Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Corona-Politik

Beide Demos in Wasserburg verlaufen friedlich

Ohne größere Zwischenfälle sind am Montagabend, 3. Januar, die beiden Demonstrationen in Wasserburg verlaufen. Die angemeldete Versammlung der Jusos stieß auf großes Interesse, die „Montagsspaziergänger“ nutzten die Versammlungschance in der Hofstatt kaum.

Wasserburg – Am Rathaus fand als Gegendemo zu den seit Wochen stattfindenden „Montagsspaziergängen“ der Gegner der Corona-Politik eine angemeldete Kundgebung unter Leitung der Jusos Rosenheim-Land statt. Die Versammlung wurde unterstützt vom Bündnis „Wasserburg.bunt. Die Demo wandte sich gegen „Desinformation“ und Verschwörungsmythen im Zusammenhang mit der Corona-Politik. Die Redner warnten vor allem vor der Gefahr, dass die „Montagsspaziergänge“ von „Querdenkern“ und rechtsextremen Kräften unterwandert werden könnten.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

In der Hofstatt gab es die Möglichkeit für die „Montagsspaziergänger“, sich zu versammeln. Das Landratsamt hatte per Anordnung nach Absprache mit der Polizei und dem Ordnungsamt der Stadt Wasserburg verfügt, dass die Laternenumzüge nicht mehr stattfinden dürfen, aber eine stationäre Versammlung unter Auflagen erlaubt.

Bilanz der Polizei

Wasserburgs Polizeichef Markus Steinmaßl spricht von 250 Demonstranten, die am Rathaus auf Einladung der Jusos „ohne jegliche Störungen“ ihre Solidarität im Einsatz gegen Corona-Verschwörungsmythen bekundet hätten. Von den „Montagsspaziergängern“ habe die Polizei in der Stadt etwa 100 Personen gesichtet, so Steinmaßl weiter. Alles sei ruhig verlaufen, bis kurz vor 20 Uhr: Da sei es in der Schustergasse zu einer Ansammlung von 25 „Spaziergängern“ gekommen. „Sie hatten sich als Gruppe wie ein Aufzug formiert“, beschreibt der Dienststellenleiter. Deshalb erwarte Teilnehmer nun Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung, die das Landratsamt Rosenheim im Vorfeld erlassen hatte.

Appell: „Zeichen gegen Schwurbelei setzen“

Bei der angemeldeten Versammlung am Rathaus appellierten Luca Fischer für die veranstaltenden Jusos sowie Vertreter der Linken, der grünen Jugend und des grünen Kreisverbandes dafür, ein Zeichen für „Demokratie und gegen Schwurbelei“ zu setzen. In Wasserburg sei kein Platz für „Querdenker“. Die Bürger würden mit ihrer Präsenz ein Zeichen für Demokratie und Solidarität setzen.

Zweiter Bürgermeister Werner Gartner unterstrich in seiner Rede ebenfalls die Notwendigkeit, Flagge zu zeigen „für unsere Überzeugungen, für das Impfen und gegen rechte Propaganda“. Es bestehe die Gefahr, dass die Montagsspaziergänge von rechtsnationalistischen Personen vereinnahmt würden. Nur gemeinsam – auch mit Unterstützung der Impfung – könne die Pandemie bewältigt werden, Extremisten dürften die Krise nicht als Podium nutzen, um ihr Gedankengut zu verbreiten.

Nicht-Geimpfte fühlen sich ausgegrenzt

Davon distanzieren sich Emil Reichardt aus Aschau und Josef Schmidt aus Waldkraiburg, die seit Wochen an den Montagsspaziergängen in Wasserburg teilnehmen. Sie seien keine „Querdenker“, sondern „normale Bürger“, die seit Einführung der Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zum ersten Mal in ihrem Leben auf die Straße gehen würden. Reichardt und Schmidt lehnen die Impfungen ab, weil sie nach eigenen Angaben der Wissenschaft nicht trauen. Sie fühlen sich als Nicht-Geimpfte ausgegrenzt und sehen ihre Grundrechte gefährdet. Bei den Spaziergängen, Mahnwachen, Versammlungen und Demos, die sie im Raum Rosenheim besucht hätten, seien ihnen noch nie Menschen mit rechtsradikaler Gesinnung begegnet. Die rechtsextreme Partei „Der dritte Weg“ ruft allerdings auf ihrer Homepage zur Teilnahme an den Montagsspaziergängen in Wasserburg auf. In den vergangenen beiden Wochen war die Atmosphäre bei den Laternenumzügen laut Polizei teilweise von einer „aggressiven Grundstimmung“ geprägt gewesen. Es war vereinzelt zu Rangeleien mit den Beamten gekommen. Es wurden Platzverweise ausgesprochen.

In einem offenen Brief an Bürgermeister Michael Kölbl hatte sich die Wasserburgerin Veronika Herwegh von rechts- und linksextremistischen Gruppierungen distanziert. Sie gehe montags auf die Straße, um der eigenen Meinung zur Corona-Politik, die sie kritisch sehe, Gewicht zu verleihen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Bodo Schackow

Kommentare