Voneinander lernen - auf Augenhöhe

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Beeindruckt waren die Betreuten aus Attel von der Präsentation bei Schattdecor, wo die Azubis ein Programm für sie vorbereitet hatten.

Rohrdorf/Wasserburg - Eine ganze Reihe gemeinsamer Projekte verbindet das Unternehmen Schattdecor mit der Stiftung Attl bei Wasserburg. Die Kooperation trug nun mal wieder Früchte.

Seit Jahren kooperieren der Dekortiefdrucker aus Thansau und die Einrichtung für Menschen mit Behinderung, wenn es darum geht, die jeweiligen Arbeitswelten näher zusammenzurücken.

In diesem Rahmen fand nun bereits zum zweiten Mal ein Begegnungsaustausch zwischen den Auszubildenden von Schattdecor und den Beschäftigten der Inntal-Werkstätten der Stiftung Attl statt. Dabei konnten sowohl die Beschäftigten mit geistiger Behinderung aber auch die Azubis von Schattdecor feststellen, dass die Unterschiede gar nicht so groß sind.

Ausbildungsleiterin Gerlinde Pross und Personalchef Werner Reichert hatten vor gut einem Jahr die Idee, ihren angehenden Medientechnologen, Büro- und Industriekaufmännern und -frauen dieses Angebot zu machen. Man lege bei der Ausbildung viel Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiter, so Gerlinde Pross. Dass es jenseits der neuesten Modetrends oder des aktuellsten Handys noch ganz andere Werte gibt, die es jungen Menschen zu vermitteln gilt, liegt Personalchef Reichert am Herzen. So war die Idee geboren. In den Inntal-Werkstätten der Stiftung Attl fand man schnell den geeigneten Partner.

In dem partnerschaftlichen Projekt kommen die Azubis des zweiten Lehrjahres einen Tag lang in die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und arbeiten dort Seite an Seite mit einem Beschäftigten; beispielsweise in einer Montageabteilung, der Gärtnerei, dem Attler Hof, der Metallabteilung oder der Weberei in Rott. Dabei lernen sie nicht nur die Inntal-Werkstätten der Stiftung Attl kennen, sondern vor allem auch die Menschen mit einem Handicap, die hier beschäftigt sind. Berührungsängste: Fehlanzeige. Wenn es überhaupt ein Eis gibt, ist dieses schnell gebrochen.

Ruth Röder von der Stiftung Attl betreut diesen Azubiaustausch auf Attler Seite. Sie achtet darauf, die richtigen Partner für die Auszubildenden aus Thansau zu finden, denn es ist wichtig, dass sich beide Seiten auf Augenhöhe begegnen können. Nur so könne man voneinander lernen.

Der zweite Tag des Begegnungsprojekts findet bei Schattdecor statt. Nun sind die "Schattzubis", wie sie sich dort nennen, an der Reihe, ihre Firma und ihren Arbeitsplatz den Beschäftigten aus Attl vorzustellen. Und auch dafür nahmen sie sich einen ganzen Tag lang Zeit genommen und viel Aufwand betrieben. Nach einem gemeinsamen Frühstück führten sie ihre Gäste durch den gesamten Betrieb, erklärten Produktionsabläufe und zeigten den beeindruckten Partnern die riesigen Druckwalzen und Papierrollen. Gemeinsam wurde im Labor Farbe angerührt und verpresst. Der spätere Nachmittag mündete in einer Gaudi-Olympiade mit Medaillen und Pokalen und endete in einer Siegerehrung mit anschließendem Grillfest.

Einmal einen Blick auf die andere Seite werfen - "davon profitieren beide Partner. Nicht nur wenn es um die Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden, sondern vor allem um die Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt geht", so die Stiftung Attl. Auch hier kooperieren der Dekortiefdrucker aus Thansau und die Stiftung Attl schon eine ganze Weile: Zwei Beschäftigte der Inntal-Werkstätten haben in Thansau bereits einen Außenarbeitsplatz gefunden.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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