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Debatte um Bauvorhaben

Aufwachen aus dem Traum vom Einfamilienhaus: Vogtareuth diskutiert Nachverdichtung

Drei Baulücken in Vogtareuth, so wie dieser momentan noch mit Büschen bewachsene, sollen mit Mehrfamilienhäusern bebaut werden. Der Bürgermeister freut sich, der Gemeinderat diskutiert.
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Drei Baulücken in Vogtareuth, so wie diese momentan noch mit Büschen bewachsene, sollen mit Mehrfamilienhäusern bebaut werden. Der Bürgermeister freut sich, der Gemeinderat diskutiert.

Drei Mehrfamilienhäuser auf einen Streich - das kam nicht bei allen Vogtareuther Gemeinderäten gut an. Zu sehr noch scheinen sie am Idealbild der jungen Familie im Einfamilienhaus mit großem Garten zu hängen. „Das kann sich fast kein Einheimischer mehr leisten“, sagt der Bürgermeister.

Vogtareuth - Drei Mehrfamilienhäuser, zwei im Hauptort und eines in Zaisering, standen zusammen mit weiteren Bauvorhaben im August auf der Tagesordnung der Gemeinderäte. Während alle weiteren Bauvorhaben einfach des Weges geschickt wurden, gab es um die Mehrfamilienhäuser Diskussionen.

Bürgermeister freut Nachverdichtung in den Ortskernen

Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) freut sich nicht nur darüber, dass seine Gemeinde als Wohnort gefragt ist. Er findet es auch ausgesprochen positiv, dass Flächen in den Ortskernen verdichtet bebaut werden. „Das ist energetisch günstiger, die Kosten für Mieter oder Eigentümer sind niedriger und es werden keine zusätzlichen Flächen verbraucht“, so Leitmannstetter. Dennoch hätten die Gemeinderäte lebhaft diskutiert, unter anderem sei es länger um die Stellplätze gegangen. „Da haben wir aber eine Satzung, die diese Fragen eindeutig regelt“, so der Bürgermeister. Zwei Stellplätze pro Wohneinheit sind in der Gemeinde Pflicht. Und bei den Vorhaben auch nachgewiesen, zum Teil in Tiefgaragen.

Abschied vom Ideal fällt noch schwer

Er habe bei der Diskussion eher den Eindruck gehabt, dass sich einige Ratsmitglieder noch nicht so ganz vom Ideal des Einfamilienhauses gelöst haben und deswegen hartnäckig debattierten, für Zaisering einen Ortstermin wollten, so Leitmannstetter. Das Umdenken habe wohl erst angefangen, noch tue man sich mit reeller Nachverdichtung schwer. Angesichts rapide steigender Preise im Baugewerbe, höherer Kreditzinsen und aktuellen Kosten für den Quadratmeter Bauland von 850 Euro - in Zaisering - könne sich aktuell aber fast kein Einheimischer mehr ein Haus mit Garten leisten. „Und dann stellt sich mir die Frage, ob wir wirklich Baugebiete für gut situierte Menschen von außerhalb ausweisen wollen, die sich das können“, so Leitmannstetter. Für seine Begriffe sei jungen Leuten in Vogtareuth mit günstigeren Immobilienvarianten zum Mieten oder Kaufen eher gedient.

„Junge Familien können sich Haus nicht mehr leisten“

Das sieht Regina Schmidmaier genauso. Sie ist keine 30 Jahre alt, arbeitet in der Immobilienbranche und ist seit 2020 Gemeinderätin der ÜWG. Sie versicherte den Gemeinderatskollegen bei einer anderen Diskussion zu diesem Thema, dass junge Leute heute nicht mehr gleich das Haus mit großem Garten anstreben. „Sie sind sehr wohl bereit, mit einer Wohnung anzufangen“, so Schmidmaier, und im Laufe der Jahre auf ein Haus hinzuarbeiten. „Junge Familien können sich heutzutage ein Haus nicht mehr leisten“, sagt auch sie.

Warten auf die wasserrechtliche Genehmigung

Neuen Wohnraum in Vogtareuth schaffen? War da nicht was mit der Wasserversorgung? Ja, da war was. Betrifft aber die genannten Vorhaben nicht. Denn zwei sind, wie erwähnt, im Hauptort Vogtareuth, für den der Wasserbeschaffungsverband zuständig ist. In Zaisering liefert die Gemeinde das Wasser. Und da bereits ein Doppelhaus genehmigt ist, das jetzt zum Vierparteienhaus werden soll, gibt es auch da in dieser Hinsicht kein Problem.

Leitmannstetter machte im Gespräch aber auch klar, dass er die gemeindliche Wasserversorgung bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern haben will. „Baulich schaffen wir das leicht“, so der Bürgermeister, „aber wasserrechtlich...?“

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