Auf dem Festplatz am Badria

Großkundgebung gegen die Corona-Maßnahmen ist in Wasserburg geplant

In Wasserburg ist eine Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen für 1000 Teilnehmer angemeldet worden. Dass die Veranstaltung stattfinden wird, steht fest. Wie viele Besucher erlaubt werden, noch nicht. Die Stadt hat ihre Bedenken bereits geäußert.

Wasserburg – Im Messenger-Dienst Telegram ist die Kundgebung in der Gruppe „Querdenken 8031 Rosenheim“ schon angekündigt worden: Am Sonntag, 21. Februar, werde auf dem Festplatz am Badria in Wasserburg eine Veranstaltung mit offenem Mikrofon unter dem Motto „Bayern steht zamm“ stattfinden, heißt es dort.


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Noch steht nicht fest, wie viele Teilnehmer zur Kundgebung, zu der Gäste aus ganz Süd-Ost Bayern erwartet werden, zugelassen werden. Doch Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamts Rosenheim als zuständiger Behörde, sagt auf Anfrage der Wasserburger Zeitung: „Eine Absage ist kein Thema, die Veranstaltung wird es geben.“ Da noch drei Wochen Zeit ist bis zum angezeigten Termin, würden noch Informationen gesammelt. Unter anderem sei der Veranstalter, Franz Stemmer aus Haag, aufgefordert worden, ein Hygienekonzept vorzulegen. Danach werde die Zahl der zugelassenen Personen festgelegt, so Fischer.


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Stemmer bestätigt auf Anfrage, dass er in Wasserburg nach mehreren kleinen Veranstaltungen in der Region jetzt eine größere angemeldet habe. Auch hier wolle er in den Dialog mit Bürgern und Betroffenen der Corona-Politik treten und die Frage der Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen zur Diskussion stellen. Er wolle außerdem beweisen, dass eine große Kundgebung reibungslos unter Einhaltung der Hygieneregeln verlaufen könne.

Ursprünglich hätte er sie gerne auf 2500 Teilnehmer ausgerichtet, nun seien 1000 Besucher vorgeschlagen worden. Auch Gruppen aus dem Berchtesgadener Land, aus dem Raum Augsburg, München, Rosenheim und Traunstein hätten ihr Kommen angekündigt, so Stemmer. Dass auch aus Reihen der umstrittenen „Querdenker“ für die Veranstaltung geworben wird, kommentiert er mit der Aussagen: „Ich habe keine Berührungsängste, trete mit allen in den Dialog.“

Stadt hat Bedenken und Einwände

Die Stadt Wasserburg kann zur geplanten Kundgebung nur Stellung nehmen. Bürgermeister Michael Kölbl betont, die Kommune habe Bedenken und Einwände, diese seien bereits schriftlich eingereicht worden. Das Gelände am Badria eigne sich nicht für eine Kundgebung. Es sei keine öffentliche Verkehrsfläche, sondern ein Festplatz. Im Winter werde hier deshalb weder geräumt noch gestreut. Die Stadt sei nicht gewillt, das Gelände zu vermieten. Wenn die Kundgebung in Wasserburg jedoch vom Landratsamt Rosenheim nicht untersagt werden könne, müsse sie auch von der Stadt geduldet werden, so Kölbl.

In der derzeitigen kritischen Situation der Pandemie habe er jedoch persönlich grundsätzliche Bedenken.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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