Das Jahr 2014 im Altlandkreis Wasserburg

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Viel bewegende und diskussionswürdige Ereignisse gab es im Jahr 2014 im Altlandkreis Wasserburg. Unser Jahresrückblick fasst kurz zusammen.
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Altlandkreis - Das Jahr 2014 war von Überraschungen, Unstimmigkeiten und kraftvollem Tun geprägt. Eine Auswahl an Situationen haben wir hier zusammengestellt.

JANUAR

Am Silvestertag 2013 brannte in Edling ein Mehrfamilienhaus. Für eine 15-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Die Jugendliche ist bereits das zweite verunglückte Kind der Familie. Viele Edlinger engagierten sich als Helfer nach dem Unglück, viele Spenden gingen für die betroffene Familie ein, die nach dem Brand auch alles Hab und Gut verlor. Bürgermeister Matthias Schnetzer dankte allen Rettungskräften und Bürgern für die Hilfe. Der Start ins Jahr 2014 war in Edling von viel Traurigkeit, Mitgefühl und Zusammenhalt geprägt.

FEBRUAR

Lärm zu nächtlicher Stunde in der Altstadt belastet das Stadtleben. Im Februar hat sich der Hauptausschuss der Stadt Wasserburg dafür ausgesprochen, den Lokalbetreibern nochmals eine Selbstbeschränkung als Chance zu geben. Sollte sich an der Lärmbelästigung nichts ändern, werde es eine Sperrstunden-Regelung geben, heißt es aus dem Rathaus. Bei einem Gespräch mit Altstadt-Gastronomen, Polizei, Bürgermeister und Gaststättenaufsicht des Landratsamtes wurde auf das Problem hingewiesen. Im Laufe des Jahres kam es zu Besserungen, weiterhin fallen einzelne Standorte sowohl wegen Lärm als auch wegen Verschmutzungen im Altstadtgebiet auf.

DJ Sepp aus Rott feiert 2014 sein "40. Dienstjubiläum"

Im Februar 2014 findet in der Wasserburger Badriahalle erstmals die Faschingsveranstaltung „Wasserburg wackelt“ statt. Musikalisch hatte hier DJ Sepp aus Rott das Ruder in der Hand. Er feierte 40-jähriges DJ-Jubiläum und ist in der Region bekannt wie ein bunter Hund. Die Besucher nimmt er bei jedem Event mit auf seine musikalische Reise. „Mit 15 Jahren habe ich angefangen als DJ, noch immer macht es mir großen Spaß, die Leute musikalisch zu unterhalten“, heißt es von dem Rotter. DJ Sepp aus Rott legt seit 40 Jahren sowohl in Diskotheken als auch auf Partys auf.

MÄRZ

Im März wurden auch im Altlandkreis die Bürgermeister und Gemeinderäte neu gewählt. Einige Bürgermeister wurden im Amt bestätigt, einige Überraschungen kamen auf.

Das Durchschnittsalter der Bürgermeister im Landkreis Rosenheim liegt bei 48 Jahren. Er ist mit gerade 29 der jüngste Bürgermeister im Landkreis Rosenheim. Georg Reinthaler aus Bachmehring freut sich auf seine neue Aufgabe als Rathauschef in Eiselfing. Nicht nur sein Alter ist eine Besonderheit, auch seine politische Zugehörigkeit ist ein Novum für die Kommune: Reinthaler ist Grünen-Anhänger, hat viele Ideen, um die Gemeinde voranzubringen, versprach aber, nicht alles umkrempeln zu wollen.

APRIL

Es gab im Jahr 2014 viele Trends, die verfolgt wurden. Von den unterschiedlichen Challenges bis hin zu Loom-Bänder-Knüpfen. Viele Fans der neuen Freizeitbeschäftigungen und er Nominierungs-Wettbewerbe hatten 2014 gut zu tun. Im April war zudem eine Möglichkeit, seine Freundin via persönlicher Daten und Maße in Kamele "abzuwiegen". Diese Methode der Erkenntnis, wie viel der eigene Schatz denn wert sei, wurde zum regionalen Hit. Der Kamelrechner ging an der Jugend und den Junggebliebenen nicht vorbei.

