Deutschförderung an der Mittelschule

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Die Deutschnote und das Sprachgefühl verbessern - das können Schüler mit Migrationshintergrund mit der Hausaufgabenhilfe an der Mittelschule schaffen.

Wasserburg - Oft haben Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen Probleme, mit der neuen Sprache richtig umzugehen.

Für sie bietet die Jugendhilfe Oberbayern eine Hausaufgabenhilfe an, um ihr Deutsch zu verbessern.

Um junge Migranten und Migrantinnen zu fördern und ihnen den Umgang mit der Sprache zu erleichtern, bietet die Jugendhilfe Oberbayern der Diakonie eine Hausaufgabenhilfe an Mittel- und Hauptschulen an. So auch an der Mittelschule in Wasserburg.

Robert Obermayer ist zuständig für den Jugendmigrationsdienst in der Region Ebersberg/Wasserburg. Er betreut solch eine Hausaufgabenhilfe auch in anderen Orten, wie Markt Schwaben, Ebersberg oder Reitmehring. "Für Schüler, die neu nach Deutschland kommen, gibt es hier in der Region sonst nichts. Es gibt an den Schulen keine Übergangsklassen. Das Wichtigste für sie ist aber erst mal deutsch zu lernen", erklärt Obermayr.

Das Angebot wird vom Jugendmigrationsdienst organisiert, aber ursprünglich vom Bayerischen Ministerium für Arbeit und Soziales angeboten. Die verschiedenen Schulen stellen laut Obermayr dann die Räume zur Verfügung, um die Kurse in der Region zu ermöglichen.

Im Kurs der Mittelschule Wasserburg sind derzeit sieben Kinder angemeldet, die zweimal die Woche eineinhalb Stunden am Nachmittag ihr Deutsch verbessern wollen. Die erste Stunde nutzen sie meist, um eigenständig ihre Deutschhausaufgaben zu erledigen, die sie an diesem Tag oder den vergangenen Tagen aufbekommen haben. Dabei kommt ihnen die Betreuungskraft bei Fragen jederzeit zur Hilfe und versucht, Verständnisprobleme zu lösen. Auch andere Hausaufgaben wie Mathe oder Englisch können gemacht werden, wenn es für Deutsch nichts mehr zu tun gibt. So kann die Zeit effektiv genutzt werden. "Für die Schüler ist es natürlich nicht schön, sich nachmittags noch mal in die Schule zu setzen", meint Robert Obermayr. In der zweiten Stunde kann dann auf allgemeine Probleme eingegangen werden. "Sollte es bei allen ein auffälliges Problem und die gleichen Fragen geben, kann dazu zusammen noch intensiv geübt werden", meint er.

Die Kinder haben vor allem mit der deutschen Grammatik Schwierigkeiten. Ob es nun "einen Ball" oder "einem Ball" heißt, solche Fälle bereiten Probleme. Eine der anwesenden Schülerinnen, eine Sechstklässlerin, ist zusammen mit ihrer Familie erst vor zwei Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Sie habe noch starke Defizite, so Obermayr. Da fehle es auch noch am grundlegenden Verständnis der deutschen Wörter. Gerade hier sei zusätzliche Übung unbedingt nötig, um dem Kind das Schulleben zu erleichtern. Die Arbeitsblätter, die die Betreuungskräfte dabei haben, sind eigentlich für Grundschüler gedacht, nicht für Mittelschüler. Doch das Niveau stimmt: "Erst glaubte man, das sei nicht angemessen, aber dann waren schnell bei allen sieben oder acht Fehler auf so einem Übungsblatt", erzählt Robert Obermayr.

Seit zirka vier Jahren läuft die Hausaufgabenhilfe an der Wasserburger Mittelschule bereits, doch derzeit sei ein wenig der "Schlendrian" eingekehrt, wie Obermayr erklärt. "Das liegt daran, dass wir zurzeit keine feste Betreuungskraft für den Kurs haben. Ich bin auch nur eine Aushilfskraft, und meine Kollegin, die das einmal die Woche macht, wird mit der Arbeit hier bald aufhören." Er betont, dass der Jugendmigrationsdienst dringend eine Betreuungskraft für diese Hausaufgabenhilfe sucht, um wieder Kontinuität zu schaffen. "Für das Lernklima und die Motivation der Kinder braucht man jemand, der wirklich zweimal die Woche und für längere Zeit hier ist. Jemand, an den die Kinder dann gewöhnt sind", meint Obermayr.

In Reitmehring funktioniere das schon sehr gut, dort haben sie eine Lehramtsstudentin für das Fach "Deutsch als Fremdsprache", was optimal ist. Doch Obermayr unterstreicht, dass es keine ausgebildete Lehrkraft braucht, sondern einfach jemanden, der sich das zutraut und pädagogisch und didaktisch ausreichend begabt oder erfahren ist.

Der Erfolg des Kurses ist nicht nur spürbar, sondern zeichnet sich auch in den Zeugnissen der Schüler ab. Laut Obermayr verbessert sich die Deutschnote um durchschnittlich eine ganze Note, wenn ein Kind längere Zeit fleißig mit dabei ist. Auch die Schüler sind zufrieden: "Der Unterricht ist gut, und man lernt noch mehr dazu", meint eine Schülerin. Ein Sechstklässler fügt hinzu: "Auch meine Note in Mathe ist besser geworden, weil ich hier die Hausaufgaben besser machen kann."

zac/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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