Die Ruhe vor dem Wahl-Sturm

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Rosenheim - Drei Jahre lang hatten über zwölf Millionen Bayern zuletzt keine Wahl. Im Herbst 2013 wird sich das schlagartig ändern.

Dann wird - vielleicht sogar an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen - ein neuer Bundes- und ein neuer Landtag gewählt. Wenige Monate später wird es erneut spannend. Im Frühjahr 2014 ist Kommunal- und Europawahl.

"Erdrutsch auch in der Region", "Neiderhell neuer Landrat", "CSU verliert absolute Mehrheit", "Vier Bürgermeister abgewählt" - so titelten die OVB-Heimatzeitungen 2008 nach den Landtags- und Kommunalwahlen, die den Christsozialen auch im Raum Rosenheim herbe Stimmenverluste von zum Teil über 20 Prozent bescherten. Dagegen legten Grüne, Freie Wähler und FDP kräftig zu.

Nach dem politischen "Erdrutsch" von 2008 und den Bundestags- und Europawahlen 2009 - wurde es zuletzt wieder deutlich ruhiger. Aber dies ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Bald beginnt der Kampf um Stimmen, Sitze und Ämter aufs Neue, die Kandidatenkarusselle drehen sich schon, die Wahlkampfmaschinen laufen bald wieder heiß. Hier die wichtigsten Fakten zu den Wahlen 2013 und 2014.

Bundestagswahl

Termin: Herbst 2013, vermutlich Sonntag, 22. September.

Rosenheimer Abgeordnete: Daniela Ludwig (CSU), Angelika Graf (SPD). Ludwig (37) tritt wieder an, Graf (65) zieht sich nach fünf Legislaturperioden zurück. Beerben soll sie Abuzar Erdogan (18). Zudem stellt die Region derzeit zwei Kabinettsmitglieder in Berlin. Der Traunsteiner CSU-Abgeordnete Peter Ramsauer (58) ist Verkehrs-, Ilse Aigner (47, CSU) aus Feldkirchen-Westerham Landwirtschaftsministerin.

Bundestagswahl 2009 (Zweitstimmen): CSU 46,7 (-8,0) Prozent, SPD 12,7 (-8,0), FDP 14,5 (+5,1), Grüne 11,4 (+3,6).

Landtagswahl

2008 verlor die CSU nach 46 Jahren die absolute Mehrheit in Bayern und regiert seither zusammen mit der FDP, erstmals zogen die Freien Wähler in den Landtag ein.

Termin: Herbst 2013, vermutlich Sonntag, 15. September. Dabei wird auch der Bezirkstag gewählt.

Rosenheimer Abgeordnete: Annemarie Biechl (63), Klaus Stöttner (49, beide CSU), Maria Noichl (45, SPD). Stöttner und Noichl treten erneut an, Biechl hört auf. Um ihre Nachfolge als Kandidat im Stimmkreis Rosenheim-West bewerben sich Bezirksrat Sebastian Friesinger aus Albaching, Sabine Balletshofer, Kreisvorsitzende der Frauen-Union aus Kolbermoor, und Tuntenhausens Bürgermeister Otto Lederer. Die Aufstellungsversammlung ist am 10. Oktober.

Landtagswahl 2008, Rosenheim-West: CSU 43,4 (-22,8) Prozent, SPD 15,4 (+0,5), Grüne 11,8 (+3,3), Freie Wähler 8,6 (+6,2), FDP 8,3 (+6,1). Rosenheim-Ost: CSU 44,2 (-21,2) Prozent, SPD 13,9 (-1,9), Grüne 13,9 (+5,9), FDP 8,4 (+6,4), Freie Wähler 7,4 (+5,5).

Kommunalwahl

Termin: Frühjahr 2014, an einem Sonntag im März. Dabei geht es im Raum Rosenheim und im Chiemgau um hunderte Mandate im Landratsamt, im Kreistag und in den Rathäusern.

In Rosenheim dürften Landrat Josef Neiderhell (62) und Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (60, beide CSU) wieder antreten. In Traunstein darf Hermann Steinmaßl (64, CSU) aus Altersgründen nicht mehr ran. Drei mögliche Nachfolgekandidaten aus den Reihen der CSU haben sich in den letzten Wochen bei zahlreichen Veranstaltungen fleißig als Steinmaßl-Nachfolger ins Gespräch gebracht.

Spannend wird es auch in den rund 60 Kommunen im Kreis Rosenheim und im westlichen Chiemgau - vor allem dort, wo der amtierende Bürgermeister abtritt. Das gilt unter anderem für Bruckmühl, wo Franz-Xaver Heinritzi (65, CSU/PW) aus Altersgründen aufhören muss sowie für Haag und Unterwössen. Dort hören Hermann Dumbs (parteilos) und Hans Haslreiter (CSU) auf. In den größeren Städten und Gemeinden treten die Amtsinhaber wohl wieder an: Peter Kloo (SPD) in Kolbermoor, Michael Kölbl (SPD) in Wasserburg, Jürgen Seifert (parteilos) in Prien, Felix Schwaller (CSU) in Bad Aibling, Rainer Auer (SPD) in Stephanskirchen, Olaf Kalsperger (CSU) in Raubling und Manfred Kösterke (FW/UW) in Traunstein.

Kreistagswahl 2008: CSU 47,5 (-9,4) Prozent, SPD 14,2 (-4,4), FW 13,0 (+4,1), Grüne 11,2 (+4,4), FDP 3,2 (+1,1).

Europawahl

Termin: Anfang Juni 2014.

Einen Rosenheimer Abgeordneten gibt es im EU-Parlament derzeit nicht. Die Interessen der Region in Straßburg vertritt Angelika Niebler (CSU) aus Ebersberg.

Europawahl 2009, Landkreis Rosenheim: CSU 53,4 Prozent, Grüne 11,5, FDP 8,5, SPD 8,0, FW 4,8.

Ludwig Simeth/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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