Dürfen auch Frauen Nikolaus sein?

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Wann kommt der Nikolaus in der Region und darf auch eine Frau in die Kostümpracht schlüpfen?
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Altlandkreis – Die Nikoläuse haben in den nächsten beiden Tagen viel zu tun. Doch es gibt Unterschiede, wann der heilige Mann bei den Familien vorbeischaut. Stadt und Land handhaben es anders.

Kommt der Nikolaus am Vorabend des Nikolaustages, oder doch erst am 6. Dezember?

In der Region gibt es unterschiedliche Meinungen, auch in den Pfarrbüros. Simone Mangstl ist Leiterin einer Landjugendgruppe im Altlandkreis Wasserburg. Für sie steht fest, dass der Nikolaus im Dorf am Vorabend, also am 5. Dezember zu den Kindern kommen soll. „Das war irgendwie schon immer so bei uns im Ort und ich finde diesen Brauch auch gut so“ heißt es von der Jugendleiterin. In den Pfarrgemeinden nachgefragt, heißt es überwiegend das Gleiche: „Bei uns wird der Nikolaus am 5. Rausgeschickt“.

In den Städten hingegen scheint sich der 6. Dezember zu festigen. „Der Nikolaus soll auch am Nikolaustag seinen Auftritt haben“, erklärt Kaplan Bernd Wagener. Der Geistliche findet den Zusammenhang der Geschichte des Heiligen, wie sie in den Schulen gelehrt werde und dem Erscheinen des Nikolauses wichtig.

Weiteres fällt auf

Die Frage, wann der Nikolaus auftaucht, wird unterschiedlich beantwortet. Eines allerdings ist sowohl in der Stadt als auch auf dem Land sehr ähnlich. Fast ausschließlich schlüpfen Männer in die Nikolauskostüme. „Wenn der Nikolaus aus seinem goldenen Buch vorliest kann er das doch nicht mit einer Frauenstimme tun“ betonen viele Organisatoren der Pfarrbüros aus der Region. „Die weiblichen Helfer dürfen jedoch gerne als Krampus verkleidet mit dabei sein, denn grimmig schauen in düsterer Montur klappt geschlechterunabhängig“, so Rosi Anderl. Sie teilt schon seit zwei Jahrzehnten die Nikolaustouren in ihrer Pfarrgemeinde ein und berichtet, dass es zu den Anfangszeiten meist Geistliche übernommen hatten, um den Kindern mit ansprechenden Worten auch den Hintergrund des Nikolaus-Besuchs näher zu bringen. „Heutzutage übernehmen das aber auch viele Landjugendgruppen aus den einzelnen Pfarreien“ so Anderl.

Dennoch bleibe es dabei, dass die Burschen als Nikolaus und die jungen Damen als Kramperl unterwegs seien. „Die kleinen Kinder merken einfach den Unterschied und zweifeln sonst schon recht früh an dem Zauber des Nikolaus-Besuchs“ sind sich die Verantwortlichen der Pfarreien einig.

Diskriminierung?

Wasserburg24.de-Reporterin Regina Mittermair fragt nach bei Anna Bayr. Die 20-Jährige leitet den Nikolaus-Service einer Landjugendgruppe aus dem Altlandkreis Wasserburg und findet es völlig in Ordnung, dass der Nikolaus männlich bleiben soll. „Das wäre kindisch, zu sagen, dass auch wir Frauen ins Nikolauskostüm schlüpfen wollen“ erzählt Anna Bayr. Der Bart kratze ohnehin sehr, das sei eh kein wirklicher Spaß so verpackt zu sein, lächelt Bayr.

In der Gruppe werde vorab immer besprochen, wie sich ein Nikolaus zu benehmen habe, und die Mädchen der Landjugend geben den Burschen Tipps, damit sie sehr feinfühlig auf die Kinder reagieren. „Unangenehm wird es für uns Mädels nur, wenn es draußen zapfig kalt ist und wir Kramperl nicht mit ins Haus dürfen, weil die Kinder so Angst vor uns haben“ blickt Anna Bayr auf die letzten Jahre und Einsätze als Niko-Helfer zurück.

Der Nikolaus als reiner Männerjob wird also nicht hinterfragt in der Region. Eine Revolution ist nicht in Sicht.

Quelle: rosenheim24.de

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