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Basketball-Trainerin

Von „Down under“ nach Wasserburg: Warum „Hummeln im Hintern“ die Hauptrolle bei Rebecca Thoresen spielen

Die australische Fahne daheim beweist, wo ihre Wurzeln sind, doch Rebecca Thoresen hat in ihrer Wahlheim Wasserburg bereits intensiv Wurzeln geschlagen.
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Die australische Fahne daheim beweist, wo ihre Wurzeln sind, doch Rebecca Thoresen hat in ihrer Wahlheim Wasserburg bereits intensiv Wurzeln geschlagen.

Temperamentvoll, engagiert, extrovertiert: Rebecca „Bec“ Thoresen trainiert die Wasserburger Basketball-Frauen. Wie es die 44-Jährige nach Wasserburg verschlagen hat und was ihr persönlicher Schmerzpunkt ist.

Wasserburg – Temperamentvoll, engagiert, extrovertiert: Das sind die Eigenschaften, die Rebecca „Bec“ Thoresen auszeichnen und mit denen sie als Trainerin der Basketball-Frauen des TSV 1880 Wasserburg neue Erfolge feiern will. Die Voraussetzungen dafür erfüllt sie ganz bestimmt – sie kann die Spielerinnen in ihren Bann ziehen, mit Überzeugung und klaren Ansagen, mit Energie und guter Laune. Nebenher ist sie Lehrerin. Sie bereitet im Gymnasium und in der Volkshochschule ihre Schülerinnen und Schüler auf die mündliche Prüfung in Englisch vor.

Mal die beste Korbwerferin der Bundesliga

Von Australien hat es sie vor Jahren nach Deutschland verschlagen. Kein Problem für sie, mit der Mentalität hier zurechtzukommen. „Ich bin ja auch ein ordentlicher Mensch, der auf die Regeln achtet. Und mein Mann kommt aus Norwegen.“ Da gehe es noch ein Stück akkurater zu, gibt sie zu verstehen. Im Übrigen seien die Australier – wie die Bayern – dem Leben zugewandt, gesellig. Und Melbourne, ihre Heimatstadt, gelte als eine europäische Stadt. Kein Problem also für sie, hier in Wasserburg Wurzeln zu schlagen.

Bei ihrem Lebenslauf kann man leicht den Überblick verlieren, so viele Wechsel liegen schon hinter ihr. „Das geht mir auch so“, sagt sie lachend. „Ich war ja fast 20 Jahre Basketball-Spielerin im Profibereich. Mein erstes Land war 2001 zufälligerweise Deutschland, da war ich in der Nähe von Hamburg.“ Beim SC Rist Wedel. In den Spielzeiten 2001/02 sowie 2002/03 war sie die beste Korbwerferin der Bundesliga.

Ihre anderen Stationen lässt sie aus, sagt nur, dass sie zwischendurch „mal hier, mal dort“ war. Im September 2007 landete sie schließlich als Spielerin in Wasserburg, ihr Mann, Ingenieur im IT-Bereich, folgte ihr treu.

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Dauerhaft in der schmucken Stadt am Inn zu wohnen, das war die Lebensplanung. Ihre erste Wohnung bezogen die beiden im Bruckbräu-Gebäude – an diese Bleibe denkt sie mit funkelnden Augen zurück: „Wir hatten den schönsten Blick, den es überhaupt gibt in Wasserburg.“

Elf Jahre lang spielte sie für den TSV, zumeist als Kapitänin, mit einer kurzen Babypause. Rebecca, allseits hoch geschätzt, wird im Verein zum Publikumsliebling. Zum Ende ihrer Karriere will sie sich nicht weiter äußern – sie sagt nur: „Das ist immer noch ein Schmerzpunkt. It’s a fact.“

Die Spielleidenschaft hat sie bis heute nicht losgelassen – eben war sie bei der Ü-40-Europameisterschaft in Malaga. Das deutsche Team triumphierte, die Titelverteidigung gelang. „Ich habe ein sehr gutes Turnier gespielt, bin ziemlich fit“, sagt sie im Rückblick. „Ich gehöre eben zur Basketball-Welt. Ich liebe Basketball. Und ich glaube, das kann ich auch als Coach vermitteln.“ So ist sie: eine mitreißende Sportlerin, eine Matchwinnerin.

Im September soll die Saison in der zweiten Basketball-Bundesliga beginnen, bis dahin muss sie noch ein Team zusammenstellen. Bisher sind erst wenige dabei, Rebecca hofft, dass sie noch einige Spielerinnen aus der Umgebung gewinnt. „Wir kämpfen drum.“

Das Geld ist knapp im Verein, deshalb muss sie einstweilen auf eine Trainerassistenz verzichten. Sie findet sich damit ab: „Das Leben ist, wie es ist“, sagt sie. „Ich bin keine, die verzweifelt.“ Sie vertraut auf ihre innere Kraft, auf ihre Spielintelligenz. „Ich will jedes Spiel gewinnen.“

Wichtig im Leben: Gesundheit, Sport und die Mutterrolle

Aber gleichzeitig bekennt sie, dass es wichtigere Dinge als den Sport gibt – die Gesundheit etwa. Und sie fügt hinzu: „Nur weil jemand einen Ball in den Korb werfen kann, sagt das nichts über seinen Charakter aus.“

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In Melbourne wuchs sie bei ihrer Mutter und ihrem Bruder auf, sie ging dort zur Schule und auf die Universität. Warum sie Australien den Rücken gekehrt hat? „Ich wollte Lebenserfahrung sammeln“, sagt sie. Sie reiste nach England, nach Hawaii, nach Mexiko, nach Malta, das ihr dank ihrer Herkunft einen EU-Pass bescherte. 2009 wurde sie zu Maltas Sportlerin des Jahres gewählt.

„Ich hatte Hummeln im Hintern. Und jetzt bin ich hier.“ Und sie genießt nicht nur den Sport, sondern auch ihre Rolle als Mutter – bald wird ihre Tochter acht Jahre, mit ihr will sie viel Zeit verbringen. Und ihre Augen funkeln wieder.

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