Friederike Kayser-Büker nimmt Stellung

Fehlalarm am Containermodul? "Da hing kein Zettel"

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Wasserburg - Der Feueralarm am Donnerstagabend und die weitere Vorgehensweise am Containermodul nahe der RoMed-Klinik in Wasserburg bringt unterschiedliche Sichtweisen.

Während es vom Landratsamt Rosenheim hieß, es wäre selbstverständlich ein Zettel mit der Rufnummer des Zuständigen, der den Alarm zurückstellen könnte, am Container angebracht, widersprechen hier Vertreter des Asylhelferkreises vehement. Die Lage bleibt angespannt. Nun meldet sich Friederike Kayser-Büker zu Wort. Die Ehrenamtliche wundert sich über Aussagen des Landratsamtes, weil sie selbst den Verlauf der Situation am Donnerstagabend live miterlebt hat. Die Situation

Am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr löste der Rauchmelder im Containermodul aus, in dem aktuell Asylbewerber aus Pakistan untergebracht sind. In vielen Räumen sind solche Meldegeräte angebracht, durch das EDV-System kann nachvollzogen werden, wo der erste Auslöser war.

Der Grund sei im Nachgang eindeutig: Wasserdampf, der durch das heiße Wasser der Duschen entstanden war, trat in den Flur, dort löste der Alarm aus. Die Bewohner bekamen durch das schrille Geräusch Angst, dachten, dass es möglicherweise wirklich brennen würde. „Dann drückten sie den Feueralarmknopf“, erklärten einige Ehrenamtliche des Asylhelferkreises, die noch am Donnerstagabend gemeinsam mit Einsatzkräften den Verlauf der Situation rückverfolgten. Die Feuerwehr rückte an, es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es nicht brannte. „Nachdem wir die Situation erkannt haben, dass es nicht brennt, zogen wir mit der Feuerwehrmannschaft wieder ab, den Alarm konnten wir nicht abstellen“, betonte Rudi Göpfert von der Wasserburger Feuerwehr.

Vielmehr sei eine Meldung an die Polizei Wasserburg gemacht worden, dass der Alarmmelder nicht abgestellt werden konnte. „Diese Brandmeldeanlage kann nur zurückgestellt werden, wenn der Zuständige in den Technikraum gelangt“, heißt es unter anderem von Vertretern des Landratsamtes. „Wir als Feuerwehr haben die Aufgabe zu retten und im Brandfall zu löschen, es ist nicht unsere Aufgabe, einen herkömmlichen Hausalarm, wie im Falle des Containermoduls, abzustellen“, erklärt Kreisbrandrat Richard Schrank gegenüber wasserburg24.de.

Der Technikraum war verschlossen, um Unbefugten den Zutritt zu verwehren. In dieser Situation allerdings zu später Abendstunde etwas irritierend: Denn den Fachkräften war scheinbar nicht bekannt, wer für diese Aufgabe zuständig ist. Der Pressesprecher des Landratsamtes, Michael Fischer, zeigte sich überzeugt davon, dass ein Zettel am Technikraum mit der Rufnummer des Elektrikers, der die Brandmeldeanlage zurücksetzen könnte, angebracht sei. „Da hing definitiv kein Zettel“, betont Friederike Kayser-Büker vom Asylhelferkreis. Die Fach- und Einsatzkräfte erfuhren erst von der Ehrenamtlichen, wer hierfür Ansprechpartner sei: Die Firma Bösch ist zertifiziert und hat einen Zugangsschlüssel. Ein Mitarbeiter des Elektrounternehmens konnte am späten Donnerstagabend schließlich „anrücken“ und den Alarm ausstellen, die Meldeanlage zurücksetzen.

Chaos vorbeugen

Die Situation habe gezeigt, dass viel mehr Kommunikation in solchen Einrichtungen stattfinden müsse, finden zahlreiche Einsatzkräfte und auch die Ehrenamtlichen selbst. Natürlich habe auch das Landratsamt jede Menge zu tun, doch mehr Informationen vorab über die zuständigen Personen im Bedarfsfall, die auch nachts zu erreichen sein müssten, sei dringend zu beführworten.

Asylbewerber hatten Angst

„Es ist eindeutig nicht die Schuld der Bewohner, dass hier durch fehlende Information der Alarm nicht zügig abzustellen war“, so Kayser-Büker weiter. Außerdem sei eindeutig geklärt, dass der Auslöser für den ersten Alarm im Containermodul durch den Wasserdampf, der in den Flur drang, entstand. Dies konnte zügig nachvollzogen werden. Friederike Kayser-Büker bittet im Namen der weiteren Ehrenamtlichen des Asylhelferkreises, dass zukünftig unbedingt mehr Vorabinformationen mit wichtigen Rufnummern für den Ernstfall an die Fachleute und Bewohner gegeben werden. „Es kann zu jeder Tages- und Nachtzeit Hilfe benötigt werden, es muss nur klar sein, wo man sich im Bedarfsfall hinwenden kann und wie der Zuständige erreichbar ist“, sind sich auch die Einsatzkräfte einig.

„Im Falle des augenscheinlichen Fehlalarms am Containermodul in Wasserburg hätte eine gute Vorabinformation die Situation schnell aufklären können“, hieß es von Einsatzkräften und Ehrenamtlichen nach dem Vorfall

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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