Warten auf neue Vorschläge

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Haag - Der Haager Schlossturm bleibt vorerst geschlossen. Die Fronten scheinen festgefahren. Ein Angebot der Regierung liegt vor, das für die Gemeinde nicht akzeptabel ist und weitere Verhandlungsschritte blieben bis jetzt aus.

Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber meint, Haag könne alsbald einen neuen Vorschlag erwarten.

Kreisheimatpfleger Ernst Aicher hatte sich zuletzt für die Renovierung des Turmes durch die Regierung stark gemacht. Er stellte sich hinter die Forderung von Haager Gemeinderat, Bürgermeister Hermann Dumbs und Bürgermeisterkollegen des Umlandes. Der Turm solle im Eigentum des Staates bleiben, so die Bitte des Kreisheimatpflegers an das Kultusministerium. So wäre auch weiterhin die Nutzung durch den Geschichtsverein als Museum gewährleistet.

Zur Finanzierung der Renovierung durch den Staat führt Aicher auch die "umfangreichen denkmalpflegerischen Sanierungsprojekte" an, die Haag derzeit zu schultern habe wie Löwenbrücke und Zehentstadel. Die Gemeinde Haag könne da nicht auch noch den Turm restaurieren und für den bleibenden Erhalt aufkommen.

Keine Lösung bedeutet für den Heimatpfleger der Verkauf des Denkmals an private Interessenten. Als Beispiel negativer Erfahrungen verweist er auf den Mühldorfer Wasserturm, der "stetig" verfalle. Seinem Schreiben legte Aicher eine Resolution des bayerischen Landesdenkmalrates bei. Darin wird die herausragende Bedeutung dieses "Bergfrieds" unterstrichen. Der Turm befinde sich in einem seltenen authentischen überlieferungszustand. Den baugeschichtlichen Details wie der romanischen Kaminanlage, den Ziegelböden und Treppen, aber auch den verwendeten mittelalterlichen Baustoffen komme landesgeschichtliche Bedeutung zu. Mit großer Sorge betrachte der Landesdenkmalrat also das Vorhaben des Staates, den Turm als Immobilie auf dem freien Markt anzubieten. Die Anlage beanspruche hohe Unterhaltskosten, gelte als "unrentierliches Objekt" und sei somit als "Spekulationsobjekt" ungeeignet. Der Verbleib im Eigentum des Staates werde "dringend empfohlen".

Vom Wissenschaftsministerium erhielt Ernst Aicher von Landtagsabgeordnetem Dr. Heubisch ein Antwortschreiben, der die "Befürchtungen für den Fall eines Verkaufes des Baudenkmals" teilte. Er habe sich persönlich für die Sanierung des Turmes durch den Freistaat eingesetzt. Das Finanzministerium strebe aber nach wie vor einen Verkauf des Turmes an die Gemeinde Haag an. Für den Fall des Erwerbs werde eine nicht unerhebliche Unterstützung durch diverse Denkmalpflegefördergeber signalisiert. Es gelte nun die Verkaufsverhandlungen abzuwarten.

Darauf folgte der Beschluss des Gemeinderats, unter diesen Konditionen den Turm nicht zu kaufen. "Mittlerweile kostet die Renovierung mehr. Ich rechne mit eineinhalb Millionen Euro", so Bürgermeister Hermann Dumbs. Wenn auch für die anstehende Renovierung eine relativ gute finanzielle Absicherung versprochen werde, löse das dann nicht die Zukunftsprobleme: "In 15 bis 20 Jahren muss Haag dann wieder Geld für eine Renovierung aufwenden."

Demgegenüber sieht Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber die Vorteile, wenn die Gemeinde Haag den Turm erwirbt und künftig auch in eigener Regie nutzen kann, beispielsweise weiterhin als Museum, mit Gastronomie und anderem. Er sei "höchst interessiert" als Abgeordneter des Landkreises, eine Lösung zu finden: "Ich bedränge den Finanzminister Georg Fahrenschon ständig. Ich habe schon mehrmals mit ihm gesprochen." Er wolle auf seinen Kabinettskollegen einwirken, zu prüfen, wie weit man der Gemeinde Haag entgegenkommen könne. Wenn der Turm dann einmal ordentlich hergerichtet sei, würden die nächsten Jahrzehnte keine größeren Ausgaben mehr fällig.

xy

Quelle: rosenheim24.de

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