Satzung gilt auch für Freistaat

Wasserburg - Wenn das Straßenbauamt nicht mag, dann geht eben ein Brief direkt an die Staatsregierung. Der Grund: Die unendlich vielen Poller auf der Burg.

Stadtrat Helmut Schedel (SPD) hatte den entsprechenden Antrag gestellt und die Resolution formuliert. Bürgermeister Michael Kölbl erklärte in der Bauausschusssitzung, dass die Stadt und das Landesamt für Denkmalpflege sich beide schon ans Staatliche Bauamt wandten. Effekt: keiner.

In der Resolution wird nicht nur auf die Bedeutung des historischen Stadtkerns hingewiesen, sondern auch auf die Bau- und Werbeanlagensatzung der Stadt. In der heißt es unter anderem, dass bauliche Anlagen so zu gestalten sind, dass sie die städtebauliche Bedeutung der umgebenden Bebauung, des Straßen- oder Platzbildes und des Altstadtgefüges nicht beeinträchtigen. Darüber setze sich die ausführende Behörde trotz wiederholter Protestschreiben der Stadtverwaltung hinweg und beeinträchtige „den Charakter der Burganlage durch eine Vielzahl von farbigen Begrenzungspfosten sehr unsensibel und brachial“.

Der Stadtrat sei der Meinung, dass Bestimmungen, die den Wasserburgern abverlangt werden, selbstverständlich auch für übergeordneten Ebenen gelten müssten. Er fordere deshalb die Staatsregierung mit Nachdruck dazu auf, die Notwendigkeit der Anbringung der Begrenzungspfosten nochmals zu überprüfen und falls sie wirklich unentbehrlich erschienen, zumindest ihre Anzahl auf das unbedingt Notwendige zu beschränken. „Der Burginnenbereich ist ein sehr imposanter und einladender Platz, der durch die vorliegende Baumaßnahme stark abgewertet wird.“ Das könne nicht im Sinne de Staatsregierung sein. Die Mitglieder des Bauausschusses unterstützten und verabschiedeten diese Resolution an den Freistaat einstimmig.

Große Zustimmung gab es zu einer anderen Installation auf der Burg: Dort darf nun doch eine Bedarfsampel entstehen, wie Kölbl bekannt gab. Was vor allem die Seniorenreferentin Friederike Kayser-Büker(SPD) sehr freute. Damit werde der Weg für Fußgänger über die Schmidzeile, deren Umgestaltung geplant ist, weiter über die Burg bis hin zur Rampe, die eine Verkehrsinsel bekommt, ein gutes Stück sicherer. Eigentlich hatte das Straßenbauamt dort keine Bedarfsampel, die nur für den Straßenverkehr rot wird, wenn Fußgänger queren wollen, akzeptieren wollen. Allerdings ergab ein Ortstermin mit allen Behördenvertretern, dass eine Ampel wohl die Querungshilfe mit den wenigsten Nachteilen sei. Und dann blieben Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel und Planer Konrad Haindl hartnäckig, verhandelten immer wieder nach, bis das Okay vom Straßenbauamt kam.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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