Schulen reagieren auf Terror mit Einfühlungsvermögen

Thema beschäftigt Schulen: "Wir schaffen Rückzugsmöglichkeiten"

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An der Schweigeminute wollen sich viele verschiedene Schulen beteiligen. Außerdem wird auf den Bedarf der Schüler reagiert. Vielerorts wird das Thema aufgearbeitet, je nach Altersklasse.
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Altlandkreis - In Stadt und Land Wasserburg zeigen die Lehrer viel Einfühlungsvermögen. Nach den Terroranschlägen in Paris gehe es darum, individuell auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen, heißt es von Schulleitern.

"Wir beteiligen uns an der Schweigeminute und jeder Lehrer wird in seiner Klasse individuell mit dem Thema Terror in Paris umgehen", betont Hermann Huber im Gespräch mit wasserburg24.de.

In der Realschule in Haag sowie weiteren Schulen im Altlandkreis Wasserburg geht man individuell auf die Bedürfnisse der Schüler ein. Auch jetzt nach den Terroranschlägen in Paris.

Der Schulleiter der Realschule Haag ist sich sicher, dass es genau die Lehrer seien, die durch das Vertrauensverhältnis mit der jeweiligen Klasse sehr individuell und einfühlend auf die schrecklichen Ereignisse in Paris eingehen können. "Wir haben auch unsere Kapelle hergerichtet, sie dient allen Schülern, die hier Inne halten möchten, als Rückzugsort", so Huber weiter. 

So wichtig die Verarbeitung der Ereignisse ist, so wichtig sei es aber auch, den Schülern Ängste zu nehmen und den Ängsten der Schülerschaft entgegenzutreten, zeigt sich der Schulleiter aus Haag überzeugt. Ein gewisses Maß an Furchtlosigkeit sei im Alltag notwendig.

Die Individualität bleibe wichtig, ist sich auch Schulleiter Markus Hösl-Liebig von der Realschule Wasserburg sicher. "Jede Klasse wird dem eigenen Bedarf entsprechend dieses Thema bearbeiten", so Hösl-Liebig auf Nachfrage von wasserburg24.de. Die Schweigeminute mittags um 12 Uhr werde man wahrnehmen, er sei sich sicher, dass sich daran viele Schüler beteiligen mögen, betont der Schulleiter.

Alles kann - nichts muss

Jeder Schüler, der mit besonderem Bedarf das Thema der Terroranschläge in Paris verarbeiten möchte während der Schulzeit, hat in den Schulen im Altlandkreis Wasserburg dazu Berechtigung und Gelegenheit. Einen einheitlichen Fahrplan gibt es nicht, wohl aber die Erkenntnis, dass jeder Mensch dieses Thema anders verarbeitet.

"Wir brauchen stetig viel Einfühlungsvermögen, dies funktioniert in den Klassen mit dem jeweiligen Klassenlehrer am Besten", so Hösl-Liebig.

Großes Vertrauen in Pädagogen

Auch an der Grund- und Mittelschule Gars am Inn wird auf das Bedürfnis der Trauer oder Verarbeitungsnotwendigkeit der Kinder und Jugendlichen geachtet. "All diejenigen Klassen, die sich dem Thema widmen möchten, bekommen dazu Gelegenheit, doch es kommt sicher auch auf die Altersstufen der Kinder an", ist sich Konrektorin Regina Hornig sicher. Die Lehrer würden sich hier auf die Schüler einstellen. "Wir setzen großes Vertrauen in unsere Lehrer und sind uns sicher, dass sie das jeweils Richtige tun, um dem Thema gerecht zu werden", so Hornig gegenüber wasserburg24.de. An der Mittelschule in Wasserburg wird je nach Altersstufe in den Klassen das Thema behandelt, in den 5. Klassen freilich anders als in den 9. oder 10., erklärt Schulleiter Franz Stein. Mittags werde er eine Durchsage machen, dann möchte man sich geschlossen - aber auf freiwilliger Basis der Schüler - an der Schweigeminute beteiligen. Es habe zu Unterrichtsbeginn keine öffentlichen Bedarfsmeldungen für mehr Thematisierung gegeben, man bleibe dabei, dass die jeweilige altersgemäße Maßnahme von Themen die Richtige sei, so Stein.

Manche Schulen beraten noch

Am Luitpold-Gymnasium wird aktuell noch darüber beraten, in welcher Form man sich heute gegen Mittag speziell im Klassenverbund oder der gesamten Schulfamilie dem Thema annehmen wird. Ebenso entscheidet in der nächsten Stunde das Gymnasium Gars über Möglichkeiten, das Thema gemeinschaftlich zu verarbeiten.

Kleinsten haben unterschiedlichen Redebedarf

Schon in den Kindernachrichten oder durch Gespräche mit den Eltern haben oft Kindergarten- und Vorschulkinder ebenfalls von den Terroranschlägen in Paris erfahren. "Wir müssen hier genau darauf achten, welche Kinder darüber sprechen möchten und welche Kinder das Thema nicht migbekommen haben", heißt es aus der Kindertagesstätte der Burgau in Wasserburg. Von selbst werden die Erzieherinnen das schlimme Ereignis nicht zur Sprache bringen, man wolle nicht unnötig Ängste schüren oder Kinder verunsichern. "Das würde Kinderseelen extrem erschrecken".

Quelle: rosenheim24.de

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