Bürgerbefragung zur Rotter Ortsentwicklung.

Der Tourismus sei bescheiden und passe nicht so richtig zu den Vermarktungskonzepten der Chiemseeregion, des Wasserburger Landes oder des Rosenheimer Raumes. Dabei habe Rott etliche Sehenswürdigkeiten und eine gute Gastronomie zu bieten. Hier wäre die Etablierung zum Tagesausflugsziel anzustreben.Rott bietet eine gute Grundversorgung. Auf 68 Prozent seiner Verkaufsflächen werden Artikel des täglichen Bedarfs angeboten. Dabei sind die Anbieter in der Ortsmitte zentriert und profitieren von dem Einzugsbereich aus den Gemeinden Emmering, Ramerberg, Griesstätt und Schechen.

Zu den Umfrageergebnissen betonte Dr. Leinen, dass die Rotter mit ihrem Ort sehr zufrieden sind. Gelobt wurde unter anderem der Zustand der Gebäude und Fußwege. Belastend empfunden wurde der starke Auto- und Schwerlastverkehr, der die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer gefährdet und eine längere Verweildauer in Rott verhindere.

Das Einkaufsangebot wurde als sehr gut empfunden und die Öffnungszeiten als sehr gut angesehen. Auch das gastronomische Angebot fand volle Zustimmung. Was vermisst wird, sind Kneipen oder Eisdielen.

Bei den ansonsten guten Freizeitmöglichkeiten in Rott wie dem Vereinsleben, Wanderwegen oder dem Rotter Ausee wurden in sehr vielen Fragebögen Angebote für Jugendliche gefordert.

Auch ein Kritikpunkt war eine behindertengerechte Gestaltung der Ortsmitte. Mit ihrer Gemeindeverwaltung hingegen sind die Rotter insgesamt sehr zufrieden.

Zusammenfassend werteten die Herren von GEO-PLAN Rott als "funktionierenden Ort, als gut erreichbar und gepflegt". Es gebe jedoch kein Ortsleitbild, wie zum Beispiel: vom Klosterdorf zum Kleinzentrum. Es fehle der Charme, der dazu beitrage, dass der Gast sich gerne aufhalten möchte. Das wollten etliche der einhundert Gäste nicht so auf sich sitzen lassen. Sie priesen die Vorzüge von Rott gegenüber anderen Gemeinden.

Andere Fragen drehten sich um den Erhalt des Schulstandortes oder den Ausbau des Discounterangebotes. An großen Stellwänden hatten die Gäste die Möglichkeit, ihre Prioritäten zu den Themen Kultur und Freizeit, Einkauf und Handel, Familie und Jugend sowie Gewerbe und Verkehr aufzuschreiben. Dies wurde sehr rege genutzt, so wurde unter anderem ein Franz-Josef-Strauß-Museum gewünscht.

Nach dieser Informationsveranstaltung werden nun Konzepte erarbeitet, bei denen die Bürger in Arbeitskreisen mitarbeiten können. "Wir brauchen die Meinung der Bevölkerung", betonte Bürgermeister Schaber. Die am Platz liegenden Zettel mit der Aufschrift "Ich will mich am Ortsentwicklungsplan beteiligen" wurden rege genutzt. Diejenigen, die nicht kommen konnten, können sich im Rathaus noch eintragen, wo sie mitmachen wollen.

hri/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © rott a. inn/ cs

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