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„Das Glaszimmer“ mit Drehorten in der Region

Christian Lerch inszeniert emotionalen Kinofilm in und um Wasserburg

Die Hauptdarsteller und der Regisseur von „Das Glaszimmer“ bei den Dreharbeiten im Mai 2019
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Das Glaszimmer von Christian Lerch feiert Ende April Premiere - und ihr könnt dabei sein!

Für viele Kinogänger haben Filme vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs spürbar an Anziehungskraft verloren. Mit seinem neuesten Werk gelingt dem Wasserburger Christian Lerch dennoch ein sehenswerter Spagat; hin zu brandaktuellen Themen. Wir haben uns mit dem Regisseur über die Dreharbeiten, den Film und auch seine Ideen hinter den Bildern unterhalten. Und exklusive Premieren-Tickets gibt es oben drauf auch noch zu gewinnen.

Wasserburg/Schwindegg/Kirchdorf - Nicht nur in der Region hat sich Christian Lerch einen Namen gemacht. Spätestens seit seiner Drehbuch-Arbeit an „Wer früher stirbt, ist länger tot“ zusammen mit Markus H. Rosenmüller im Jahr 2005 gehört der gebürtige Wasserburger zu den ganz großen, bayerischen Filmemachern. Während Lerch in der Vergangenheit vor allem mit seinen Komödien große Erfolge zu verzeichnen hatte, geht er jetzt mit seinem neuesten Werk „Das Glaszimmer“ etwas andere Wege.

Bayern; im Jahr 1945: Kurz vor Kriegsende flüchten Anna - gespielt von Lisa Wagner - und ihr Sohn Felix (Xari Wimbauer) aus dem zerbombten München aufs Land. Während Anna nur schwer die überzeugte Nationalsozialistin im Dorf spielen kann, will Felix um jeden Preis vermeiden als Außenseiter zu wirken. So lässt er sich schnell durch die Nazi-Propaganda von Dorfvorsteher Feik (Philipp Hochmair) und seinem Sohn Karri (Luis Vorbach) blenden. Zum Glück findet Felix im neuen Haus einen geheimnisvollen Rückzugsort: ein magisches, funkelndes „Glaszimmer“. Stück für Stück zusammen mit den neu gefundenen Freunden und durch die Ungerechtigkeiten des Krieges weiter getrieben erkennt er, dass Familie und Freundschaft wichtiger sind als jegliche Ideologie.

Freund oder Feind? Die Beziehung zwischen Felix (links) und Karri verspricht spannende Wendungen

Im Zentrum steht im Grunde die Suche nach einer Art Herzenswahrheit; das war damals für Viele nicht einfach und das ist es heute auch nicht“, fasst Christian Lerch die Kernaussage des Films zusammen. Insbesondere die Beziehung zwischen den Kindern und deren Eltern bringe alle nötigen Mittel mit sich, auch die gefestigtsten Ketten indoktrinierender Ideologien zu sprengen. So ermutigt Christian Lerch in erster Linie die jungen Zuschauer zum Vertrauen in sich selbst: „Gegen derartige Akte der Gleichschaltung ist es wichtig, die Bindung zum eigenen Herzen nicht zu verlieren“, so der Filmemacher; und weiter: „Die direkte Liebe zu den Nächsten und zur Familie schafft eben dieses Vertrauen.“ Diese Reflexion über die eigenen Gedanken und Beziehungen nach außen, symbolisiert im Film schließlich auch das namensgebende Glaszimmer.

Szene aus „Das Glaszimmer“ von Christian Lerch

Für Felix stellt es eine Art Rückzugsort dar, an dem er seine Freundschaften mit den anderen Kindern erkunden und auch festigen kann. Zur Düsternis des Krieges stellt es zusätzlich auch räumlich ein leuchtendes Gegengewicht dar. Ein Ort der Phantasie und der Freiheit“, ergänzt Lerch im Gespräch. „Es ist wichtig, heutigen Kindern und Jugendlichen die innere Mechanik von Verführung und in der Folge die schrecklichen Auswirkungen willkürlicher Macht-Ausübung näher zu bringen.“ Und genau dieser Spagat gelingt Lerch mit Hilfe der hervorragenden Jung-Schauspieler sowie einer immersiven Kamera-Arbeit (Tim Kuhn) eindrucksvoll: Der spielerische Umgang der Kinder untereinander in Kombination mit der stets präsenten Droh-Kulisse des Krieges, fördert die Neugier des Zuschauers permanent und lässt ganz tief in die Atmosphäre eintauchen.

30 Drehtage ab Mai 2019 in Wasserburg, Schwindegg und Kirchdorf

Die Arbeit mit den vornehmlich jungen Darstellern forderte den Regisseur und die Crew des Films dabei zusätzlich: „Mit den Kindern haben wir bereits vorab sehr intensive Proben gemacht; toll war, dass sie sich untereinander sehr gut verstanden haben“, berichtet Christian Lerch. Mit am Set vertreten waren zu jeder Zeit auch Lehrer und eine Sozialpädagogin. „Wir haben ganz viel im Zusammenspiel mit den Kindern entwickelt. Und es gab dann auch spezielle Briefings, wann immer Gewalt in einer Szene sehen ist; wie zum Beispiel in dem Moment, in dem Karri eine Pistole auf Felix richtet.“

Kamera und Regie auf dem Sprung: Bis auf eine Ausnahme wurde der gesamte Film in sehr bewegter Manier gedreht.

Gedreht wurde schließlich an insgesamt 30 Tagen an verschiedenen Locations in Wasserburg, Schwindegg und Kirchdorf. „ Ich komme ja aus der Gegend; bin ja auch viel mit dem Rad unterwegs. Da hatte ich schon einige Orte im Blick“, berichtet Christian Lerch im Gespräch. So wurde beispielsweise eine Szene, die im Film eigentlich am Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau spielt, kurzerhand in Wasserburg an der Jakobskirche gedreht. Und auch das Stauwerk der Stadt, dass in den Jahren 1935-38 gebaut wurde, ist zu sehen. Besonders angetan hat es dem Filmemacher allerdings der Ortsteil Walkerseich der Gemeinde Schwindegg: „Dort haben wir eine intakte, enge Dorfstruktur gefunden, die perfekt gepasst hat“, so Lerch. Die Häuser der beiden Kontrahenten stehen dort in einer Blick-Achse genau gegenüber; lediglich die Straße musste für die Dreharbeiten aufgekiest werden.

Speziell für unsere Leser wartet zuletzt noch ein waschechtes Highlight: Für die Premiere am 28. April in München verlosen wir in Zusammenarbeit mit farbfilm Verleih & soulkino 2x2 VIP-Tickets für „Das Glaszimmer“; inklusive rotem Teppich, allen Schauspielern sowie allen Beteiligten der Dreharbeiten vor Ort. Wie Du an diese exklusiven Kino-Karten kommst, erfährst Du in obenstehendem Post auf facebook oder auch auf Instagram.

Für seinen nächsten Film will sich Christian Lerch schließlich wieder einem humorigen Thema zuwenden: „Ich schreibe gerade an einem neuen Kino-Film; einer Gauner-Komödie“, so Lerch abschließend. Neben erneut zu Drehorten in der Region soll es dabei aber auch nach Amerika gehen. Mehr will der Wasserburger aber aktuell noch nicht verraten.

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