Viel Lob für "Sanierungsspezialisten"

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Das "Schachnerhaus": Unter anderem typische Erker und Bemalungen machen es zum Denkmal, das nun vorbildlich wieder saniert ist.

Wasserburg - In der Stadtratssitzung wurde zum ersten Mal der Sanierungs- und Fassadenpreis verliehen. Edith und Franz Göpfert bekamen ihn für die Sanierung des Gebäudes "Ledererzeile 2".

In der Altstadt finden seit vielen Jahren Haussanierungen von Privatbesitzern statt, ohne dass diese vom Staat oder der Stadt bezuschusst werden. Aus diesem Grund hat der Stadtrat auf Empfehlung des Stadtbauamtes im September 2011 die Einführung eines Sanierungs- und Fassadenpreises beschlossen. Hierbei handelt es sich nicht um einen finanziellen Betrag für den Gewinner, sondern um die Würdigung und öffentliche Anerkennung der Arbeit.

Das Gebäude in der Ledererzeile, das auch Schachnerhaus genannt wird, ist nach dem Denkmalschutzgesetz ein Baudenkmal, das mit seinen Strebpfeilern, Erkern und Fassadenmalereien aus dem 17. Jahrhundert stammt. Das Haus mit seiner charakteristischen Innstadtbauweise wird durch die Ecklage gleich beim Roten Turm noch hervorgehoben.

Die Familie Göpfert erwarb das Gebäude im Jahr 2010, nachdem es länger nicht bewohnt war. Anfangs musste das Ehepaar einen Antrag auf Erlaubnis für Sofortmaßnahmen stellen, die an nicht denkmalgerechten Einbauten vorgenommen wurden. Im Februar 2011 wurde dann die Gesamtsanierung des Hauses begonnen.

Während der Arbeiten bestand stets enger Kontakt zwischen Bauherr und Denkmalpflege. Die Familie Göpfert hatte außerdem zuvor schon Erfahrungen mit der Sanierungsarbeit bei den Gebäuden Frauengasse 2 und 4 gesammelt.

Eine Besonderheit ist der wieder eingeführte kleine Kramerladen im Erdgeschoss des Gebäudes, wie er schon früher bestand als "Kolonialwarenladen". Auch die Fassadenmalerei, die aus dem Jahre 1972 stammt, und von dem Wasserburger Maler Klaus Honauer stammt, war für Franz und Edith Göpfert ein wichtiger Teil der Sanierung. Ende letzten Jahres wurden die Arbeiten dann fertiggestellt.

Sowohl aus Sicht der Stadt als auch aus Sicht des Denkmalschutzes handelt es sich hier um eine vorbildhafte Sanierung, so dass sich das Gebäude nun wieder in das typische Bild der Altstadt und einfügt. Daher wurde am 24. November beschlossen, Edith und Franz Göpfert den Preis zu verleihen. Dabei sah sich der Stadtrat in seiner Wahl bestätigt, weil dies schon das dritte denkmalgeschützte Projekt des Ehepaars ist.

Bei der Ehrung in der Stadtratssitzung bedankte sich Kölbl bei den "Sanierungsspezialisten" und gratulierte zur gelungenen Arbeit. Dem Ehepaar wurde eine Urkunde und eine Silbermedaille mit der Gravour "Stadt Wasserburg am Inn - Sanierungs- und Fassadenpreis 2011" überreicht. Außerdem bekamen die beiden eine extra von Töpferin Rita Schärfl angefertigte Keramikplatte mit dieser Aufschrift.

Franz Göpfert bedankte sich und nannte die Auszeichnung "eine große Ehre". Er betonte seine Wasserburger Wurzeln. Es sei ihnen wichtig gewesen, die ursprünglichen Wahrzeichen des Gebäudes zu erhalten.

zac/Wasserburger Zeitung 

Quelle: rosenheim24.de

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