Nach Kritik von Eltern-Bündnis Wasserburg: Deutsche Bahn positioniert sich

Busproblematik in Corona-Zeiten: „Wenn alle Masken tragen funktioniert das Reisen im ÖPNV gut“

Schulus befördert Kinder
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Ein Schulbus befördert Kinder in der Corona-Pandemie.

Wasserburg/Landkreis - Die Debatte um die Verstärkerbusse ist vielen Eltern ein starkes Anliegen in der Corona-Pandemie. Noch immer seien die wenigen, die im Einsatz seien, zu voll. Die Deutsche Bahn AG reagiert auf die Vorwürfe der Eltern.

„Wir stellen fest: Wenn alle ihre Masken tragen funktioniert das Reisen im ÖPNV (Busse, U-Bahn, S-Bahn, Schienennahverkehr) gut“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) im Gespräch mit wasserburg24.de, nachdem das Eltern-Bündnis Wasserburg Kritik an der Situation der Verstärkerbusse geübt hatte.


Das „System ÖPNV“ sei in der Pandemie „gut und sicher“. Es gebe klare Statements aus gemeinsamen Studien des Robert-Koch-Instituts (RKI) und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VdV). „Die Pflicht zum Tragen einer Maske in Bussen und Bahnen ist ein wesentlicher Faktor für ein bisher sehr geringes Infektionsrisiko im ÖPNV“, heißt es beispielsweise in einer Pressemitteilung des VdV vom 7. Dezember.

ÖPNV „kein Corona-Hotspot“


Hinter dieser Erkenntnis stehe auch die Deutsche Bahn, wie der Sprecher weiter unterstreicht: „Das heißt nicht, dass wir uns aus der Verantwortung ziehen wollen. Wir stehen in sehr engem Kontakt mit den Landratsämter - im konkreten Beispiel auch mit dem Rosenheimer -, um flexibel und zeitnah reagieren zu können um im Fall der Fälle mehr Busse auf bestimmten Linien einzusetzen.“ Dabei seien auch Fahrer von Reisebussen, die derzeit ohnehin nicht fahren könnten, als personelle Verstärkung im Gespräch.

Es sei aber auch klar, dass die Einführung eines neuen Linienbusses eine gewisse Vorplanungszeit von einigen Tagen beanspruche. Und: Man könne keinen Bus in Betrieb nehmen, der nur zehn Fahrgäste transportiert, wenn er sonst Kapazitäten für 100 besitze. „Wir befinden uns bei dem Thema komplett im Fluss aber keiner weiß, wie es an den Schulen weitergeht. In dieser Pandemie kann sich alles von jetzt auf gleich ändern.“

Natürlich stehe man in Konflikt was an Maßnahmen seitens der Regierung vorgeben werde und welche Forderungen gerade viele Eltern bei der Problematik zu voller Schulbusse haben. Der Unmut der Eltern sei „verständlich und nachvollziehbar“. Fakt sei jedoch - und das betonte auch schon Rosenheims Landrat Otto Lederer in einer Stellungnahme -, dass das Abstandsgebot bei durchgehendender Maskenpflicht im Bus nicht zwingend gelte. Der ÖPNV sei „kein Corona-Hotspot“, da zum Einen die Interaktion fehle und zum anderen die Leute für eine Übertragung des Corona-Virus nicht lange genug eng beieinander stehen würden.

DB-Sprecher: Akzeptanz der Fahrgäste in den Bussen vorhanden

In unserer Umfrage waren über 70 Prozent der Meinung, dass in der Corona-Pandemie noch zu wenig Verstärkerbusse in der Region unterwegs seien. Woher kommt dann diese Einstellung? Handelt es sich gar um eine subjektive Einschätzung?

Das könnte dem DB-Sprecher zufolge durchaus sein: „Im Vorbeifahren wirkt ein Bus meist voll. Tatsächlich sind aber durchaus Verstärkerbusse im Einsatz und wir reagieren auch jeweils auf die gegebene Situation, die sich zu jeder Zeit verschärfen kann, und steuern dann gegen. Wir appellieren an dieser Stelle aber auch an unsere Fahrgäste - abgesehen von den Schulkindern. Es gibt die Möglichkeit, eine spätere Linie zu wählen, die ‚Rush Hour‘ zu meiden oder - wo es geht - im Home-Office zu arbeiten. Eigenverantwortung lautet das Stichwort. Und das funktioniert bisher sehr gut, die Akzeptanz der Fahrgäste ist da.“

mb

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