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Platz bei Behandlung ihrer Kleinen in der Klinik

Für Familien schwerkranker Kinder besser als McDonald‘s: Das Ronald McDonald-Haus in Vogtareuth

Nur strahlende Gesichter: Professor Dr.Martin Staudt (Chefarzt des Fachzentrums für Neuropädiatrie), Sven Schönfeld (Geschäftsführer der Schön-Klinik), Landrat Otto Lederer, Tanja Forderer-Barlag (Leitung des Ronald McDonald-Hauses Vogtareuth), Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter, Michael Heinritzi (Franchisenehmer McDonald‘s), Adrian Köstler (Vorsitzender der McDonald‘s Kinderhilfe Stiftung) und Bauunternehmer Franz Brummer (von links) hatten die Zeitkapsel gut gefüllt. Sie bleibt sichtbar, kann im Eingangsbereich des Hauses betrachtet werden.
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Nur strahlende Gesichter: Professor Dr.Martin Staudt (Chefarzt des Fachzentrums für Neuropädiatrie), Sven Schönfeld (Geschäftsführer der Schön-Klinik), Landrat Otto Lederer, Tanja Forderer-Barlag (Leitung des Ronald McDonald-Hauses Vogtareuth), Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter, Michael Heinritzi (Franchisenehmer McDonald‘s), Adrian Köstler (Vorsitzender der McDonald‘s Kinderhilfe Stiftung) und Bauunternehmer Franz Brummer (von links) hatten die Zeitkapsel gut gefüllt. Sie bleibt sichtbar, kann im Eingangsbereich des Hauses betrachtet werden.

„Nein, wir bauen hier keinen McDonald‘s mit McDrive“. Die Erklärung haben Bauunternehmer und Klinik-Geschäftsführer schon mehrfach abgeben müssen, berichten beide amüsiert. In Vogtareuth entsteht derzeit zwischen Schön-Klinik und Dorf das 23. Ronald McDonald-Haus für Familien schwerkranker Kinder.

Vogtareuth – Normalerweise ist der Grundstein ja der erste Stein, der auf der Bodenplatte eines neuen Gebäudes platziert wird. Aber dafür waren Franz Brummer und seine Bautruppe zu schnell. Dafür ist der Grundstein des Ronald McDonald-Hauses auch künftig hinter Glas im Foyer des Hauses zu bewundern.

Im November war Spatenstich am Ronald McDonald-Haus neben der Schön-Klinik in Vogtareuth, am 10. März Grundsteinlegung und wenn es in diesem Tempo weitergeht, plant Adrian Köstler, Vorstand der McDonald‘s Kinderhilfe Stiftung für Mai das Richtfest. Sven Schönfeld, Geschäftsführer der Schön-Klinik, verriet lachend, dass sich die Mitarbeiter jetzt noch mehr auf die Muffins freuen, weil sie schon sehen können, wo es die einmal geben wird.

Zuhause auf Zeitund Rückzugsort

Direkt unterhalb der Schön-Klinik entsteht das 23. Ronald McDonald-Haus in Deutschland. 20 Familien werden dort in 30 Quadratmeter großen Appartements Platz finden. So lange, wie ihr schwer krankes Kind nebenan in der Klinik behandelt wird. „Wenn es nötig ist, dürfen sie auch ein Jahr oder länger bleiben“, sagt Tanja Forderer-Barlag, zuständig für das Vogtareuther Haus.

Emotionen so wichtig wie Spezialisten

Die Klinik sei voller hochrangiger Spezialisten für Kinderneurologie und Kinderorthopädie, so Landrat Otto Lederer, die guten Ruf des Hauses über Deutschland hinaus begründeten. Über 70 Prozent der kleinen Patienten kommen laut Landrat von weit her. Da sei es erwiesenermaßen wichtig, dass die Eltern in der Nähe sind. Denn neben den Spezialisten und ihrem Können seien eben auch die Emotionen wichtig, so der dreifache Vater Lederer. Stress und Angst erschwerten die Heilung, Geborgenheit und Liebe hingegen ließen den Körper Glückshormone ausstoßen – und die beschleunigten nun mal die Heilung. Er wünsche allen Familien, die in Vogtareuth ein Zuhause auf Zeit finden werden, dass ihre Kinder gute Fortschritte auf dem Weg zur Genesung machen.

