Von wegen "Weinburger Wasserfest"

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Regen? Was für Regen? Die paar Tropfen hielt der Regenschirm ab.

Wasserburg - Abwechslungsreiche musikalische sowie kulinarische Angebote und ein ganz bestimmter Regenschirm sorgten am Samstag für beste Stimmung auf dem Weinfest.

Bereits zur offiziellen Eröffnung um 19 Uhr mit dem Einzug der Stadtkapelle vor dem Rathaus hatten sich viele Besucher aus der Region eingefunden und eine Stunde später hatte so manche größere Gruppe schon Probleme, einen der begehrten Tische im Freien zu ergattern. Über sommerliche Temperaturen und den standesgemäßen weiß-blauen Himmel freute sich Bürgermeister Michael Kölbl, der auch gleich das dazu passende Versprechen abgab: "Ich habe heute meinen Regenschirm immer überall mit dabei und deshalb werden wir hoffentlich von Regen verschont bleiben."

Festmeile1: Der Marienplatz

Und tatsächlich: ein lauer Sommerabend sorgte für die perfekte Weinfest-Atmosphäre, so dass viele Wirte schon bald die Ärmel hochkrempeln und ihre letzten Biertisch-Reserven aufbieten mussten. Die Band "Roll the Dice" verwandelte den Marienplatz in einen Konzertplatz und in der Herrengasse wurde man beim Flanieren durch die Besuchermassen von den "Mercey Beats" mit Musikklassikern aus den vergangenen Jahrzehnten beglückt. Bei meterhohen Rauchwolken, hervorgerufen durch einen großen Grill, und den fetzigen Klängen von "Duty Free" wähnten sich die Gäste in der Hofstatt auf einem Rockkonzert.

Wer sein Gläschen Wein mit leckeren Speisen genießen wollte, hatte je nach Standort und Sitzplatz die Qual der Wahl. In der Salzsenderzeile bildeten sich lange Schlangen vor einem Stand mit asiatischen Gerichten und sogar Sushi konnte erstanden werden. Keine hundert Meter weiter las man "Balti Chicken" und "Kumbi Matter" auf der Speisenkarte und in großen Töpfen warteten diese indischen Spezialitäten auf neugierige und hungrige Besucher. Die weniger Experimentierfreudigen unter ihnen setzten auf Pizza, Pasta oder herzhafte Grill- und Fleischgerichte vom Grill und aus dem Ofen.

Festmeile 2: Die Herrengasse

Und wie es sich für ein klassisches Weinfest gehört, war es der feine Traubensaft, welcher allerorts gegenüber den anderen Getränkearten dominierte. Bei den Festweinen handelte es sich um einen trockenen weißen Burgunder sowie einen trockenen Sankt Laurent aus der Pfalz. Von einem Gremium aus örtlichen Wasserburger Gastronomievertretern in einer Blindverkostung ausgewählt, hatten sich am Ende diese Tropfen durchgesetzt. Jochen Schmitt, Vertreter des gleichnamigen elterlichen Weinguts in Bad Dürkheim, war eigens angereist und zeigte sich beeindruckt von der Atmosphäre in der Innstadt. "Es ist bewundernswert, mit welcher Intensität und welchem Aufwand der Wein hier bei Ihnen zelebriert wird."

Und jeder Wasserburger feierte auf seine ganz spezielle Weise. Egal, ob Hausgemeinschaften, die sich spontan vor ihren Gebäuden zusammensetzten oder mit Knabbereien ausgerüstete Anwohner, welche das bunte Treiben in den Straßen genüsslich vom Fenster aus beobachteten. Lampions, Teelichter und die bunten Scheinwerfer auf den Bühnen tauchten die Altstadt in ein farbenfrohes Ambiente.

Bürgermeister Michael Kölbl hatte bei der Eröffnung "Sankt Laurent" im Glas, Festwein-Winzer Jochen Schmitt seinen Weißburgunder.

Gegen 21 Uhr musste Michael Kölbl wohl einmal kurzzeitig seinen Regenschirm aus der Hand gelegt haben, denn ein kurzer Regenschauer bestätigte die altbewährte Frotzelei vom "Weinburger Wasserfest". Doch nur wenige Minuten später war der Regenschauer vorübergezogen und während andernorts in der Region Bürgerfeste wegen der schlechten Witterung abgesagt werden mussten, feierte man in Wasserburg unbeeindruckt und umso fröhlicher weiter.

Seinen besonderen Reiz zog das Weinfest 2012 letztlich auch aus der Vielfalt an musikalischen Darbietungen. Beim Schlendern durch die Gassen ging es mal ruhiger oder mal lauter zu und so wurde in der Herrengasse beschwingt getanzt und in der Ledererzeile zum mitreißenden Auftritt der Band "short cut" laut mitgesungen und mitgeklatscht. Die ausgelassene Stimmung fand auch nach Einbruch der Dunkelheit ihre Fortsetzung und selbst erneute Regentropfen kurz vor Mitternacht hatten keine Chance mehr, daran noch etwas zu ändern.

reg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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