Bebauungsplan soll Hotel sichern

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Etwa so groß wie das benachbarte Hotel soll der Neubau im Biergarten werden. Über die Gestaltung der Fassade und den Schluss der Lücke zwischen Neubau und Hotel entscheidet Mitte März eine Jury.

Wasserburg - Bebauungsplan, Jury, Veränderungssperre, städtebauliche Fehlentwicklungen: Das Fletzinger-Areal war Thema im Stadtrat.

Der entschied, keine Veränderungssperre zu erlassen, aber einen Bebauungsplan aufzustellen.

Nur mit dem Bebauungsplan sei klarzustellen, dass die Stadt unbedingt das Hotel wolle, denn so könne man ein "Sondergebiet Hotel" ausweisen, so Bürgermeister Michael Kölbl in der Stadtratssitzung. Eine andere Möglichkeit gebe es nicht. Ob aus dem Hotel Fletzinger nun ein Hotel Garni wird oder die Gastronomie doch weitergeführt wird, das ist allein Sache der Investoren und des Pächters, darauf hat die Stadt keinerlei Einfluss. Es sei denn, sie macht von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch - was nicht angestrebt ist.

So votierte der Stadtrat einstimmig für die Aufstellung eines Bebauungsplanes Fletzinger-Areal. Der Bebauungsplan umfasst das Hotel, die ehemaligen Brauereigebäude, das Privathaus Stechl und das Lokal an der Palmanostraße. Diese Straße bildet, zusammen mit dem Max-Emanuel-Platz und der Fletzingergasse, die Grenzen des Bebauungsplanes.

Auswirkungen auf den Neubau im Biergarten hat der Bebauungsplan kaum. Baurecht hätte dort, im Innenbereich, laut Verwaltung ohnehin bestanden. Der Neubau müsse nur Art und Maß der umgebenden Bebauung aufgreifen. Und das tut er, was Nutzung und Höhe angeht.

Dass ein Mehrfamilienhaus im Biergarten überhaupt möglich ist, liegt vor allem daran, dass der Biergarten erst in den letzten fünf Jahren regelmäßig geöffnet war, in den Jahren und Jahrzehnten zuvor "spärlich bis nie", wie es Kölbl formulierte. Elisabeth Fischer, Fraktionschefin der CSU, die neben dem Biergarten aufwuchs, hat dort zwar als Kind gerne gespielt, kann sich aber an Biergartenbetrieb nicht erinnern. Der Biergarten hat also keinen geschichtlichen Bestandsschutz.

Hinzu kommt, dass bis zum Stadtbrand 1885 die Fletzingergasse beidseitig komplett bebaut war und die heutige Aufweitung "eigentlich nicht dem geschützten Ensemble Altstadt entspricht", so Kölbl. Was auch ausschlaggebend dafür war, dass das Landesamt für Denkmalpflege keine Einwände gegen den Neubau hatte, ebenso wenig der Heimatverein - der Verein Stadtgestalt hingegen schon. Dass derzeit die Fletzingergasse - im Vergleich zu Post- oder Gerblgasse - nicht den Eindruck einer Gasse mache und der Neubau das hoffentlich ändere, lasse ihn sich mit dem Bau anfreunden, so Peter Stenger (SPD).

Der Neubau war für einen Teil der Ausschussgemeinschaft aus Bürgerforum, Grünen, Freien Wählern und Wasserburger Block der Auslöser für den Antrag auf Erlass einer Veränderungssperre, "nicht nur der Biergarten, wie uns gerne unterstellt wird", so Sepp Baumann (Freie Wähler Reitmehring- Wasserburg). Denn so, wie er derzeit geplant ist, passt der Neubau laut Christian Stadler (Die Grünen) von seinen Dimensionen nicht in die Fletzingergasse: Die 23 Meter lange Fassade sei, im Vergleich zur kleinteiligen anderen Straßenseite, viel zu lang und zu glatt. Auch Oliver Winter (CSU) wünschte sich eine optische Untergliederung des Mehrfamilienhauses. Einer Veränderungssperre stimmte er aber ebenso wenig zu wie die Mehrheit des Stadtrates.

Die Gestaltung der Fassade des Mehrfamilienhauses fand bei der ersten Vorstellung im Bauausschuss keine Freunde. Schon bei einer Informationsveranstaltung Ende Januar hatten die Investoren, KSS-Immobilien, und der Bürgermeister zugesagt, dass für die äußere Gestaltung eine Jury denkbar wäre. Die gibt es nun auch. Mitte Februar tagte eine Expertenrunde und beschloss, dass vier Architekten neue Lösungen ausarbeiten sollen.

Welche dieser Lösungen umgesetzt wird, entscheidet am 14.März eine Jury, in der neben Bürgermeister und Stadtbaumeister die Stadträte Friederike Kayser-Büker, Oliver Winter und Sepp Baumann vertreten sind. Dazu kommen Alois Juraschek von der unteren Denkmalschutzbehörde, Architekt Thomas Lauer vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, Kreisheimatpfleger und Architekt Knut Stolte und Professor Franz Robold von der FH Rosenheim.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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