Hackschnitzel sparen 350.000 Liter Öl

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Alles eine Nummer größer ist in der Biomasse-Anlage in Gabersee. Die Waldbauern waren davon beeindruckt.

Wasserburg - Eines der größten Biomasse-Heizkraftwerke der Region wurde im Inn-Salzach-Klinikum in Betrieb genommen.

Vertreter der Waldbauern, die den Brennstoff liefern, waren bei einer Besichtigung von der Anlage beeindruckt.

1100 Kilowatt Heizleistung hat die Anlage. Schon diese Zahl zeigte den Obmännern der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag die Dimension. Dr. Theo Danzl, Geschäftsführer des Klinikums in Gabersee, erklärte den Besuchern, dass der Bezug der Energie aus der Region und damit verbunden die Versorgungssicherheit durch den nachwachsenden Rohstoff Holz, entscheidende Gründe waren für den Bau des Hackschnitzelheizwerkes.

In Gabersee werden derzeit 64 Häuser mit Nahwärme über ein drei Kilometer langes Leitungsnetz versorgt. In die neue Heizanlage, ausgestattet mit modernster Regeltechnik, wurden 3,2 Millionen Euro investiert für den Kessel und einen 100.000 Liter fassenden Pufferspeicher.

Die Waldbesitzervereinigung hat die Belieferung der Anlage mit Hackschnitzeln aus den umliegenden Wäldern vertraglich übernommen. In Zusammenarbeit mit der Firma Hälbich in Ostermühle werden jährlich über 11 000 Schüttraummeter Hackschnitzel erzeugt und mit Lkws in Gabersee angeliefert. Die Anlage wird aus Gründen des Immissionsschutzes ausschließlich mit Waldhackgut betrieben.

Ruper Mayer, der Vorsitzende der Waldbauern, ist an einer langfristigen Partnerschaft mit dem Klinikum interessiert und versicherte, dass nur sogenanntes Abfallholz, bestehend aus Ästen und Gipfeln, zerhackt wird. Höherwertiges Stammholz werde dafür nicht verwendet. Das Holz liefern ausschließlich die hiesigen Waldbesitzer.

Ludwig Krug, Revierleiter der Forstverwaltung, sah dies als eine gute Möglichkeit, Jungbestände wieder intensiver zu pflegen, da für das anfallende Schwachholz eine sinnvolle und finanziell ansprechende Verwertung gegeben sei.

Die anschließende Führung durch den Projektleiter Diplom-Ingenieur Martin Drechsler von Duschl Ingenieure Rosenheim begeisterte die technisch interessierten Waldbauern. Drechsler erläuterte, dass das Abgas, bevor es über den Kamin freigesetzt wird, über einen Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung genutzt und über zwei Filteranlagen gereinigt wird, so dass nur partikelfreies Abgas den Kamin verlässt. Es werden durch diese Hackschnitzelheizung über 350 000 Liter Heizöl jährlich eingespart.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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