Zu viel Wasser für das Freibad

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Förmlich abgesoffen ist die Einweihungsfeier des Haager Freibades am Samstag.

Haag - Gut eingewässert wurde am Samstag das Haager Freibad - so gut, dass die Einweihungsfeier abgesagt werden musste.

Wie schon laut Wetterbericht zu befürchten war, machte der anhaltende Regen dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Noch am Vortag lehnte Bürgermeister Hermann Dumbs jedes Verschieben ab, musste sich dann aber doch den nassen Umständen beugen. Nächster Termin ist Samstag, 25. Juli, um 10 Uhr

Abgesagt war nur den Geistlichen, die am Bad die Weihe vornehmen hätten sollen. Die "Freibadfreunde" allerdings ließen sich nicht vom Wetterumschwung abhalten und stellten sich zur ersten Besichtigung ein. Kompetente Antworten auf etwaige Nachfragen gab Baureferent und Restaurations-orginisator Bernd Furch.

Eine inoffizielle Inbetriebnahme der neuen "Freibadstube" hatten die Helfer am Bad schon lange vorgenommen. So bot sich auch zum geplatzten Einweihungstermin ein kurzer Frühschoppen an, bei dem sich auch einige Gemeinderäte und Zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß einstellten.

Einen speziellen Gast hatten manche auf den ersten Blick übersehen, andere glaubten nicht gleich, dass es sich um ein Mitglied der Pächterfamilie Carmen und Heiko handelte: die Ente Twidy. Diese erste zahme Haager Freibadente hat sich mittlerweile nicht nur im neuen Wirtschaftsgebäude eingenistet, sondern sogar unter dem Stammtisch im Kistchen ein eigenes Plätzchen gefunden.

Einige Tage nur war sie alt, als sie mit ihrer Entenmutter und acht Geschwistern aus dem Wasser an das Freibadufer kam und ganz entkräftet liegen blieb. Die Entenfamilie zog weiter, sie legte sich zum Sterben in den Sand. Da entdeckten Pächterin Carmen und Tochter Corinna die Kleine, nahmen sie auf und legten sie auf eine Wärmeflasche. Im nächsten Schritt wurde Verpflegung organisiert: Körner und Würmer. Es dauerte nicht lange, bis das gefiederte Findelkind durch die Freibadstube watschelte und ihre neuen Familienmitglieder mit einem munteren "Twid, twid" begrüßte - daher der Name.

Sechs Wochen ist der jüngste Freibadbewohner nun alt. Frühstück und Abendessen wird von "Mama" Carmen serviert. Den Tag über erkundet "Twidy" das Freibadgelände, sonnt sich auf der Liegewiese oder sucht ein schattiges Plätzchen auf. Ins Wasser geht sie nicht, daran sind wohl schlechte Erfahrungen geknüpft. Sollten aber andere Enten aufkreuzen oder gar ihre einstige Familie, dann vertreibt sie alle Eindringlinge mit einem Mordsgeschnatter. Den Freibadgästen begegnet sie ohne Scheu, regelmäßige Stammtischzeiten hält sie allerdings nicht ein.

Trotz der ausgefallenen Einweihung bleibt die "Freibadstube" ab sofort für alle Gäste, ob Badende oder Spaziergänger, täglich ab 8 Uhr früh geöffnet.

xy/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

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