Unerlaubter Müll am Herder?

Nach Anzeige wegen Tanks: BI fordert Aufklärung

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Wasserburg - Die Bürgerinitiative zur Erhaltung von Umwelt und Lebensqualität im Wasserburger Land sieht sich unzureichend informiert über den Ermittlungsstand nach einer Anzeige und fordert Aufklärung.

Die Bürgerinitiative zur Erhaltung von Umwelt und Lebensqualität im Wasserburger Land e.V. verlangt Aufklärung über die ungenehmigte Lagerung von Abfällen auf einem Grundstück der Stadt Wasserburg das von einer Firma aus der Region genutzt wurde.

Hinweis der Redaktion:

Stellungnahmen von den zuständigen Behörden in Bezug auf die Aufklärungs-Forderungen wurden von Seiten der Redaktion wasserburg24.de angefragt. Diese werden nachgereicht.

Am 19. Juli 2015 erhielt die Bürgerinitiative Hinweise auf die ungenehmigte Lagerung großer Mengen von Abfällen auf dem Grundstück. Sie nahm das Gelände in Augenschein und entdeckte zahlreiche ausgediente Heizöl- und Dieseltanks, die dort frei zugänglich abgelegt waren. Eine Umweltgefährdung war nicht auszuschließen, da sich von vielen Tanks die Beschichtung beziehungsweise Isolierung bereits großflächig gelöst und den Boden verunreinigt hatte. 

Zusätzlich fürchtete die Bürgerinitiative eine erhebliche Unfallgefahr, da die Tanks völlig ungesichert zum Teil

vierfach übereinander gestapelt waren.

Deshalb entschloss sich der Vorstand am 23. Juli, beim Landratsamt Rosenheim und bei der Staatsanwaltschaft Traunstein Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten.

Die Bürgerinitiative informierte auch die Stadt Wasserburg über die Anzeige. Drei Wochen später, am 15. August, beobachtete die Bürgerinitiative erste Aufräumarbeiten auf dem Gelände. Diese Arbeiten dauern bis heute an. Nachdem die Bürgerinitiative keinerlei

Reaktionen auf ihre Anzeige erhalten hatte, fragte sie am 24. August beim Landratsamt Rosenheim nach. „Dort erhielten wir die Auskunft, dass die Anzeige nicht weiter bearbeitet werde, da in der Anzeige eine genaue Ortsangaben fehlen würde und die Anzeige gegen Unbekannt erstattet wurde“, berichtet ein Sprecher der Bürgerinitiative. „Aufgrund der Personalsituation sei eine weitere Verfolgung nicht möglich, teilte das Landratsamt uns mit.“

In der Anzeige hatte die Bürgerinitiative als Ortsbezeichnung die ehemalige Kiesgrube am Herder in Wasserburg genannt. Bei Google Maps oder auch im Bayernatlas sind mit wenigen Klicks, auch heute noch, der ehemalige Standort und Luftaufnahmen der alten Erdtanks zu finden. Sicher hätte auch die Stadt Wasserburg Auskunft geben können, wo sich das Gelände befindet.

Durch einen Bericht auf rosenheim24.de (26.8.2015) erfuhr die Bürgerinitiative, dass die Staatsanwaltschaft die Anzeige weiterhin bearbeitet. In einem Gespräch mit der Polizei erfuhr die Bürgerinitiative, dass bei deren Besichtigung des Geländes bis auf einen bereits alle Tanks entfernt waren. Erdreich war großflächig abgetragen worden.

Für die Bürgerinitiative ergibt sich daraus eine Reihe von Fragen:

1.) Bei der Besichtigung des Geländes durch die Polizei waren die Tanks bereits entfernt und

das Erdreich bereits abgetragen. War unter diesen Umständen eine vollständige Beweisaufnahme noch möglich ?

2.) Wie kann es sein, dass das Landratsamt Rosenheim sich aufgrund der Personalsituation außerstande sieht, eine Anzeige angemessen zu bearbeiten ?

3.) Nachdem bei der Besichtigung durch die Polizei bereits alle Tanks entfernt waren, muss die Beweisaufnahme nach dem 15. August 2015 stattgefunden haben. Wieso vergingen zwischen Anzeigeerstattung und Beweisaufnahme Wochen, während in der Zwischenzeit das Gelände nahezu vollständig geräumt und Erdreich abgetragen wurde?

4.) Wer hat die Räumung des Geländes veranlasst und damit eine vollständige Beweisaufnahme durch die Polizei erschwert oder sogar verhindert?

„Wir hoffen, dass die Staatsanwaltschaft diese Fragen klären kann und die Öffentlichkeit umfassend darüber informiert wird“, so der Sprecher der Bürgerinitiative.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative zur Erhaltung von Umwelt und Lebensqualität im Wasserburger Land e.V.

Quelle: rosenheim24.de

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