Kommt eine Deponie in Odelsham oder zeigt die eingereichte Petition Wirkung? Diese Frage beschäftigt die Region das gesamte Jahr 2014. Nach der Einreichung der Petition gegen das Deponie-Vorhaben kommt es zweimal zu einer Behandlung der Sachlage im Umweltausschuss des Landtags. Die Petition brachte schlussendlich keinen Erfolg, jetzt steht das Planfeststellungsverfahren an, ein Ausgang, ob die Genehmigung erteilt wird, ist noch unklar. Die betroffenen Kommunen haben die Möglichkeit, weiter Einwände gegen das Projekt einzugeben. Die Bürgerinitiative bleibt ebenfalls aktiv, um die AK-1-Deponie zu verhindern, die in unmittelbarer Nähe zu Schulen und Krankenhäusern errichtet werden würde.

Am 1. April haben wir behauptet, der Protz-Bischof zieht nach Limburg ins idyllische Stadtgebiet Wasserburg.

Einen kleinen Spaß haben wir uns am 1. April gemacht. Wir haben behauptet, dass der Protz-Bischof in das idyllische Limburg im Stadtgebiet Wasserburg seine neue Residenz finden wird. Dieser Aprilscherz lag einfach auf der Hand, wenn der Altlandkreis schon ein Limburg hat, mussten wir uns dieser Vorlage bedienen. Natürlich kommt Tebartz-van Elst nicht zu uns, wir Einheimischen bleiben unter uns.

MAI

Das gesamte Jahr 2014 über gab es viele Aktionen und Veranstaltungen, die den Unmut gegen die Planungen zur B15neu verdeutlichte. Unter anderem wurden im Mai verbreitet Mahnfeuer gezündet, um den Widerstand zu betonen. Im Altlandkreis Wasserburg haben sich viele Bürger und Gleichgesinnte zusammengetan, um sich gegen die Planungen zu wehren. Mehr als 200 Mahnfeuer gab es im Mai, am 10. Januar soll es erneut zu einer Mahnfeuer-Aktion kommen, heißt es jetzt  von den Initiatoren. Der Trassenverlauf ändert sich immer wieder, dadurch mehren sich auch die Gegner der B15neu.

JUNI

Natürlich beschäftigt uns im Juni die WM ganz besonders. Viele Public-Viewings im Altlandkreis werden gerne genutzt, um gemeinsam den erfolgreichen Lauf der deutschen Kicker mitzuerleben. Unser 24er-WM-Orakel GINGER ist übrigens ein echtes Wasserburger Kindl. Sie schafft es mit den Orakel-Videos, uns auf den WM-Sieg einzustimmen.

In der Mittelschule in Wasserburg wurde der Schulalltag im Container schnell zur annehmbaren Situation. "Unser Schulalltag in den Pavillons läuft besser als gedacht", erklärt Rektor Franz Stein im Gespräch mit wasserburg24.de.Der Schulleiter ist zufrieden, dass es nur wenige Einschränkungen im Bereich der Räume gebe. Das Lagern von Materialien und die reduzierte Menge an Nebenräumen seien hier der unglücklichste Faktor, so Stein, ansonsten könne man von einem normalen Schulalltag sprechen. "Die Schüler und Lehrer können geräumige Klassenzimmer nutzen, die ganz und gar nicht nach unliebsamen Container aussehen" heißt es von der Schulleitung weiter.   

JULI

Das Wetter hat gepasst, das wasserburg24.de-Seifenkistenrennen war ein voller Erfolg.

Viele Besucher, viele Starter und spaßige Stunden in Kornberg im Stadtgebiet Wasserburg waren Anlass dafür, das Seifenkistenrennen nun zu einer jährlichen Veranstaltung werden zu lassen. Durch Sponsorengelder und die Einnahmen aus den Startgebühren der Rennteilnehmer konnte die offene Jugendarbeit in Wasserburg unterstützt werden. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten und dem Jugendtreff Innsekt viel Freude bei der Projektarbeit.

AUGUST

Am 15. August 2014 wurde eine 21-jährige Frau aus dem Altlandkreis von einem gleichaltrigen Asylbewerber, der in Wasserburg untergebracht war, mit einem Messer verletzt. Der mutmaßlichen Täter ergriff die Flucht, eine Fahndung brachte monatelang keinen Erfolg. Im Dezember 2014 wurde der Mann nach seiner Rückkehr in die Innstadt von der Polizei festgenommen. Er befindet sich aktuell in Untersuchungshaft. Durch die Tat kam es zu unterschiedlichen Meinungen, was das Engagement der Asylpatenprojekte in der Region anbelangt.