Eltern brauchen einen Rückzugsort

Professor Dr. Martin Staudt, Chefarzt des Fachzentrums für pädiatrische Neurologie, nannte das Ronald McDonald-Haus „die perfekte Ergänzung“ zur Möglichkeit, dass Eltern das Krankenzimmer ihres Kindes teilen. Denn wenn die kleinen Patienten über Wochen und Monate in der Klinik bleiben müssen, „dann brauchen die Eltern auch einen Rückzugsort“.

Den finden sie in dem 56 Meter langem und 15,5 Meter breiten zweistöckigen Gebäude, in dem es neben den Appartements auch noch einen großzügigen Koch- und Essbereich, ein Wohnzimmer und einen Spielbereich für Geschwister geben wird. Dass die Leben in die Bude bringen, darauf freut sich Tanja Forderer-Barlag schon jetzt. In einem Jahr, so hofft sie, wird es so weit sein. Und damit ein paar Monate früher als geplant.

Die Vogtareuther scheinen es kaum erwarten zu können. Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter verriet schmunzelnd, dass er immer wieder an der Baustelle vorbeischaue – und nicht nur er: „Die Baustelle hat sich zur echten Attraktion entwickelt, das halbe Dorf spaziert her und schaut.“ Beschwerden gebe es sonst bei großen Baustellen immer mal wieder, „hier nicht.“

Zur Ruhe kommen im Haus mit Bergblick

Der Standort zwischen Klinik und Ort sei für alle Beteiligten ideal. Hier könnten Eltern zur Ruhe kommen. „Und vom Balkon im ersten Stock hat man einen Blick von den Berchtesgadener Alpen bis zur Zugspitze.“ Adrian Köstler berichtete lachend, dass die Kollegen in Südaustralien – es gibt knapp 370 Ronald McDonald-Häuser in 43 Ländern – so stolz auf die Aussicht aus ihrem Strandhaus sind. „Denen machen wir jetzt aber ernsthaft Konkurrenz – dieses Panorama ist umwerfend.“

Das Panorama gibt es kostenlos, das Grundstück stellte die Klinik der Stiftung in Erbpacht zur Verfügung. „Aber bezahlt werden muss das Haus ja auch“, so Köstler. Rund sechs Millionen Euro wird es die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung kosten. Die hat nicht nur den Konzern als Unterstützer, sondern seit Jahrzehnten auch die Franchisenehmer. Michael Heinritzi, der 1982 sein erstes Restaurant in der Rosenheimer Bahnhofstraße eröffnete, nannte es „eine Ehre und eine Pflicht“ der Franchisenehmer, die Kinderhilfe Stiftung zu unterstützen. Und wenn er sich die Grafik des fertigen Gebäudes ansehe, dann freue er sich jetzt schon auf dieses „wunderbare Haus“.

Die Kapsel für den Grundstein war mit der aktuellen Ausgabe des Oberbayerischen Volksblattes, mit dem Jahresbericht der Kinderhilfestiftung, mit Fotos von Ort, Klinikgelände, Grundstück befüllt, da tat der Chefarzt noch eine kleine bunte Kindermaske hinzu. Und Tanja Forderer-Barlag einen liebevollen Gruß des ersten deutschen Ronald McDonald-Hauses in Kiel. Und dann, dann durften die Festgäste zu Kelle, Mörtel und Backstein greifen. Und sich bei Kaiserwetter schon auf das Richtfest freuen.

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