Zukunftssorgen: Vereine ohne Jugend?

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Bei der Stadtkapelle in Wasserburg gibt es viele Nachwuchsmusiker und interessierte Jugendliche, die mitmachen wollen. Doch mancherorts sieht es nicht so rosig aus mit jungen Vereinsmitgliedern.
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Altlandkreis  Wasserburg – Verlieren die Vereine den Nachwuchs? Immer mehr Gruppen plagt das Problem, dass die jungen Menschen sich nicht für Vereine gewinnen lassen. Doch frische Ideen sollen entgegenwirken.

„Immer mehr Vereine kämpfen mit Nachwuchssorgen. Es ist schwer, sich gegen die Vielfalt der Freizeitgestaltung junger Menschen behaupten zu können“ zeigt sich Fritz Gottbrecht vom DAV Wasserburg nachdenklich. Der Vorsitzende erklärte in der Jahreshauptversammlung der Sektion in der Innstadt, dass man durch neue Programmpunkte und ansprechende Möglichkeiten in der Vereinsarbeit auf Akzeptanz und Zulauf durch die Jugend hoffe.

Kletterhalle soll Interesse wecken

Der DAV ist ein Generationsverein. Die Sektion Wasserburg punktet mit Mitgliedern unterschiedlichen Alters. Von Kindern bis hin zu Senioren, Familien und jungen Wander- und Kletterfreunden hat sich die Sektion Wasserburg des DAV zu einer stabilen Gruppe gemausert. Bei der Jahreshauptversammlung in den Paulaner Stuben gab es jedoch auch nachdenkliche Stimmen. Gottwald teilte den Mitgliedern mit, dass man über eine finanzielle Unterstützung des DAV-Projekts der Sektion Mühldorf nachdenke, die im April 2015 eine Kletterhalle in Waldkraiburg eröffnen, diese durch die Sektion Mühldorf auch selbst betrieben werde. „Wir möchten uns finanziell daran beteiligen“, erklärte Fritz Gottwald. „Unsere Mitglieder dürfen dann in Form einer C-Mitgliedschaft parallel zur Mitgliedschaft in Wasserburg vergünstigt in Waldkraiburg klettern“. „Wir wollen und müssen attraktiv sein für die Jugend“ zeigte sich die Vorstandschaft überzeugt. Die Meinungen der Anwesenden gingen hierzu nur gering auseinander. „Wir haben maximal 10.000 Euro dafür vorgesehen“, erklärte Vorstand Fritz Gottwald den Mitgliedern.

Ihm sei es allerdings wichtig, auch die jungen Menschen, die sehr großes Interesse am Klettern hätten, wieder stärker an den Alpenverein zu binden. „Unserem Verein geht es gut, aber uns macht die Jugendarbeit etwas Sorgen“, gesteht Gottwald. „Momentan haben wir einfach zu wenig Nachwuchs, zu wenig Jugendleiter und zu wenige Familien, die sich gerne an Aktionen des Alpenvereins beteiligen würden“. Der Vorstand lobte dennoch die Anstrengungen und den Einsatz des Jugendreferenten Matthias Seibt. „Ich bin begeistert, mit welchem Elan hier die Jugendarbeit angetrieben wird und hoffe, dass wir es gemeinsam schaffen, den Verein weiterhin für alle Generationen interessant zu gestalten“, so Gottwald während der Jahreshauptversammlung. Matthias Seibt erläuterte die Aktionen für Jugendliche im vergangenen Jahr, beschrieb die Projekte der Kidsgruppen und zeigte sich motiviert, die Jugendförderung in Wasserburg „on Top“ zu halten.

Sportvereine mit geringsten Sorgen?

Gute Jugendarbeit im Verein macht auch Mühe. Ein Beispiel: In Eiselfing wird der Jugendfußball besonders lebhaft und interessant gestaltet.

Viele Sportvereine aus dem Altlandkreis Wasserburg haben junge Mitglieder. Beliebter Sport bei den Kids und Jugendlichen bleibe Fußball, zeigten sich etliche Vereinsvorstände überzeugt. Der Zusammenschluss der Jugendfußballteams aus Eiselfing, Griesstätt, Schonstett und Griesstätt habe nicht ausschließlich mit geringeren Spielerzahlen zu tun, sondern könne auch in gut gemischten Teams gezielte Förderung bringen, so Jugendleiter Andreas Kubik aus Eiselfing. In Eiselfing beispielsweise werde sehr viel für interessante Jugendfußballarbeit und Aktionen für Kids gemacht, was freilich nur durch engagierte Ehrenamtliche funktionieren kann. Während viele Sportvereine unterschiedlich gut oder schlecht mit jungen Mitgliedern bestückt sind, kommen andere Traditionsvereine nur noch schwer aus dem Durchschnittsalter von deutlich über 50 Jahre.

Doch Ausnahmen seien auch im Wasserburger Land vorhanden, beobachten etliche Bürger. Der junge erste Vorsitzende des Gartenbauvereins aus Wasserburg, der erst kürzlich frisch gewählt wurde, zeige, dass sich junge Menschen sehr wohl noch für Tradition und Vereinszugehörigkeit gewinnen lassen. Auch bei der Stadtkapelle Wasserburg und anderen Musikvereinen sowie Blasmusikgruppen seien altersgemischte Mitglieder mit Instrumenten zu bestaunen.

Musik ohne Altersgrenze?

„Musik funktioniert über Generationen hinaus, besonders junge Menschen können gemeinsam mit älteren Musikanten großartige Musik fabrizieren“ heißt es von Musikpädagoge und Dirigent Günther Allensberger. Er bemerke, dass beispielsweise in Kapellen mit einst recht traditioneller Musik die Jugend freiwillig dabei bleibe und nicht, weil die Eltern dies gerne sehen würden. „Außerdem spielen Blaskapellen schon lange nicht mehr nur Volkslieder, sondern haben ein breites Sortiment an Spielbarem“, so Allensberger gegenüber wasserburg24.de. Fakt bleibt aber: Viele Vereine müssen mit hohen Anstrengungen nach mehr jungen Mitgliedern suchen und für die eigene Jugend attraktiv bleiben.

Quelle: rosenheim24.de

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