Erinnerung, Mahnung, Aufforderung

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Kränze als Zeichen der Mahnung und Aufforderung zum menschenwürdigen Miteinander, für Demokratie und für den Frieden legten Bürgermeister Michael Kölbl und Josef Pletschacher am Denkmal nieder.

Wasserburg - Zwölf Fahnenträger, die Mitglieder der Wasserburger Vereine und etliche Wasserburger versammelten sich am sonntag am Kriegerdenkmal am Heisererplatz, um den Opfern von Krieg und Gewalt zu gedenken.

Getötete Soldaten der beiden Weltkriege, unzählige Zivilopfer, Ermordete wegen ihrer Religionszugehörigkeit, wegen einer Krankheit oder Behinderung, sie alle seien Opfer gewesen von Diktatur und Gewaltherrschaft, so Bürgermeister Michael Kölbl zum Volkstrauertag, an dem selten die Sonne so warm schien wie gestern. All die Toten seien Opfer von Politikern und Staatslenkern gewesen, die Krieg und damit Millionen Tote als zulässiges Mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele angesehen hätten. "Krieg ist eine Bankrotterklärung der Politik und gleichzeitig die größte Missachtung von Freiheit und Würde jedes einzelnen", so Kölbl.

Dass man im Westen der Bundesrepublik seit 65 in Friede und in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung lebe, sei nicht selbstverständlich. Kölbl betonte, dass beides Menschen in der Politik, in der Wirtschaft und im gesellschaftlichen Miteinander zu verdanken sei, die den Frieden und das menschenwürdige Miteinander ernst genommen hätten und dies ernst nehmen.

Vor dem Hintergrund von Millionen sinnlos Getöteter mahne der Volkstrauertag jedes Jahr zum Frieden, zum menschenwürdigen Umgang miteinander und zur Wahrung der freiheitlich demokratischen Ordnung. Dies sei zwar eine wichtige Aufgabe der Politik. Aber auch jeder einzelne könne an seinem Platz sich dafür einsetzten, jeder sei Teil der Gesellschaft, jeder kann Verständigung und Versöhnung miteinander vorleben, sich für Demokratie einsetzen und einen menschenwürdigen Umgang mit den Mitmenschen pflegen. "Wenn Frieden, Demokratie und Menschenwürde in einer Gesellschaft fest verankert sind, sind Diktatur und Gewalt in einer friedlichen, demokratischen Gesellschaft nicht mehr so leicht möglich wie vor dem Zweiten Weltkrieg".

Als Zeichen der Mahnung und als Aufforderung zum menschenwürdigen Miteinander, zur Demokratie und zum Friede legte Michael Kölbl für die Stadt Wasserburg am Denkmal einen Kranz nieder.

Den Kranz für Deutsche Kriegsgräberfürsorge legte Josef Pletschcher nieder. Die Welt habe sich, so Pletschacher, seit dem Kriegende schneller verändert als je zuvor. Und doch fühlten noch immer viele, die ihre Väter nie kannten, weil sie im Krieg gefallen waren eine Lücke. Man neige zu schnellem Vergessen, aber am Volkstrauertag sollte man innehalten und sich erinnern an die Opfer von Krieg und Gewalt. Und denken sollte man auch an die Mütter und Väter gefallener Soldaten der Bundeswehr bei ihren Einsätzen. Ob man diese richtig oder falsch finde, spiele dabei keine Rolle.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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