Wohnraum als Thema im Bauauschuss

Bürgermeister: Verdichtung schon - aber bitte etwas kleiner

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Wasserburg - „Verdichtung ja, aber das hier ist ein bisschen zu viel“, fasste Bürgermeister Michael Kölbl die Sicht der Verwaltung zum Antrag auf Vorbescheid um Bau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage und Carports zusammen. 

Da das Vorhaben am Wuhrbach an einem Gewässer dritter Ordnung liegt und damit in einem hochwassersensiblen Bereich, ist auch das Wasserwirtschaftsamt zu dieser Problematik gefragt, eine Antwort lag bei der jüngsten Bauausschusssitzung noch nicht vor. Die Prüfung, ob das Mehrfamilienhaus sich baulich in die Umgebung einfüge, fiel aus Sicht der Verwaltung auch negativ aus, weil die Häuser in der Umgebung meist zweigeschossig sind, mit Ausnahme des Sigl-Baus, das Mehrfamilienhaus also zu hoch ist, auch die überbaute Grundfläche ist zu groß.

Zu hoch, zu groß, darin war man sich im Bauausschuss einig, aber auch, dass dort eine Verdichtung möglich sei und man sicher eine Lösung finden werde. Wenn verdichten, dann in der Altstadt, an dieses beschlossene Ziel erinnerte Otto Zwiefelhofer (CSU). Friederike Kayser-Büker (SPD) wies darauf hin, dass es in Wasserburg einfach an bezahlbaren Mietwohnungen fehlt.

Mangel an Mietwohnungen

Der Mangel an Mietwohnungen kam auch beim nächsten Punkt zur Rede. Das Haus Marienplatz 8 soll einen Aufzug bekommen, das Dach und die Fassade sollen um 70 Zentimeter angehoben werden, um im Dachgeschoss Wohnraum zu schaffen. Dachflächenfenster sind nicht vorgesehen, Licht bekommt die Wohnung genug dank eines nicht einsehbaren Dacheinschnitts. Mit dem Denkmalschutz abgesprochen ist die Planung des Einzeldenkmals im Ensemble der Stadt, sodass dem Vorhaben zugestimmt wurde.

„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“, forderte Peter Stenger (SPD), der am Marienplatz eine weitere Luxussanierung in der Altstadt vermutete. Nachdem geklärt war, dass keine Grundsanierung des ganzen Hauses, sondern nur der Einbau des Aufzugs und der Ausbau des Dachgeschosses vorgesehen sind, drehte sich die Diskussion um eine ganz andere Frage: „Der Bauausschuss ist nicht das richtige Instrument, hier geht es einzig um das Baurecht, wenn es darum geht bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, da muss die Stadt aktiv werden“, so Christian Stadler (Die Grünen). „Ich denke schon, dass es sinnvoll ist, wenn man im Bauausschuss auf solche Sachen hinweist“, meinte Stenger, während Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler) auch an den Eigentümer dachte, der schließlich die ganzen Kosten zahlen müsse.

Landkreis will günstige Wohnungen schaffen

Günstige Mietwohnungen schaffen möchte der Landkreis, „das ist die klare Ansage“, so Kölbl zum Punkt Änderung des Bebauungsplan „Nördliche Burgau“. Der Plan stammt aus dem Jahr 1989, wurde im Sommer 2013 geändert und soll nun nochmals geändert werden, damit der Landkreis im Hinblick auf den aktuellen Bedarf die Grundstücke neu ordnen kann. Auf den landkreiseigenen Flächen am Wendeplatz des Ringelnatz-wegs sollen ein zweigeschossiges Doppelhaus, eine zweigeschossige Reihenhausanlage, ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit sechs und ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen mit Tiefgaragen und möglichem Dachausbau entstehen.

Die Empfehlung, den Bebauungsplan zu ändern, geht nun in den Stadtrat. 

Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © red

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