SEPTEMBER

Auf dem Festplatz in Wasserburg stehen immer wieder einmal Zirkuszelte, viele Familien kommen gerne zu den Vorstellungen. Im September wird ein gastierender Zirkus von einem pöbelnden Vater derart verängstigt, dass sich die Zirkusleute entscheiden, vorzeitig abzureisen und die geplanten Vorstellungen nicht mehr abhalten. Im Nachhinein bittet die Zirkusdirektion die Stadt Wasserburg um Rückerstattung der Pachtgelder für den Festplatz.

Besonders gerne gelesen wurde im September auch die "Beichte" einer jungen Studentin aus dem Altlandkreis, die sich ihren Lebensunterhalt durch gezieltes Chatten bei Dating-Seiten verdient. Die "Fake-Chatterin" bringt viele Männer dazu, Abos auf Dating-Seiten abzuschließen. Die Meinungen dazu gingen bei unseren Lesern auseinander. Ist dieser Job ethisch korrekt?

OKTOBER

Viele Wochen Bauzeit wird das Vorhaben der Badria-Verantwortlichen in Anspruch nehmen. Das Familienbad soll energetisch saniert und modernisiert werden, um dem Badria auch zukünftig gute Besucherzahlen zu bescheren. Nach den Sommerferien wird das Badria für einige Wochen geschlossen, die Umbauarbeiten laufen auf Hochtouren. Pünktlich zum Beginn der Weihnachtsferien wird das umgebaute Bad wieder geöffnet, lediglich auf den neugestalteten Gaudibrunnen müssen die Besucher noch verzichten, hier ist eine Wiedereröffnung für Anfang Februar 2015 vorgesehen. Der allgemeine Badebetrieb wurde im Dezember wieder aufgenommen.

NOVEMBER

Der WFV in Wasserburg wollte den Coca-Cola-Weihnachtstruck in die Stadt holen. Die Stadt jedoch hat sich gegen diese moderne Christmas-Stimmung ausgesprochen, die Meinungen dazu gingen auseinander, braucht die Adventszeit diese besondere Stimmung durch den Besuch des Coca-Cola-Weihnachtstrucks?

Ende November passierte in Schonstett ein folgenreicher Schulwegunfall. Ein Neunjähriger starb an den Folgen des Unfalls. Der Gymnasiast wurde beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst. Die Mitschüler und Lehrer gedachten dem ums Leben gekommenen Mikka. In der Region kam eine Diskussion auf, viele Leser forderten sicherere Standorte für Schulbushaltestellen.

DEZEMBER

Abgelegter Müll an der Parkbucht entlang der Staatsstraße regt Bürger und Streckenposten gleichermaßen auf. Die Verantwortlichen der Straßenmeisterei Ebersberg, die für den Unterhalt der Staatsstraßen 2092 im Bereich Neudeck bei Wasserburg zuständig sind, zeigen sich empört über den Hausmüll, der neben der Mülltonne abgelegt wird. "Wir müssen drei Mal die Woche die Mülltonne hier leeren und sind erschüttert, wie dreist hier manche Menschen sind", heißt es von Frank Plate von der zuständigen Straßenmeisterei aus Ebersberg. Das Problem scheint nicht gelöst werden zu können, allein an die Vernunft der Bürger wird momentan appelliert.

DAS JAHR 2014

Im gesamten Jahr 2014 kam es zu vielen schönen, emotionalen - aber auch traurigen Ereignissen. Bei der Wasserwacht waren viele Einsätze zu verzeichnen, außerdem der Wechsel des ersten Vorsitzenden. 

Viele Retter, die sich engagierten, um Menschen aus dem Inn zu retten, um nach Unfällen schnell Hilfe zu leisten und um nach einem Alarm umgehend am betroffenen Standort zu sein, lässt erkennen, dass es im Altlandkreis Wasserburg jede Menge Menschen gibt, die sich gerne einsetzen.

Vereinsleben, Schulalltag, Arbeitswelt und Familiensituationen, der Altlandkreis lebt mit allen Sinnen und hat viel zu bieten. Es war ein bewegtes Jahr 2014. 

Quelle: rosenheim24.de

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