Gründungsversammlung der Bürgerinitiative am 16. April

Anrainer wehren sich gegen Wohnkomplex in Attel: "So nicht!" 

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Die Klosterschänke Attel weicht in absehbarer Zeit einem Neubau. Gegen diese massiven Planungen des Bauträgers aber gehen die Anrainer in Form einer Bürgerinitiative vor. 
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Attel - Bebauung ja, aber im "normalen Rahmen" - Der geplante Wohnkomplex auf dem Grundstück, auf dem die Klosterschänke steht, treibt die Bürger um. Anrainer haben nun eine Bürgerinitiative gegründet. 

Andrea Bast wohnt in Attel 6, direkt neben der Klosterschänke. Mit Entsetzen haben sie und ihre Nachbarn die Pläne zu dem Neubau auf dem Nachbargrundstück verfolgt. Ein Wohnkomplex, 67 Meter lang und mehrere Stockwerke hoch soll neben ihren Häusern entstehen. Für sie stand fest: Sie wollen nicht tatenlos zusehen. Bast hat sich mit ihren Nachbarn zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Acht Personen sind bereits Mitglied, doch es sollen mehr werden. 

Erste Versammlung der Initiative Mitte April 

"Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung und die Schaffung neuen Wohnraums ist wichtig", stellt Bast fest. "Aber wir sind definitiv gegen den Bau von Hochhäusern in unserem Ortsteil und gegen jede Bebauung, die über zwei Stockwerke hinaus geht. Wir wollen die kleinteilige Struktur der bisherigen Siedlungen in Attel beibehalten."

"Die Bebauung soll im Rahmen bleiben. Auf den 3000 Quadratmetern Fläche hätten fünf Einfamilienhäuser Platz, da braucht es doch kein Hochhaus, das einem sofort ins Auge sticht", unterstreicht Bast ihre Motivation. Am liebsten wäre es der Initiative, würde der Bauträger Reihen- oder Einfamilienhäuser bauen, die sich in das Ortsbild einfügen

Am Montag, 16. April, findet die erste Versammlung der Initiative statt. Ab 19 Uhr können alle Interessierten im Brauhaus Attel mitdiskutieren und sich der Initiative anschließen. Die Bürgerinitiative agiere laut Bast als "öffentliche Stimme" gegen den geplanten Wohnkomplex. "Die Leute sollen sehen, dass hier jemand ist, der deutlich sagt: 'So nicht!'", betont die Initiatorin.

Und die Klosterschänke? 

Günther Schröder betreibt die Klosterschänke Attel. Ihm gehört auch das Grundstück, das er, wie er sagt, "aus betrieblichen Gründen" an den Bauträger verkauft habe. Werden die Pläne für die Bebauung genehmigt, seien die Tage der Klosterschänke gezählt. Doch das Gasthaus habe sich laut dem Inhaber "finanziell eh nicht mehr getragen"

"Freilich habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht", resümiert Schröder. "Wenn man 30 Jahre lang Herzblut und Engagement in einen Betrieb steckt, fällt es schwer, plötzlich alles aufzugeben." Bis Ende des Jahres aber läuft der Betrieb der Klosterschänke Attel weiter wie gewohnt zu den aktuellen Öffnungszeiten

Darüber hinaus erachte Schröder es als wichtig, dass Wohnraum geschaffen werde. Auf die Art und Weise, wie der Bauträger bauen möchte, habe er aber nach dem Verkauf "keinen Einfluss mehr". Seine letzte Aktion auf dem Grundstück sei die Fällung der fünf Bäume gewesen. Zwei davon seien jedoch sowieso "nicht mehr gesund" gewesen und die Fällung sei turnusmäßig im Februar erfolgt. 

Wie geht es weiter? 

Das Thema kommt demnach erst ins Rollen. Bei der Genehmigung des geplanten Komplexes hat die Stadt Wasserburg ein Wörtchen mitzureden. Die Mitglieder des Bauausschusses lehnten die erste Planung im März bereits einstimmig ab und wollen sich gemeinsam mit dem Landratsamt um eine Lösung bemühen. 

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann betont, zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man den geplanten Neubau in dieser Art und Weise als Entwurf für 30 Wohneinheiten und Tiefgaragen nicht realisieren.  

mb

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