"WS" bald Fall für den Bundesrat!

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Die alten Kennzeichen: WS für Wasserburg, AIB für Bad Aibling.

Wasserburg - Mit der Wiedereinführung der alten Wasserburger und Bad Aiblinger Autokennzeichen muss sich jetzt der Bundesrat auseinandersetzen.

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Mit der Wiedereinführung der alten Wasserburger und Bad Aiblinger Autokennzeichen muss sich jetzt der Bundesrat auseinandersetzen. Die Mehrheit der Bürger in ganz Deutschland, wie auch die meisten Verkehrsminister der Länder sprachen sich für die Wiedereinführung aus.

Professor Ralf Borchert:

O-Ton

Eine aktuelle Studie der Hochschule Heilbronn unterstreicht diesen Trend jetzt stark, so Professor Ralf Borchert. Das Bundesverkehrsministerium in Berlin habe diesen Wunsch jetzt entgegen genommen, im Juli oder August soll das Thema dann im Bundesrat behandelt werden, so Borchert.

Die Studie zur Wiedereinführung der alten Autokennzeichen wurde von der Hochschule Heilbronn in 150 deutschen Städten durchgeführt. Dreiviertel der Befragten hatten sich dafür ausgesprochen. Am gestrigen Dienstag wurde diese Studie auch in Wasserburg vorgestellt.

Quelle: Radio Charivari

Es sieht gut aus für das WS-Kennzeichen, und nicht nur für dieses aus dem Verkehr gezogene Kennzeichen. Meist über 70 Prozent der Befragten in 20 bayerischen Städten wollten ihr altes Kennzeichen wieder. Und auch auf politischer Ebene "ist die Tendenz dazu wahrscheinlich", so Professor Dr.Ralf Bochert.

Seit April befragte das Team Bocherts von der Hochschule Heilbronn im Rahmen der "Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung" über 30 000 Menschen bundesweit in 150 Städten zu ihren Kennzeichenwunsch. Ziemlich genau vor einem Jahr wurden auch die Wasserburger gefragt und das Ergebnis war eindeutig. Von 251 Befragten wollten 76,2 Prozent WS an ihrem Auto. "Ich glaube es funktioniert", ist sich ein Jahr später der Professor relativ sicher und auch verwundert, wie schnell sich das Projekt entwickelt hat. Er habe, sagte er gestern bei einem Besuch im Rathaus, wo er über aktuelle Tendenzen auch in der Politik in einem Gespräch mit dem Bürgermeister informiete, mit fünf Jahren für dieses Projekt gerechnet. Jetzt sei es nach zweieinhalb Jahren schon so weit. Den Bürgermeister freuts: "Wir reden über sehr viel mehr als wir vor zwei Jahren gedacht haben, es ist eine schöne Sache, auch eine Herzensangelegenheit".

"Man tut was gutes, ohne dass es viel kostet", so Bochert. Rund 100 Euro wären in die EDV zu investieren, dass WS wieder auf den Kennzeichen stehen könnte. Die meisten Bundesländer würden die Idee mittragen und nach der Entscheidung der Verkehrsministerkonferenz im vergangenen Jahr, eine Lockerung der entsprechenden Vorschriften der Fahrzeugzulassungsverordnung anzustreben, habe die Einführung mehrerer Kennzeichen in einem Landkreis realistische Chancen. Nächste Entscheidungen werden im Herbst im Bundesrat anstehen. Stimmt er zu, wovon Bochert ausgeht, könnte es schon im nächsten Jahr ernst werden mit den neuen WS-Schildern.

Nicht nostalgische Gründe waren es, die Idee aufzugreifen, alte Kennzeichen - im Landkreis Rosenheim für WA für Wasserburg und AIB für Bad Aibling - wieder möglich zu machen. Aus dem Marketing-Bereich kam die Idee, "weil ein Landkreis zu groß für eine emotionale Bindung ist, weil es den Charme hat, dass es nichts kostet und weil sich alle freuen", so Bochert. Weil vor allem Jüngere überraschend eindeutig den Bezug zur eigenen Stadt über das Kfz-Kennzeichen wollen, müsse es sich, so schreibt der Professor in seiner Studie, ganz klar um einen Identitätsbezug zur Heimatstadt handeln. Und zum Thema Nostalgie kam heraus, dass gerade von Oldtimer-Fans Gegenstimmen zu hören waren. Sie befürchten, dass durch eine Wiedereinführung der Kennzeichen die Besonderheit der noch bestehenden auslaufenden Kennzeichen verloren ginge. Das bedeutetet, dass bei der Wiedereinführung die Möglichkeit eines modernen Stadtmarketings in den Vordergrund gerückt werden sollte.

Genehmigt sind übrigens schon 50 "neue" Kennzeichen, allerdings keines in Bayern. So hat die Insel Rügen ihr RÜG, im Landkreis Nordvorpommern mit dem Kennzeichen NVP, Greifswald, Stralsund, Wismar und Neubrandenburg haben ihre Kennzeichen ebenfalls schon.

220 deutsche Städte haben sich seit Beginn des Projekts inzwischen durch Stadt- beziehungsweise Gemeinderatsbeschluss für die neue Möglichkeit der Kennzeichen positioniert. In Wasserburg wird das der Stadtrat bei der morgigen Sitzung tun. "Eine reine Formalie, damit der Beschluss nach Schrobenhausen geschickt werden kann, wo alle Fäden zu diesem Thema in Bayern zusammenlaufen, um sie dann gebündelt nach München zu schicken", so Michael Kölbl.

vo/Wasserburger Zeitung

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Quelle: rosenheim24.de

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