Auch in Wasserburg wurden Betroffene rausgewunken

Blitzmarathon: Suchte die Polizei vergeblich nach "Sündern"?

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Ausgewunken, weil zu schnell unterwegs: Am Tag des Blitzmarathons schaute die Polizei in Bayern besonders auf Temposünder
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Wasserburg - Es war nicht die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, aber so ein bisschen wenig "Ausbeute" verzeichnete die Einsatzleiterin Sabine Gerke im Landkreis Rosenheim dann doch.

Blitzmarathon bedeutet: An vielen Stellen in Bayern wird am gleichen Tag besonders auf die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer geachtet. "Es ist natürlich nicht so, dass die Polizei unter dem Jahr nicht auch Geschwindigkeitskontrollen durchführt, aber die Aktion des Blitzmarathons soll grundsätzlich noch ein bisschen sensibler machen", betont Einsatzleiterin Gerke.

Blitzmarathon in der Region

Besonders an Stellen, an dem die Folgen von Unfällen erwiesenermaßen besonders schwer sind, wurden am Donnerstag bayernweit Geschwindikgeitsmessungen durchgeführt.

Einsatzleiterin Sabine Gerke ist für den Landkreis Rosenheim zuständig und war in Wasserburg beim Blitzmarathon dabei.

Unfallschwerpunkte gibt es viele, Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die zugelassene Geschwindigkeit halten, ebenso. Mit einem Klischee räumt Gerke umgehend auf: Es sind nicht immer nur jüngere Verkehrsteilnehmer, die als Unfallverursacher gelten, aber auch nicht immer Senioren!

Warum Unfälle passieren, könne laut der Einsatzleiterin unterschiedliche Gründe haben. Nicht immer sei es die überhöhte Geschwindigkeit. Doch bei zu hohem Tempo seien  die Unfallfolgen eben oft sehr schwer, so die Polizeibeamtin, die sich für den Landkreis Rosenheim um genau solche Statistiken kümmert. "Natürlich ist auch die Benutzung des Handys während der Fahrt oft Auslöser für einen Unfall", so Gerke gegenüber wasserburg24.de

Blitzmarathon - Wie war's?

Seit den frühen Morgenstunden sind Polizeibeamte an vorher angekündigten Stellen positioniert, um die Geschwindigkeit zu kontrollieren. So auch in Wasserburg an der B15. Von der Brücke kurz vor der Einfahrt auf Höhe Gabersee stehen Beamte und teilen nach korrekter Messung den Beamten, die einige Hundert Meter weiter an einem Parkplatz warten, wenn ein Raser ausgewunken werden kann.

Am Tag des Blitzmarathons scheint man sich auf die besonders flotten Fahrzeuge konzentrieren zu wollen. Herausgezogen werden "nur" diejenigen Fahrzeugteilnehmer, die wirklich eins attes Tempo  drauf hatten und mit einem ordentlichen Bußgeld rechnen müssen. Auch das Abziehen der Toleranzen läuft korrekt ab.

Ein Autofahrer zeigte sich enorm genervt davon, dass er geblitzt wurde. Die Beamten kontrollierten Führerschein und Fahrzeugpapiere und wiesen den Herren darauf hin, dass er seine im hinteren Bereich der Sitze gelagerte Ware besser sichern müsse. Er muss mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen, fährt "nicht gerade amüsiert" weiter.

Nicht nur Autofahrer werden heraus gewunken, auch ein Kleintransporter hatte sich nicht an die erlaubte Geschwindigkeit gehalten. Es handelt sich um kein deutsches Kennzeichen, dennoch funktioniert die Kommunikation mit dem Fahrer, der sein Ladegut den Beamten zeigen muss und natürlich auch seinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere.

Ein weiterer Betroffener erklärt, dass er jeden Tag diese Strecke fahre und es schon zur Gewohnheit geworden sei. Verärgert sei er jetzt nicht, es nütze ja doch nichts.

Ausbeute gering?

Wegen des bayernweiten Blitzmarathon-Tages werde es sicher nicht weniger Raser geben in der Zukunft, glaubt die Einsatzleiterin. Sie fände es gut, wenn an besonderen Unfallschwerpunkten fest installierte Messanlagen stehen würden, wie es in einigen anderen Bundesländern der Fall sei. "Leider sind wir in Bayern bei den Unfällen mit schweren Folgen einer der Spitzenreiter", so Gerke. Besonders viele Verkehrsteilnehmer, die wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurden, gab es zumindest am Standort Wasserburg nicht. "Es waren definitiv weniger als im vergangenen Jahr beim Blitzmarathon", so Sabine Gerke abschließend.

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