Viele Chancen mit der Hauptschule offen

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Obing - Fünf ehemalige Schülerinnen der Volksschule Obing haben bei einem Informationstag eine Lanze für die Hauptschule und auch für das Fach Hauswirtschaft gebrochen.

"Es ist kein Beinbruch, wenn der Übertritt nicht geschafft wird", betonte Carina Huber - eine Meinung, die Johanna Linner, Martina Dieplinger, Irmi Oberlechner und Verena Daxenberger teilten. Auch sie konnten sich mit dem Besuch der Hauptschule in Obing ihre Berufswünsche erfüllen.

"Schade, dass viele Eltern immer noch der Meinung sind, dass nur der Übertritt auf eine weiterführende Schule zu einem erfolgreichen Berufsleben führt", fand Carina Huber. Für viele Kinder bedeute dies Leistungsdruck und Konkurrenzkampf mit Mitschülern und Geschwistern. Wenn die meisten Freundinnen die Schule wechseln würden, könne man sich - unberechtigter Weise - schnell als Verliererin fühlen. Allen Betroffenen geben die Ehemaligen deshalb den Rat, "nur den Mut nicht verlieren, denn auch mit der Hauptschule bleiben alle Wege offen".

Auch Fachlehrerin Annemarie Voit bemüht sich seit Jahren, ihren Schülern diese Botschaft mit auf den Weg zu geben. Deshalb hatte sie unter dem Motto: "Wie weit komme ich mit der Hauptschule?" ehemalige Schülerinnen eingeladen.

Einigen von ihnen diente das Fach "Hauswirtschaft" als Sprungbrett für die weitere berufliche Karriere. Wie beispielsweise Irmi Oberlechner (20). Nach dem Quali absolvierte sie die dreijährige Hauswirtschaftsschule und holte dabei auch ihren mittleren Schulabschluss nach. Nun besucht sie die Fachakademie für Hauswirtschaft und nach einem Jahr Anschlusspraktikum ist sie Betriebsleiterin und befähigt, ihren Traumberuf auszuüben und ein Hotel zu führen.

Einen ähnlichen Weg hat auch Johanna Linner (19) aus Seeon eingeschlagen. Nach dem Abschluss der Hauswirtschaftsschule möchte sie nun Dorfhelferin werden. "Man muss wissen, was man will", gab sie den Schülern als Ratschlag mit auf den Weg. Gekonnt stellte auch Carina Huber ihren Beruf als Erzieherin vor. Nach dem Quali absolvierte sie die Kinderpflegeschule und erlangte somit ebenfalls den mittleren Schulabschluss. Sie besucht nun die Fachakademie für Sozialpädagogik. "Damit bin ich nun genau so weit wie viele meiner Klassenkameraden, die von Gymnasium, Fachoberschule oder Realschule gekommen sind", sagt die 19-Jährige.

Ähnlich positiv sieht auch Verena Daxenberger (18) aus Seeon ihren Ausbildungsberuf zur Heilerziehungspflegerin. Ihr erstes Praktikumsjahr absolviert sie in der Lebenshilfe, anschließend möchte sie noch ein weiteres in der Seniorenbetreuung ableisten.

Auch Martina Dieplinger hat ihren Wunschberuf als Medizinische Fachangestellte verwirklichen können.

"Ich sehe jetzt zum Beispiel den Beruf der Heilerziehungspflegerin in einem ganz anderen Licht", meinte anschließend die Schülerin Elisabeth Scheitzeneder, und Sarah Axthamer (beide Mittlere-Reife-Zweig, neunte Klasse) pflichtete ihr bei, sie habe aus den Vorträgen viele neue Informationen gewonnen.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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