Familiendrama bei Vogtareuth: Eigenen Enkel (8) erschossen

Großvater erliegt seinen schweren Schussverletzungen

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Der Tatort des Familiendramas in Vogtareuth.
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Vogtareuth - Das Familiendrama in Zaisering hat ein zweites Todesopfer gefordert: Auch der Großvater (79), der seinen achtjährigen Enkel erschoss, ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Update, 9.55 Uhr: Kind war körperlich behindert

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"Das Kind war körperlich behindert, zu welchem Grad können wir aber noch nicht sagen", erklärte Jürgen Branz, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Rosenheim auf Nachfrage von rosenheim24.de. Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft hat die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Fall übernommen. "Die Polizei soll nun erst einmal in Ruhe ihre Ermittlungen abschließen", erklärte Branz weiter, "diese werden dann, zu gegebener Zeit, in einem Abschlussbericht zusammengefasst." Aus Rücksicht auf die betroffene Familie würde es bis dahin von seiner Stelle ansonsten keine Informationen mehr geben. "Die Öffentlichkeit hat alle relevanten Informationen erhalten."

Update, 9.25 Uhr: Großvater verstorben

Wie die Staatsanwaltschaft Traunstein am Donnerstagvormittag in einer Pressemitteilung mitteilt, erlag der tatverdächtige Großvater am Mittwochnachmittag seinen Verletzungen. Die Ermittlungen zum Tathergang und den Begleitumständen würden andauern, so die Staatsanwaltschaft weiter. Weitere Informationen könnten derzeit nicht erteilt werden.

Die Erstmeldung:

Am Mittwochvormittag spielten sich schreckliche Szenen im Vogtareuther Ortsteil Zaisering ab. Ein 79-Jähriger schoß auf seinen achtjährigen Enkel. Angehörige verständigten gegen 9.30 Uhr Polizei und Rettungskräfte. Der Junge wurde ins Krankenhaus gebracht. Doch dort konnten die Ärzte nichts mehr für ihn tun, er starb kurz darauf. Sein Großvater floh in ein Waldstück in der Nähe und richtete dort die Schusswaffe gegen sich selbst. Er wurde von der Polizei gefunden und befindet sich derzeit schwerst verletzt und nicht ansprechbar im Krankenhaus.

Das Motiv für die furchtbare Tat ist auch am Donnerstag noch nicht klar. "Der genaue Ablauf der Tat und das Motiv des Großvaters sind derzeit noch der Gegenstand unserer Ermittlungen", erklärte Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Nachfrage von rosenheim24.de am Donnerstagmorgen. Schon am Mittwoch war klar gewesen, dass die Schüsse auf den Achtjährigen gezielt gewesen waren. 

Wie der Zustand des Großvaters am Donnerstagmorgen ist und wann und ob er vernehmungsfähig sein wird, konnte Sonntag noch nicht sagen. Ebenso muss noch geklärt werden, ob der Mann einen Waffenschein für die Schusswaffe hat. Laut der Abendzeitung (AZ) soll jemand in der Familie einen Waffenschein haben.  Diese wurde bereits sichergestellt. Er soll laut dem Pressesprecher noch nicht auffällig oder polizeibekannt gewesen sein. Laut Nachbarn soll der Mann aber als aufbrausend und "komisch" bekannt gewesen sein. Wann die Polizei neue Informationen zu dem Fall veröffentlichen wird, konnte Sonntag noch nicht sagen. Dies müsse noch in Absprache mit Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft entschieden werden. 

Das Oberbayerische Volksblatt (OVB) berichtet am Donnerstag, dass die Schüsse im Haus der Eltern des Jungen fielen. Laut der Zeitung handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um den Vater der Mutter des Kindes. Nachbarn berichten sie "Geh weg!" rufen gehört zu haben. Offenbar hat sie noch versucht, die Tat zu verhindern. Der Vater des Achtjährigen habe laut dem OVB am Arbeitsplatz von der Tat erfahren. Die Eltern und die ältere Schwester des Buben werden derzeit von einem Kriseninterventionsteam betreut. 

Wie das OVB weiter berichtet, soll der 8-Jährige im Rollstuhl gesessen haben. Laut der AZ soll eine Infektion, die er als Baby erlitt, die Ursache für seine Behinderung sein. Im Gespräch mit rosenheim24.de zeigte sich der Vogtareuther Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter entsetzt über die Tat: "Ich bin geschockt. Über sowas liest man sonst in der Zeitung. Jetzt ist es auf einmal so nah."

Hinweis der Redaktion:

Auf Rücksicht auf die Angehörigen wurde die Kommentarfunktion geschlossen.

Quelle: rosenheim24.de

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